29 c

Sich selb­st des Denkens Leuchten

Im Innern kraftvoll zu entfachen,

Erlebtes sin­nvoll deutend

Aus Wel­tengeistes Kräftequell,

Ist mir nun Sommererbe,

Ist Herb­stes­ruhe und auch Winterhoffnung.

Wozu ruft mich das Mantra 29 c auf?

Das Mantra 29 c begin­nt mit ein­er kraftvollen Auf­forderung: “Sich selb­st … im Innern …” Es begin­nt mit ein­er Eigen­er­mäch­ti­gung im Innern. Erst gegen Ende des Mantras wird deut­lich, dass es einen Ich-Sprech­er gibt, der sich sel­ber aufruft, des Denkens Leucht­en zu ent­fachen, aktiv zu denken. Damit bin ich als Leser es selb­st, der diese Auf­forderung ausspricht. Ich fordere mich auf, meinen Geist wil­lentlich denk­end zu betäti­gen. Und noch ein Zweites bewirkt dieser Anfang: Indem das Mantra in der neu­tralen 3. Per­son begin­nt, stelle ich mich als Ich-Sprech­er mir selb­st gegenüber und betra­chte mich von ein­er höheren Warte aus.

Sich selb­st gegenüber zu ste­hen, gehört unmit­tel­bar zur Erfahrung von klarem Denken. Johann Got­tlieb Fichte (1762–1814) schreibt: „Die Intel­li­genz, als solche, sieht sich selb­st zu; und dieses sich selb­st Sehen ist mit allem, was ihr zukommt, unmit­tel­bar vere­inigt[3], und in dieser unmit­tel­baren Vere­ini­gung des Seyns und des Sehens beste­ht die Natur der Intel­li­genz. Was in ihr ist, und was sie über­haupt ist, ist sie für sich selb­st; und nur, inwiefern sie es für sich selb­st ist, ist sie es, als Intel­li­genz.“ (Lit.: Fichte, S. 435)

“Des Denkens Leucht­en” kann auf zweifache Art ver­standen wer­den. Zum einen kann es das Leucht­en des Denkens bedeuten. Dann ist “Leucht­en” ein sub­stan­tiviertes Verb und sagt aus, dass das Denken leuchtet, dass vom Denken Licht aus­ge­ht. Zum anderen kann “Leucht­en” die Mehrzahl von Leuchte sein. Dann erscheinen in der Vorstel­lung min­destens zwei Leucht­en, die zum Denken gehören. Bei­de Vari­anten sind plausibel.

Wenn “des Denkens Leucht­en” auf die zweite Art ver­standen wird, sind es min­destens zwei. Nach meinem Dafürhal­ten sind damit die bei­den Gehirn­hälften gemeint, durch die wir über zwei unter­schiedliche Denkweisen ver­fü­gen. Durch die linke Gehirn­hälfte kön­nen wir an Tat­sachen ori­en­tiert, lin­ear, abstrakt, logisch und struk­turi­ert die Real­ität erfassen. Durch die rechte Gehirn­hälfte kön­nen wir bild­haft, ganzheitlich, assozia­tiv, phan­tasievoll und kreativ neu-schöpferisch geistig tätig sein. Demzu­folge fordert mich der erste Halb­satz des Mantras dazu auf, bei­de Arten geistiger Aktiv­ität soll kraftvoll, also aktiv und wil­len­shaft, zu gebrauchen.

Und warum wird das Bild der Leuchte, der Fack­el gewählt, die ent­facht, entzün­det wer­den muss? Rudolf Stein­er betont, dass es ein Denken gibt, das an das Gehirn gebun­den ist, und ein anderes. Im Bild der bren­nen­den, licht­spenden­den Leuchte sehe ich das freie Denken im Sinne Rufolf Stein­ers. In der noch nicht entzün­de­ten Leuchte hinge­gen das ans Gehirn gebun­dene Denken im Sinne des fol­gen­den Zitates: „Mit diesem Denken hat es näm­lich fol­gende Bewandt­nis. Dieses Denken, das also jede Seele heute in sich als eine Kraft haben kann, hat gewis­ser­maßen zwei Gesichter, ist ein Januskopf. Dieses Denken ist entwed­er vom Gehirn abhängig, bringt nur das­jenige als Gedanken zum Bewußt­sein, was sich im Gehirn, im Ner­ven­sys­tem spiegelt. Dann ist dieses Denken mehr pas­siv, ist ein solch­es Denken, das sich anlehnen will an das Instru­ment des Gehirns. Oder aber dieses Denken kann sich schon ein­fach — ohne irgendwelche Med­i­ta­tion — durch inneres Aufraf­fen, dadurch daß es sein­er selb­st in sein­er wahren Wesen­heit sich bewußt wird, daß es sich los­reißen will von der Anlehnung an das Gehirn, freimachen: dann ist es ein mehr aktives Denken.

Bei­des sind Seit­en des gesun­den men­schlichen Denkens, wie es heute jede Seele haben kann. Denken ist in jed­er Seele, aber es kann in zweifach­er Weise benutzt wer­den. Zunächst so: der Men­sch kann sich in sich sel­ber erkraften, kann in sich sel­ber Gedanken prä­gen. Dann ist dieses Denken in sein­er Aktiv­ität so, daß es voll ent­ge­genkommt allem, selb­st den schein­bar gewagtesten Behaup­tun­gen der Geis­tes­forschung. Wenn aber dieses Denken sich nicht erkraften will, nicht in sein­er Aktiv­ität sich erfassen will, dann muß es sich anlehnen an das Instru­ment des Denkens, das Gehirn, dann bringt es über­haupt nur Gedanken her­vor, die mit dem Instru­ment des Gehirns erfaßt wer­den, dann denkt der Men­sch nicht aktiv, dann denkt er passiv.

Wichtiger fast als jede andere — allerd­ings nicht für die unmit­tel­bare Gegen­wart, son­dern für die Zukun­ft — ist die Ein­teilung in aktive Denker und pas­sive Denker. Diejeni­gen, die etwas von selb­ständi­gem, inner­lich freiem Denken in sich erkraften, die aktiv denken kön­nen, wer­den schon durch den Trieb dieses Denkens herzuge­drängt zu der geis­teswis­senschaftlichen Forschung. Diejeni­gen, die nicht tätig denken wollen, son­dern nur in Abhängigkeit vom Gehirn, wer­den sagen, die anthro­posophis­che Forschung ist Phan­tasterei, weil sie keinen Begriff haben von dem, was in einem freien Denken erfaßt wer­den kann, weil sie hingegeben sein wollen an das Instru­ment des Gehirns. So daß man sagen kann, daß sie nicht in sich selb­st denken wollen, nur in sich für sich sel­ber denken lassen.“ (Lit.:GA 152, S. 51f)

Der Ich-Sprech­er fordert sich also auf, sich selb­st diese Denk-Leucht­en zu ent­fachen — beziehungsweise sein Denken leucht­en zu lassen. Der Auf­bauprozess des Lebens muss in den Bewusst­sein erzeu­gen­den Abbauprozess, der einem Ver­bren­nen entspricht, umge­wan­delt wer­den, um Denken zu kön­nen. Das Bild der Licht erzeu­gen­den Flamme entspricht der eige­nen Wahrnehmung im Denkprozess. Wir sagen, “Mir ist ein Licht aufge­gan­gen”, wenn ein neuer Gedanke aufscheint.

Nach­dem das in diesem Mantra im Zen­trum ste­hende Denken charak­ter­isiert wurde durch die (bei­den) zu ent­fachen­den Denk-Leucht­en (bzw. das zu ent­fachende Denk-Leucht­en), wird nun gesagt, worüber gedacht wer­den soll: Das Erlebte soll sin­nvoll gedeutet wer­den. Das, was von außen an uns herange­tra­gen wird, die Wahrnehmungswelt und die auf uns wirk­enden anderen Lebe­we­sen bilden das, was wir im Leben erleben, was unser Schick­sal bildet. Dieses Erlebte sollen wir sin­nvoll deuten.

Geht das über­haupt? Sind die Ereignisse des Lebens immer sin­nvoll? Oder ist es nicht vor allem Zufall, was wir erleben? Das Mantra beant­wortet diese Frage mit einem deut­lichen Ja! Rudolf Stein­er sagt: “Wer das richtige Gefühl erlan­gen will gegenüber dem Denken, der muß sich sagen: Wenn ich mir Gedanken machen kann über die Dinge, wenn ich durch Gedanken etwas ergrün­den kann über die Dinge, so müssen die Gedanken erst darin­nen sein in den Din­gen. Die Dinge müssen nach den Gedanken aufge­baut sein, nur dann kann ich die Gedanken auch her­aus­holen aus den Din­gen.” (Lit.: GA 108, S. 259) Auf mein Leben, mein Erlebtes bezo­gen bedeutet dies, wenn in meinen Erleb­nis­sen ein Sinn erkennbar sein soll, muss dieser im Gang der Ereignisse bere­its enthal­ten sein. Der Sinn ist keine Hinzufü­gung des Denkens.

Das Erlebte soll aus dem Kräfte­quell des Wel­tengeistes sin­nvoll gedeutet wer­den. Es sind die Kräfte, die dem Wel­tengeist entquellen, die das Leben weisheitsvoll arrang­ieren, wodurch es im Nach­hinein sin­nvoll gedeutet wer­den kann. Doch was ist der Wel­tengeist und was ist sein Kräfte­quell? Schon ein­mal spielte der Wel­tengeist im See­lenkalen­der eine Rolle. Im Mantra 24 X strebte er fort. Dieses Mantra spiegelt mit dem gegen­wär­ti­gen Mantra 29 c. Dadurch kann ich annehmen, dass der Wel­tengeist nun eine ent­ge­genge­set­zte Bewe­gung vol­lzieht: er naht sich durch die ihm entquel­len­den Kräfte. Und was ist nun mit dem Kräfte­quell des Wel­tengeistes wirk­lich gemeint? Mit dem Wort Quell ist das Bild des strö­menden Wassers ver­bun­den. Eine Vielzahl an Kräften entströmt — gle­ich mehreren Flüssen — diesem Quell. Den Wel­tengeist ver­ste­he ich als das Weisheit­sprinzip in der Welt. Die aus dem Wel­tengeist her­vorquel­len­den Kräfte erlebe ich als die Zeit. Sie ist kein monot­o­nes, gle­ich­för­miges Strö­men, son­dern eine Vielzahl weisheitsvoll zusam­men­wirk­ender Kräfte. Im Früh­ling wirken sie ganz anders als im Herb­st. Der See­lenkalen­der eröffnet eine noch weit dif­feren­ziert­ere Sicht auf die wirk­enden Kräfte im Jahres­lauf. Dem Wel­tengeist entströ­men 52 Wochen-Kräfte, die mir die sin­nvolle Deu­tung meines Lebens ermöglichen, weil sie beim Zus­tandekom­men mein­er Erleb­nisse wirk­sam beteiligt waren.

Die sin­nvolle Deu­tung mein­er Erleb­nisse erschließt sich jedoch nicht sofort, denn sie ist mir Som­mererbe, Herb­stes­ruhe und auch Win­ter­hoff­nung. Die Deu­tung, so ver­ste­he ich das Mantra, vol­lzieht sich in drei Schrit­ten: als Som­mererbe, Herb­stes­ruhe und Winterhoffnung.

Was ist also das Som­mererbe? Das Som­mer-Hal­b­jahr ste­ht für den Wahrnehmungs­bere­ich der Seele, wie Rudolf Stein­er in der Ein­leitung der ersten Aus­gabe des See­lenkalen­ders deut­lich macht: “Es kann vielmehr fühlen der Men­sch sein an die Sinne und ihre Wahrnehmungen hingegebenes Wesen als entsprechend der licht- und wärme-durch­wobe­nen Som­mer­natur.” Seine Erleb­nisse in Form von Wahrnehmungen hat der Denk-Men­sch vom Som­mer geerbt. Sie bedeuten sein Sommererbe.

Und welch­er Prozess wird durch Herb­stes­ruhe ins Bild gebracht? Die Deu­tung der Wahrnehmung muss in inner­er Ruhe, in med­i­ta­tiv­er Versenkung ohne Vor-Urteil geschehen. So wie sich ein Blatt oder eine reife Frucht vom Baum löst, soll auch die Deu­tung dem Ich-Sprech­er ein­fall­en. Gelingt dies, wird das Erlebte zur Win­ter­hoff­nung. Eine solche wirk­lich reife Deu­tung des eige­nen Schick­sals verän­dert das Selb­st­bild, sie gle­icht ein­er inneren Neuge­burt. Die Win­ter­hoff­nung ist die Hoff­nung auf die Geist­ge­burt im Innern, das gegen­wär­tige, lebendi­ge Erleb­nis der Christ­ge­burt im eige­nen Herzen. Angelus Sile­sius spricht es so aus: “Und wäre Chris­tus tausend­mal in Beth­le­hem geboren, und nicht in dir: Du bliebest doch in alle Ewigkeit verloren.”

Im Bud­dhis­mus gibt es einen zen­tralen Dreis­chritt, der mein­er Mei­n­ung nach den drei Bild-Worten Som­mererbe, Herb­stes­ruhe und Win­ter­hoff­nung entspricht. Das sind: Sichtweise, Med­i­ta­tion und Hand­lung. Als Viertes tritt die Frucht, das Ergeb­nis der Hand­lung hinzu, ihre befürchtete (neg­a­tive) karmis­che Folge.  Diese Schritte sind die Grund­lage des Vajrayana Bud­dhis­mus. Auch wenn die ver­mit­tel­ten Erk­lärun­gen dieser Begriffe im Bud­dhis­mus viel umfan­gre­ich­er und auf die Lehre der Erleuch­tung beschränkt gegeben wer­den, so lassen sich darin doch die oben schon beschriebe­nen Erken­nt­niss­chritte wiederfind­en: Sicht ist unschw­er als die Wahrnehmung, als das Som­mererbe zu erken­nen. Herb­stes­ruhe bedeutet wie schon erwäh­nt die Med­i­ta­tion. Und Hand­lung fol­gt aus der durch Med­i­ta­tion gewonnenen Geis­te­shal­tung. Doch im Vajrayana Bud­dhis­mus tritt die Furcht vor den karmis­chen Fol­gen der Hand­lun­gen hinzu. Sie ste­ht in direk­tem Gegen­satz zur Hoff­nung des drit­ten Schrittes, zur der Win­ter­hoff­nung. Darin zeigt sich ein Unter­schied zwis­chen diesem Bud­dhis­mus zu dem von Rudolf Stein­er ver­mit­tel­ten Chris­ten­tum: “Und zwar lehrt uns die okkulte, die hellse­herische Forschung, daß in unserm Zeital­ter das Wichtige ein­tritt, daß der Chris­tus der Herr des Kar­ma für die Men­schheit­sen­twick­elung wird. .… Und je mehr dieses Gefühl, das eine erhöhtere Bedeu­tung noch haben wird als das abstrak­te Gewis­sen, sich aus­bilden wird, desto mehr wird die Äthergestalt des Chris­tus in den näch­sten Jahrhun­derten sicht­bar wer­den.“ (Lit.: GA 131, S. 77ff) Das Schauen des ätherischen Chris­tus in unser­er seel­isch win­ter­lich kalten Welt ist tat­säch­lich Winterhoffnung.

Noch im Mit­te­lal­ter, so sagt Rudolf Stein­er, erlebten die Men­schen entsprechend der bud­dhis­tis­chen Ansicht die Strenge des Geset­zes. „Wenn der Men­sch durchge­gan­gen ist durch die Pforte des Todes und durch­lebt hat jene Zeit, in welch­er er Rückschau hal­ten kann auf das bish­erige Erden­leben, durch­lebt hat die Zeit bis zu dem Punkt, da er den Äther­leib abgelegt hat, wenn der Men­sch überge­ht in die Kamalo­ka-Zeit, dann tritt er vor zwei Gestal­ten hin. Gewöhn­lich wird nur eine von diesen erwäh­nt, aber wir kön­nen der Voll­ständigkeit hal­ber sagen: Es tritt der Men­sch vor sein­er Kamalo­ka-Zeit vor zwei Gestal­ten hin, das gilt allerd­ings nur für die Men­schen des Abend­lan­des und für alle diejeni­gen Men­schen, welche mit der Kul­tur dieses Abend­lan­des in den let­zten Jahrtausenden einen Zusam­men­hang gehabt haben. Moses ist die eine – der Men­sch weiß ganz genau, daß er Moses gegenüber­tritt –, die ihm vorhält die Geset­zestafeln, im Mit­te­lal­ter nan­nte man es «Moses mit dem schar­fen Gesetz», und der Men­sch hat ganz genau in sein­er Seele das Bewußt­sein, inwiefern er bis in das Inner­ste sein­er Seele abgewichen ist von dem Gesetz. Die andere Gestalt ist diejenige, die man nen­nt «den Cherub mit dem feuri­gen Schw­ert», der da entschei­det über diese Abwe­ichung. Das was da dem Men­schen ent­ge­gen­tritt durch diese zwei Gestal­ten, es stellt gewis­ser­maßen das karmis­che Kon­to fest. Diese Tat­sache geht in unser­er Zeit ein­er Änderung ent­ge­gen. Es wird der Chris­tus der Herr des Kar­ma. Nehmen wir an, irgen­dein Men­sch hätte dieses oder jenes Böse getan, so muß er ein Gutes tun, welch­es aus­gle­icht das Böse. Aber dieses Gute, das kann er in zweifach­er Weise tun, so daß es für ihn die gle­iche Anstren­gung bedeutet, wenn es nur weni­gen Men­schen zugute kommt oder so, daß es für ihn die gle­iche Anstren­gung bedeutet, wenn es vie­len Men­schen zum Heile gere­icht. Daß unser karmis­ches Kon­to in der Zukun­ft so aus­geglichen wird, das heißt in eine solche Wel­tord­nung hineingestellt wird gegen die Zukun­ft, wenn wir den Weg zum Chris­tus gefun­den, daß die Art unseres karmis­chen Aus­gle­ich­es das größt­möglich­ste Men­schen­heil für den Rest der Erden­twick­elung her­vor­rufe, das wird die Sorge Christi sein. Mit dieser Über­tra­gung des Richter­amtes über die men­schlichen Tat­en an den Chris­tus ist aber verknüpft, daß dieser Chris­tus auch unmit­tel­bar ein­greift in die men­schlichen Geschicke. Die Men­schen wer­den nach und nach die Fähigkeit errin­gen, den karmis­chen Aus­gle­ich, die aus­gle­ichende Tat, die in der Zukun­ft geschehen muß, zu schauen wie im Traum­bilde.“ (Lit.: GA 130, S. 165ff) So wie das Schauen des ätherischen Chris­tus in unser­er seel­isch win­ter­lich kalten Welt tat­säch­lich Win­ter­hoff­nung ist, so bedeutet auch die Wen­dung zum größt­möglichen Guten des eige­nen Schick­sals, begrün­det Hoff­nung haben zu können.

Ergänzung

Som­mererbe, Herb­stes­ruhe und Win­ter­hoff­nung gehen her­vor aus der sin­nvollen Deu­tung des Erlebten unter Zuhil­fe­nahme des Wel­tengeistes Kräfte­quell. Für mich bedeuten diese drei Bilder nicht nur Erken­nt­nis­sta­tio­nen. Sie weisen hin auf die drei höheren Wahrnehmungs­fähigkeit­en des Men­schen: Imag­i­na­tion, Inspi­ra­tion und Intu­ition. Die vie­len Wahrnehmungen z.B. der Natur kön­nen sich als Erbe des Som­mers zum Urbild verdicht­en und Imag­i­na­tion, geistiges Bild wer­den. In der Herb­stes­ruhe lässt sich der Stille und den daraus her­vortö­nen­den Inspi­ra­tio­nen lauschen. So wie der Herb­st das Skelett der Bäume, das Ast­werk hin­ter dem Gewoge der Blät­ter zur Erschei­n­ung bringt, gelingt der Inspi­ra­tion die Erken­nt­nis der Struk­turen, das Lesen der okkul­ten Schrift, wodurch die Imag­i­na­tio­nen erst ver­ständlich wer­den. Win­ter­hoff­nung bedeutet die Hoff­nung auf Wesens­begeg­nung durch Intu­ition, ein Wei­h­nacht­sereig­nis, das sich jed­erzeit ereignen kann.