
Der Zeit-Impuls des Mantras 15 O ergießt sich dreifach
| Vergangenheit-Vorbereitung | Gegenwart-Geist-Impuls | Zukunft-Vollendung |
| 14 N
An Sinnesoffenbarung hingegeben Verlor ich Eigenwesens Trieb, Gedankentraum, er schien Betäubend mir das Selbst zu rauben, Doch weckend nahet schon Im Sinnenschein mir Weltendenken. .… |
15 O
Ich fühle wie verzaubert Im Weltenschein des Geistes Weben, Es hat in Sinnesdumpfheit Gehüllt mein Eigenwesen, Zu schenken mir die Kraft, Die ohnmächtig sich selbst zu geben Mein Ich in seinen Schranken ist. |
16 P
Zu bergen Geistgeschenk im Innern, Gebietet strenge mir mein Ahnen, Dass reifend Gottesgaben In Seelengründen fruchtend Der Selbstheit Früchte bringen. .… .… |
Der Zeitimpuls von 15 O:
vorbereitet durch (14 N)
vollendet durch (16 P)
15 O — das Mantra der Woche: das
14 N — die Vorbereitung: Das Mantra
16 P — die Vollendung: Das Mantra

Mittelteil: Kreuzigung mit Seelenkalender und Krisensprüchen
Seite links: die Eltern bringen Maria in den Tempel; echts: Joachim und Anna unter dem Goldenen Tor
Hans Suess von Kulmbach 1510
Der Zeitimpuls könnte „Besitz, Haben – als Verlust und Geschenk“ heißen für die drei Sprüche:
Tierkreisebene: Fische
Sein und Haben sind die großen Kategorien, die zum Menschen gehören. Vielleicht steht die ganze Jahreshälfte der aufsteigenden Sonne unter dem Aspekt des Seins, die absteigende unter dem des Habens. Ganz offensichtlich beherrscht dieses Thema die Pyramidenseite (Kreis-Osten-Ich bzw. Ei-Norden-Physis) zwischen den Krisensprüchen 7 G und 20 T. Ab 7 G geht es um Verlust bis 14 N, nun um schenken und später um das Geschenk.
An der Physis spiegelt sich das Ich und Selbstbewusstsein des Menschen, durch die Leiber kann er es wahrnehmen. Die Wesensglieder sind sein Haben, seine Geschenke der höheren Hierarchien. Durch sein Ich muss sich der Mensch eigene Hüllen erschaffen aus den geschenkten Wesensgliedern, er muss sie umarbeiten in Geistselbst, Lebensgeist und Geistmensch.
14 N: Durch die Hingabe an die Sinnesoffenbarung verlor ich Eigenwesens Trieb, Ich verlor den Abgrenzungstrieb, der mich zum Eigenwesen macht. Der Gedankentraum schien mir betäubend das Selbst zu rauben. Wenn die Welt in mir denkt, ich also nicht aktiv mein Denken führe, sondern ein Fluss von Gedanken durch mich fließt, ein ständiges Selbstgespräch, betäuben mich diese Gedanken. Sie gaukeln mir eine andere Realität vor, als sie wirklich ist. Durch Projektion verlagere ich Probleme von mir nach außen, schiebe sie anderen Menschen in die Schuhe und verleugne sie und dadurch mein wahres Selbst. Die Welt stellt sich mir als Realität und Wahrnehmungsgrenze dar und ist doch eigentlich Maya, Ergebnis der hinter ihr stehenden geistigen Kräfte. Dadurch erhalte ich den Eindruck auf meinen Leib zwischen Geburt und Tod begrenzt zu sein, was mich eigentlich auf die Tierstufe zurückwirft und mein menschliches Selbst raubt.
Das Weltendenken naht mir als Rettung aus dem Sinnenschein.
Der Sinnenschein enthält weniger überwältigende Überzeugungskraft als die Sinnesoffenbarung. Hier kann ein Selbstgefühl als wahres geistiges Selbst leichter aufrechterhalten werden, bzw. gewonnen werden. Im Weltendenken erkenne ich, dass ich als Selbst gewollt bin, von Gott gewollt als Freiheit erringendes Einzelwesen. Ich erkenne die Berechtigung und damit die Erlaubnis des Selbst-Seins.
15 O: Aus dem Weltendenken ist ätherisch schaffende, wirkende, webende Realität geworden. Die unmittelbare Geist-Erfahrung des Weltendenkens tritt zurück, der Geist wirkt wie verzaubert in diesem Weben. Mein Ich wird dadurch in Sinnesdumpfheit eingehüllt. Auch ich steige herab und verliere die Klarsicht. Doch dieser Vorgang ist notwendig um meinem Ich Kraft zu schenken, die es anders als durch Inkarnation nicht gewinnen könnte.
Das lässt den Rückschluss zu, dass mir in 14 N das Selbst nur droht geraubt zu werden in den höchsten Geisteshöhen, wenn das Ich zu wenig Kraft hat es aufrecht zu erhalten. Verstehe ich das Ich als die Kraft, die Inkarnation und Exkarnation durchmacht und verbindet, so ist das Selbst der Pol des Sonderwesens, des Inkarniertseins. Das Aufgehen in der allgemeinen Geistigkeit dagegen der andere Pol, dem der Wahrnehmungsvorgang, das Eins-Werden mit dem Wahrnehmungsgegenstand, das Hineinschlafen in diesen, entspricht. Beides ist notwendig und das Ich muss die Kraft haben, den einen Zustand in den anderen zu überführen – beide im Gleichgewicht zu halten. Es scheint mir, dass gerade für den Inkarnationsvorgang das Ich bisher noch auf Hilfe angewiesen ist. Das Geschenk ist also nicht die Kraft selber, die erwirbt sich das Ich nach und nach durch die Inkarnationen selbst. Die Voraussetzung für diesen Krafterwerb erhält es aber geschenkt. An der Bildung der verschiedenen Wesensglieder arbeiten hohe geistige Wesen mit.
16 P: Aus dem Prozess des Schenkens in 15 O ist das Geschenk geworden, dass es im Innern zu bergen gilt. Die reifenden Gottesgaben könnten die Wesensglieder sein, die zu den höheren Wesensgliedern heranreifen sollen durch das Voranschreiten des göttlichen Wirkens. Ich könnte auch sagen, dass die Gottesgaben die Anlagen zu den höheren Wesensgliedern sind. Bis hier ist Götterwirken am Werk. Die Selbstheit ist hier vorhanden, es handelt sich um den Pol des Inkarniert-Seins. Die Gottesgaben sollen in den Seelengründen fruchten, die Seelengründe befruchten und der Selbstheit Früchte bringen. Das ist der menschliche Anteil am Prozess, das muss der Mensch leisten; die Umgestaltung der Wesensglieder ist sein Werk. Die Selbstheit erscheint hier wie der Baum, an dem die Früchte reifen durch das befruchtende Wirken der sich stets weiter entwickelnden Gottesgaben.
Es könnte sich auch um die Begabungen handeln, die ein Mensch ins Leben mitbringt. Im tibetischen Lebensrad genießen die Götter die Früchte des Baumes, dessen Wurzeln die Asuras pflegen müssen. Wenn die Früchte aufgebraucht sind, müssen die Götter den Himmel verlassen, sie steigen ab und werden Asuras. Auch die Geschichte des Sündenfalls gehört wohl zu diesen Früchten. Hier war die Gottesgabe eine luziferische, die die Menschenseele aufnehmen musste, weil die Zeit dafür reif war. Die Frucht, die daraus werden soll ist die Freiheit.
Weitere Themen:
GA 143 Karma als Geschenk der guten Götter:
Die drei Wege der Seele zu Christus, Zweiter Vortrag, Stockholm, 17. April 1912; Der Weg der Initiation:
„Gestern wiesen wir darauf hin, daß Gebrechlichkeit, Siechtum, Krankheit und Tod zusammenhängen mit dem Nichtübereinstimmen unseres von dem luziferischen Prinzipe durchzogenen Ich mit unserer Organisation. Letzten Endes hängt der Tod zusammen mit dem luziferischen Prinzip, und zwar auf eine sehr besondere Weise. Es wäre eine ganz falsche Auffassung, wenn man annehmen würde, daß Luzifer den Tod gebracht hat. Luzifer hat nicht den Tod gebracht. Er hat gebracht, was wir nennen können die Möglichkeit des Irrtums, auch des moralischen, die Differenzierung der Menschen in Rassen und die Möglichkeit der Freiheit. Das hat Luzifer gebracht. Wenn alles das, was Luzifer gebracht hat, allein wirksam gewesen wäre in der Menschheit, wenn ihm nichts entgegengesetzt worden wäre, dann hätte dieses luziferische Prinzip dazu geführt, daß die Menschheit aus der fortlaufenden göttlichen Evolution herausgefallen, herausgebrochen wäre. Die Menschheit hätte sich zwar vergeistigt, aber nach einer ganz anderen Seite hin, als wohin die fortschreitende göttliche Evolution ging. Um die Menschheit innerhalb dieser göttlichen Evolution zu erhalten, um sie nicht verlorengehen zu lassen für die göttliche Evolution, mußte eine besondere Einrichtung getroffen werden: daß der Mensch immerfort daran gemahnt wird, was es für Folgen hat, wenn er die Möglichkeit des Irrtums und der Freiheit mißbraucht. Alle Krankheit, Gebrechlichkeit, Siechtum und Tod sind Mahnungen, daß der Mensch sich entfernen müßte von der fortlaufenden göttlichen Evolution, wenn er zu der Möglichkeit der luziferischen Freiheit auch noch gesund und kraftvoll wäre. So sind Krankheit, Siechtum und Tod nicht Gaben des Luzifer, sondern Gaben der guten, weisheitsvollen göttlichen Mächte, die damit einen Damm vorgesetzt haben den Einflüssen des Luzifer.
So müssen wir sagen: Alles, was uns entgegentritt in der Welt als von außen kommendes fortgesetztes menschliches Übel, als Krankheit und Tod, das ist da, damit wir Menschen an das Erdendasein so lange gefesselt bleiben, bis wir Gelegenheit haben zum Gutmachen, damit wir eine Erziehung haben, uns an unsere Organisation anzupassen. Wir leiden, damit wir aus unserem Leid heraus die Erfahrungen schöpfen, den Ausgleich zu finden für unser von Luzifer durchzogenes Ich und unsere göttlich durchzogene Organisation. Unsere Organisation entfällt uns so oft, bis wir uns ganz durchdrungen haben in unserem Ich von den Gesetzen der im göttlichen Sinne fortschreitenden Evolution. Jeder Tod ist damit der Ausgangspunkt für etwas anderes. Es kann der Mensch nicht sterben, ohne daß er mitnimmt das, was ihm die Möglichkeit gibt, einstmals den Tod zu überwinden in seinen fortlaufenden Inkarnationen. Alle Schmerzen sind da, damit wir aus den Leiden heraus die Erfahrungen schöpfen, wie wir uns unserer fortlaufenden göttlichen Organisation anzupassen haben“ (GA 143, S. 138ff).
Ich: Die Lebenszeit, das Älter-Werden ist also eine Gottesgabe, die Früchte bringen soll durch die in dieser Zeit gemachten Erfahrungen. Offensichtlich haben die reifenden Gottesgaben auch mit dem Alter zu tun, denn erst mit 21 Jahren ist die Organisation des Menschen fähig, das Ich als Geschenk der guten Götter zu beherbergen. Alles was zu infantileren Reifestufen gehört, ist luziferisches Ich-Bewusstsein bzw. Selbstgefühl und muss durch die Hingabe und Demut an das Schicksal, das Karma, überwunden, sozusagen verlangsamt werden.
Anthrowiki.at: Vishvakarman
Vishva Karman
Vishva Karman (auch Vishvakarma) (skrt. विश्वकर्मा viśvá-karman, der All-Tätige oder Ur-Tätige) gilt in der indischen Überlieferung als Sohn des Brahma und als der Weltenkünstler, der Weltenbaumeister oder Demiurg, der die Schöpfung tätig hervorgebracht hat. Als der eigentlich tätige Erschaffer der Welt wird er Prajapati gleichgesetzt. Er ist als solcher zugleich das männliche Schöpfungsprinzip, das das Weltenwort Vâc hervorbringt, das in weiblicher Gestalt als die Göttin Saraswati erscheint. Mit ihr als Gefährtin verbindet sich Prajapati, um den ganzen Reichtum der Schöpfung zu zeugen[1].
Im Wort Karman, das das schöpferische Tun bezeichnet, steckt schon das Karma, das Schicksal drinnen. Vishva Karman ist der, der das Weltenschicksal bestimmt. Die 7 heiligen Rishis, die großen geistigen Führer der urindischen Kultur, sahen in ihm einen Abglanz des aus dem Sonnendasein zur Erde herabsteigenden Christus; er ist nach Rudolf Steiner “derjenige, der dem Menschen vorher schon, bevor er auf der Erde aufgetreten ist, heruntergesandt hat die Möglichkeit des Karma.” (Lit.: GA 107, S. 250f)
Die schöpferische Allmacht Gottes offenbart sich zu Beginn der 7‑gliedrigen Planetenkette, also am ersten großen Schöpfungstag, dem alten Saturn, am deutlichsten, denn nur hier handelt es sich um eine reine Schöpfung aus dem Abgrund und in das völlige Nichts hinein. Jede weitere Schöpfungsperiode blickt schon auf vergangene schöpferische Taten zurück, mit dem sie durch das Weltenkarma verbunden ist. Erst am Ende des 7. großen Schöpfungstages wird dieses Weltenkarma wieder vollständig aufgelöst sein und die Schöpfung in den Schoß des Abgrundes versinken. Die Erdentwicklung, die wir gerade durchleben, bezeichnet die Mitte der Weltentwicklung, sie ist das 4. Glied der Planetenkette, und hier hat sich am meisten Weltenkarma angehäuft, in das wir als Menschen zwangsläufig mitverstrickt sind. Durch die Allmacht Gottes wurde das Weltenkarma geschaffen. Die sich offenbarende All-Tat Gottes ist der Christus, den die alten Inder als Vishva Karman kannten. Die Zukunft dient der Auflösung des Weltenkarmas, das nun die Gottheit, die sich in Gestalt des Sohnes in die völlige Ohnmacht des Opferlammes begeben hat, auf sich nimmt.
Vishva Karman in der Überlieferung des Rigveda 10,81
Der alle Schöpfung dargebracht, der Seher, /
der Priester ließ sich nieder, unser Vater.
Mit Segenswünschen zog er in die jüngsten /
Geschöpfe ein; Vergangenes verbarg er.
Doch wo ließ er sich nieder? Welchen Ursprung /
verbarg er? Welches war der erste Anfang
aus dem die Erde er, All-Tat[2], erzeugte, /
den Himmel er, All-Auge[3], ganz enthüllte?
Das Auge aller: Er; und aller Mund: Er; /
und aller Wesen Arm und Fuß: so facht Er
die Glut mit beiden Armen an, mit Flügeln /
treibt Erd und Himmel Gott hervor, der Eine.
Was war das Holz? Was war der Baum, woraus sie /
den Himmel und die Erdenwelt erbauten?
Ihr Denker forscht mit Denken nach: Was war es, /
worauf er stand, als er die Wesen austrug?
Die ältesten, die jüngsten deiner Welten, /
die Mitte auch vermittle du uns, All-Tat;
bring dich den Freunden bei, bring dich beim Opfer /
leibhaftig selber dar, dich selbst verwandelnd!
Gestärkt dann durch dein Eigen-Opfer, All-Tat, /
verwandle opfernd Erdenwelt und Himmel!
Und wenn auch alle andern rings verwirrt sind, /
so soll uns hier ein Opferherr beschenken!
Den Herrn der Rede[4], All-Tat, der Gedanken /
in uns erweckt, den rufen wir zum Wettstreit!
Erfreue dich am Liederruf, All-Helfer[5]! /
Der Lieder Ursprung steh uns bei, All-Wohltat[6]!
Die Hymne besteht aus sieben Strophen oder Langversen (Trshtubh) aus jeweils vier Elfsilblern mit inhaltlich bewusst gegliederter 7er-Symmetrie: Weltschöpfung und Selbstopfer, gespiegelt an der kosmisch selbst-versenkten Mitte des vierten Verses, darin vergleichbar und verwandt dem berühmten Schöpfungshymnus Rigveda 10,129.
Das Urwort:
Anthrowiki.at: Vac
Vâc
Vāk wird oft der Göttin Saraswati gleichgesetzt.
Vâc (auch Vâk; Sanskrit, Rede, Stimme) ist nach der Lehre der Veden, die auf die 7 heiligen Rishis zurückgeht, das Urwort, der Logos, aus dem die ganze Schöpfung hervorgegangen ist, vergleichbar dem schaffenden Weltenwort Honover der persischen Mythologie, und in diesem Sinn identisch mit dem Christus, von dem es zu Beginn des Johannes-Evangeliums heißt: Im Anfang war das Wort … (Joh 1,1 LUT).
Im Hinduismus wird vâc auch mit der Göttin Saraswati identifiziert, der weiblichen Kraft (Shakti) Brahmas. Hervorgebracht wird sie dabei von Prajapati (Sanskrit प्रजापति, prajā-pati, Herr der Geschöpfe), der als androgyne Schöpfergottheit der Herr der Fortpflanzungskräfte und Beschützer des Lebens ist und die eigentlich tätige Schöpferkraft Brahmas darstellt und ursprünglich als Vishvakarman über den anderen vedischen Göttern stand. Er ist zugleich das männliche Schöpfungsprinzip, das das Weltenwort Vâc hervorbringt, das in der weiblichen Gestalt der Göttin Saraswati erscheint. Mit ihr als Gefährtin verbindet sich Prajapati, um den ganzen Reichtum der Schöpfung zu zeugen[1]. Nach Rudolf Steiner ist Vishvakarman identisch mit dem kosmischen Christus.
“Diese Urlehre enthielt ungefähr dasjenige, was wir heute kennenlernen als die Evolution der Menschheit durch die planetarischen Zustände von Saturn, Sonne, Mond, Erde, Jupiter, Venus, Vulkan. Die Geheimnisse der Evolution waren hineingeheimnißt in die sieben Glieder der Loge, von denen ein jedes eine Stufe im Fortschritt der Menschheit bedeutete.
Das sah der Schüler. Er sah es nicht nur, er hörte es sogar, wenn er sich erhob in das Devachan, in die devachanische Welt: denn diese Welt ist eine Welt des Tönens. Da hörte er den Sphärenklang der sieben Planeten. Er sah in der astralischen Welt das Bild; in der devachanischen Welt hörte er den Ton, und in der obersten, der höchsten der Welten, erlebte er das Wort. Wenn also der indische Schüler sich erhob in das obere Devachan, so nahm er durch die Sphärenmusik und durch das Sphärenwort wahr, wie der Urgeist Brahma sich gliedert durch die Evolution, in der siebengliedrigen Planetenkette, und er hörte das aus dem Urwort Vâc. Das war die Bezeichnung des Urtones der Schöpfung, den der Schüler hörte; darinnen hörte er die ganze Weltenentwickelung. Das in sieben Glieder gespaltene Wort, das Urwort der Schöpfung, das wirkte in der Seele des Schülers, das Urwort, das er den Nichteingeweihten ungefähr so beschrieb, wie wir heute beschreiben würden unsere Weltenevolution.” (Lit.: GA 106, S. 56f)
“Dem indischen Schüler wurde die Menschengestalt, das Urbild, im oberen Devachan klar wahrnehmbar. Dann umhüllte es sich im niederen Devachan mit einer astralischen Hülle, die in sich die Kräfte hatte, Liebe zu entwickeln. Die Liebe, den Eros, nannte man Kama. So bekommt Kama einen Sinn für die Erdenentwickelung. Es kleidete sich das göttliche Wort, das Brahman, in Kama, und durch das Kama hindurch tönte dem Schüler das Urwort heraus. Das Kleid der Liebe war Kama, das Kleid des Urwortes Vâc, des Wortes Vâc, das dem lateinischen «vox» zugrunde liegt. Und so empfand der Schüler im innersten Wesen, daß sich das Gotteswort ein astralisches Liebeskleid umgelegt hatte, und nun sagte er sich: Der Mensch, der heute aus vier Gliedern besteht, aus dem physischen Leibe, dem Ätherleib, dem Astralleib und dem Ich, dieser Mensch hat als höchstes Glied sein Ich. Und dieses Ich stieg hinunter in das Liebeskleid und bildete sich Kama-Manas. Das war das innerste Wesen des Menschen, Kama war es, in das sich Manas kleidete: das war das Ich. Aber wir wissen auch, daß dieses innerste Wesen herausentwickeln wird drei Glieder, die höher sind, die wandeln die niederen Glieder um, wandeln auch den physischen Leib um, und wie das Manas aus der Astralhülle wird, wie dem Prana die Budhi auf höherer Stufe entspricht, so wird der physische Leib, wenn er ganz vergeistigt sein wird, Atma sein. Alles das war aber schon keimhaft veranlagt in der Vâc, und ein Vedasatz erinnert noch daran, wie der Schüler das Geheimnis des innersten Wesens zum Ausdruck brachte.
Wir wissen, daß der physische Leib auf dem Saturn, der Ätherleib auf der Sonne, der Astralleib auf dem Monde, und das Ich auf der Erde erst entstanden ist. Aber die wahre, ursprüngliche Menschenanlage, das Urwort Vâc, hatte auch schon die drei folgenden Glieder in sich. Drei höhere Glieder hat der Mensch noch zu erwarten, dann wird er erst ein getreues Abbild des Schöpfungswortes, des Urwortes sein. Und darauf sollte der Schüler hingewiesen werden, daß nur dem Eingeweihten die wahre Natur des physischen, ätherischen und astralischen Leibes klar sein konnte. Heute ist der Mensch er selbst nur, wenn er sein «Ich bin» ausspricht, wenn er das ins Auge faßt, was ganz sein eigen ist. Nur da ist er ganz Mensch. Die anderen Glieder sind zwar auch offenbar, aber da ist er noch unbewußt. Aber im vierten ist die Vâc offenbar geworden: «Im vierten spricht der Mensch!» Das war der Satz des Veda. Wenn das Wort des Ich ertönt, so tönt der vierte Teil der Vâc. Der Vedasatz hieß: «Vier Vierteile der Vâc sind bemessen; drei sind im Verborgenen bewahrt und rühren sich nicht; nur das vierte Vierteil sprechen die Menschen.»[2]” (Lit.: GA 106, S. 58f
