Der Zeit-Impuls des Mantras 15 O ergießt sich dreifach

Ver­gan­gen­heit-Vor­bere­itung Gegen­wart-Geist-Impuls Zukun­ft-Vol­len­dung
14 N

An Sin­nesof­fen­barung hingegeben

Ver­lor ich Eigen­we­sens Trieb,

Gedanken­traum, er schien

Betäubend mir das Selb­st zu rauben,

Doch weck­end nahet schon

Im Sin­nen­schein mir Weltendenken.

.…

15 O

Ich füh­le wie verzaubert

Im Wel­tenschein des Geistes Weben,

Es hat in Sinnesdumpfheit

Gehüllt mein Eigenwesen,

Zu schenken mir die Kraft,

Die ohn­mächtig sich selb­st zu geben

Mein Ich in seinen Schranken ist.

16 P

Zu bergen Geistgeschenk im Innern,

Gebi­etet strenge mir mein Ahnen,

Dass reifend Gottesgaben

In See­len­grün­den fruchtend

Der Selb­stheit Früchte bringen.

.…

.…

Der Zeitim­puls von 15 O: 

vor­bere­it­et durch (14 N)

vol­len­det durch (16 P)

15 O — das Mantra der Woche: das

14 N — die Vor­bere­itung: Das Mantra

 

16 P — die Vol­len­dung: Das Mantra

Mit­tel­teil: Kreuzi­gung mit See­lenkalen­der und Krisensprüchen

Seite links: die Eltern brin­gen Maria in den Tem­pel; echts: Joachim und Anna unter dem Gold­e­nen Tor

Hans Suess von Kulm­bach 1510

 

 

Der Zeitim­puls kön­nte „Besitz, Haben – als Ver­lust und Geschenk“ heißen für die drei Sprüche:

Tierkreisebene: Fis­che

Sein und Haben sind die großen Kat­e­gorien, die zum Men­schen gehören. Vielle­icht ste­ht die ganze Jahreshälfte der auf­steigen­den Sonne unter dem Aspekt des Seins, die absteigende unter dem des Habens. Ganz offen­sichtlich beherrscht dieses The­ma die Pyra­mi­den­seite (Kreis-Osten-Ich bzw. Ei-Nor­den-Physis) zwis­chen den Krisen­sprüchen 7 G und 20 T. Ab 7 G geht es um Ver­lust bis 14 N, nun um schenken und später um das Geschenk.

 

An der Physis spiegelt sich das Ich und Selb­st­be­wusst­sein des Men­schen, durch die Leiber kann er es wahrnehmen. Die Wesens­glieder sind sein Haben, seine Geschenke der höheren Hier­ar­chien. Durch sein Ich muss sich der Men­sch eigene Hüllen erschaf­fen aus den geschenk­ten Wesens­gliedern, er muss sie umar­beit­en in Geist­selb­st, Lebens­geist und Geistmensch.

 

14 N: Durch die Hingabe an die Sin­nesof­fen­barung ver­lor ich Eigen­we­sens Trieb, Ich ver­lor den Abgren­zungstrieb, der mich zum Eigen­we­sen macht. Der Gedanken­traum schien mir betäubend das Selb­st zu rauben. Wenn die Welt in mir denkt, ich also nicht aktiv mein Denken führe, son­dern ein Fluss von Gedanken durch mich fließt, ein ständi­ges Selb­st­ge­spräch, betäuben mich diese Gedanken. Sie gaukeln mir eine andere Real­ität vor, als sie wirk­lich ist. Durch Pro­jek­tion ver­lagere ich Prob­leme von mir nach außen, schiebe sie anderen Men­schen in die Schuhe und ver­leugne sie und dadurch mein wahres Selb­st. Die Welt stellt sich mir als Real­ität und Wahrnehmungs­gren­ze dar und ist doch eigentlich Maya, Ergeb­nis der hin­ter ihr ste­hen­den geisti­gen Kräfte. Dadurch erhalte ich den Ein­druck auf meinen Leib zwis­chen Geburt und Tod begren­zt zu sein, was mich eigentlich auf die Tier­stufe zurück­wirft und mein men­schlich­es Selb­st raubt.

Das Wel­tendenken naht mir als Ret­tung aus dem Sinnenschein.

Der Sin­nen­schein enthält weniger über­wälti­gende Überzeu­gungskraft als die Sin­nesof­fen­barung. Hier kann ein Selb­st­ge­fühl als wahres geistiges Selb­st leichter aufrechter­hal­ten wer­den, bzw. gewon­nen wer­den. Im Wel­tendenken erkenne ich, dass ich als Selb­st gewollt bin, von Gott gewollt als Frei­heit errin­gen­des Einzel­we­sen. Ich erkenne die Berech­ti­gung und damit die Erlaub­nis des Selbst-Seins.

 

15 O: Aus dem Wel­tendenken ist ätherisch schaf­fende, wirk­ende, webende Real­ität gewor­den. Die unmit­tel­bare Geist-Erfahrung des Wel­tendenkens tritt zurück, der Geist wirkt wie verza­ubert in diesem Weben. Mein Ich wird dadurch in Sin­nes­dumpfheit einge­hüllt. Auch ich steige herab und ver­liere die Klar­sicht. Doch dieser Vor­gang ist notwendig um meinem Ich Kraft zu schenken, die es anders als durch Inkar­na­tion nicht gewin­nen könnte.

Das lässt den Rückschluss zu, dass mir in 14 N das Selb­st nur dro­ht ger­aubt zu wer­den in den höch­sten Geis­teshöhen, wenn das Ich zu wenig Kraft hat es aufrecht zu erhal­ten. Ver­ste­he ich das Ich als die Kraft, die Inkar­na­tion und Exkar­na­tion durch­macht und verbindet, so ist das Selb­st der Pol des Son­der­we­sens, des Inkarniert­seins. Das Aufge­hen in der all­ge­meinen Geistigkeit dage­gen der andere Pol, dem der Wahrnehmungsvor­gang, das Eins-Wer­den mit dem Wahrnehmungs­ge­gen­stand, das Hinein­schlafen in diesen, entspricht. Bei­des ist notwendig und das Ich muss die Kraft haben, den einen Zus­tand in den anderen zu über­führen – bei­de im Gle­ichgewicht zu hal­ten. Es scheint mir, dass ger­ade für den Inkar­na­tionsvor­gang das Ich bish­er noch auf Hil­fe angewiesen ist. Das Geschenk ist also nicht die Kraft sel­ber, die erwirbt sich das Ich nach und nach durch die Inkar­na­tio­nen selb­st. Die Voraus­set­zung für diesen Krafter­werb erhält es aber geschenkt. An der Bil­dung der ver­schiede­nen Wesens­glieder arbeit­en hohe geistige Wesen mit.

 

16 P: Aus dem Prozess des Schenkens in 15 O ist das Geschenk gewor­den, dass es im Innern zu bergen gilt. Die reifend­en Gottes­gaben kön­nten die Wesens­glieder sein, die zu den höheren Wesens­gliedern her­an­reifen sollen durch das Voran­schre­it­en des göt­tlichen Wirkens. Ich kön­nte auch sagen, dass die Gottes­gaben die Anla­gen zu den höheren Wesens­gliedern sind. Bis hier ist Göt­ter­wirken am Werk. Die Selb­s­theit ist hier vorhan­den, es han­delt sich um den Pol des Inkarniert-Seins. Die Gottes­gaben sollen in den See­len­grün­den frucht­en, die See­len­gründe befrucht­en und der Selb­s­theit Früchte brin­gen. Das ist der men­schliche Anteil am Prozess, das muss der Men­sch leis­ten; die Umgestal­tung der Wesens­glieder ist sein Werk. Die Selb­s­theit erscheint hier wie der Baum, an dem die Früchte reifen durch das befruch­t­ende Wirken der sich stets weit­er entwick­el­nden Gottesgaben.

Es kön­nte sich auch um die Begabun­gen han­deln, die ein Men­sch ins Leben mit­bringt. Im tibetis­chen Leben­srad genießen die Göt­ter die Früchte des Baumes, dessen Wurzeln die Asur­as pfle­gen müssen. Wenn die Früchte aufge­braucht sind, müssen die Göt­ter den Him­mel ver­lassen, sie steigen ab und wer­den Asur­as. Auch die Geschichte des Sün­den­falls gehört wohl zu diesen Frücht­en. Hier war die Gottes­gabe eine luz­iferische, die die Men­schenseele aufnehmen musste, weil die Zeit dafür reif war. Die Frucht, die daraus wer­den soll ist die Freiheit.

 

Weit­ere Themen:

GA 143 Kar­ma als Geschenk der guten Götter:

Die drei Wege der Seele zu Chris­tus, Zweit­er Vor­trag, Stock­holm, 17. April 1912; Der Weg der Initiation:

„Gestern wiesen wir darauf hin, daß Gebrech­lichkeit, Siech­tum, Krankheit und Tod zusam­menhän­gen mit dem Nichtübere­in­stim­men unseres von dem luz­iferischen Prinzipe durch­zo­ge­nen Ich mit unser­er Organ­i­sa­tion. Let­zten Endes hängt der Tod zusam­men mit dem luz­iferischen Prinzip, und zwar auf eine sehr beson­dere Weise. Es wäre eine ganz falsche Auf­fas­sung, wenn man annehmen würde, daß Luz­ifer den Tod gebracht hat. Luz­ifer hat nicht den Tod gebracht. Er hat gebracht, was wir nen­nen kön­nen die Möglichkeit des Irrtums, auch des moralis­chen, die Dif­feren­zierung der Men­schen in Rassen und die Möglichkeit der Frei­heit. Das hat Luz­ifer gebracht. Wenn alles das, was Luz­ifer gebracht hat, allein wirk­sam gewe­sen wäre in der Men­schheit, wenn ihm nichts ent­ge­genge­set­zt wor­den wäre, dann hätte dieses luz­iferische Prinzip dazu geführt, daß die Men­schheit aus der fort­laufend­en göt­tlichen Evo­lu­tion her­aus­ge­fall­en, her­aus­ge­brochen wäre. Die Men­schheit hätte sich zwar vergeistigt, aber nach ein­er ganz anderen Seite hin, als wohin die fortschre­i­t­ende göt­tliche Evo­lu­tion ging. Um die Men­schheit inner­halb dieser göt­tlichen Evo­lu­tion zu erhal­ten, um sie nicht ver­lorenge­hen zu lassen für die göt­tliche Evo­lu­tion, mußte eine beson­dere Ein­rich­tung getrof­fen wer­den: daß der Men­sch immer­fort daran gemah­nt wird, was es für Fol­gen hat, wenn er die Möglichkeit des Irrtums und der Frei­heit mißbraucht. Alle Krankheit, Gebrech­lichkeit, Siech­tum und Tod sind Mah­nun­gen, daß der Men­sch sich ent­fer­nen müßte von der fort­laufend­en göt­tlichen Evo­lu­tion, wenn er zu der Möglichkeit der luz­iferischen Frei­heit auch noch gesund und kraftvoll wäre. So sind Krankheit, Siech­tum und Tod nicht Gaben des Luz­ifer, son­dern Gaben der guten, weisheitsvollen göt­tlichen Mächte, die damit einen Damm vorge­set­zt haben den Ein­flüssen des Luzifer.

So müssen wir sagen: Alles, was uns ent­ge­gen­tritt in der Welt als von außen kom­mendes fort­ge­set­ztes men­schlich­es Übel, als Krankheit und Tod, das ist da, damit wir Men­schen an das Erden­da­sein so lange gefes­selt bleiben, bis wir Gele­gen­heit haben zum Gut­machen, damit wir eine Erziehung haben, uns an unsere Organ­i­sa­tion anzu­passen. Wir lei­den, damit wir aus unserem Leid her­aus die Erfahrun­gen schöpfen, den Aus­gle­ich zu find­en für unser von Luz­ifer durch­zogenes Ich und unsere göt­tlich durch­zo­gene Organ­i­sa­tion. Unsere Organ­i­sa­tion ent­fällt uns so oft, bis wir uns ganz durch­drun­gen haben in unserem Ich von den Geset­zen der im göt­tlichen Sinne fortschre­it­enden Evo­lu­tion. Jed­er Tod ist damit der Aus­gangspunkt für etwas anderes. Es kann der Men­sch nicht ster­ben, ohne daß er mit­nimmt das, was ihm die Möglichkeit gibt, ein­st­mals den Tod zu über­winden in seinen fort­laufend­en Inkar­na­tio­nen. Alle Schmerzen sind da, damit wir aus den Lei­den her­aus die Erfahrun­gen schöpfen, wie wir uns unser­er fort­laufend­en göt­tlichen Organ­i­sa­tion anzu­passen haben“ (GA 143, S. 138ff).

 

Ich: Die Leben­szeit, das Älter-Wer­den ist also eine Gottes­gabe, die Früchte brin­gen soll durch die in dieser Zeit gemacht­en Erfahrun­gen. Offen­sichtlich haben die reifend­en Gottes­gaben auch mit dem Alter zu tun, denn erst mit 21 Jahren ist die Organ­i­sa­tion des Men­schen fähig, das Ich als Geschenk der guten Göt­ter zu beherber­gen. Alles was zu infan­til­eren Reifestufen gehört, ist luz­iferisches Ich-Bewusst­sein bzw. Selb­st­ge­fühl und muss durch die Hingabe und Demut an das Schick­sal, das Kar­ma, über­wun­den, sozusagen ver­langsamt werden.

 

Anthrowiki.at: Vish­vakar­man

Vish­va Karman

Vish­va Kar­man (auch Vish­vakar­ma) (skrt. विश्वकर्मा viśvá-kar­man, der All-Tätige oder Ur-Tätige) gilt in der indis­chen Über­liefer­ung als Sohn des Brah­ma und als der Wel­tenkün­stler, der Wel­tenbaumeis­ter oder Demi­urg, der die Schöp­fung tätig her­vorge­bracht hat. Als der eigentlich tätige Erschaf­fer der Welt wird er Pra­jap­ati gle­ichge­set­zt. Er ist als solch­er zugle­ich das männliche Schöp­fung­sprinzip, das das Wel­tenwort Vâc her­vor­bringt, das in weib­lich­er Gestalt als die Göt­tin Saraswati erscheint. Mit ihr als Gefährtin verbindet sich Pra­jap­ati, um den ganzen Reich­tum der Schöp­fung zu zeu­gen[1].

Im Wort Kar­man, das das schöpferische Tun beze­ich­net, steckt schon das Kar­ma, das Schick­sal drin­nen. Vish­va Kar­man ist der, der das Wel­tenschick­sal bes­timmt. Die 7 heili­gen Rishis, die großen geisti­gen Führer der urindis­chen Kul­tur, sahen in ihm einen Abglanz des aus dem Son­nen­da­sein zur Erde her­ab­steigen­den Chris­tus; er ist nach Rudolf Stein­er “der­jenige, der dem Men­schen vorher schon, bevor er auf der Erde aufge­treten ist, herun­terge­sandt hat die Möglichkeit des Kar­ma.” (Lit.: GA 107, S. 250f)

Die schöpferische All­macht Gottes offen­bart sich zu Beginn der 7‑gliedrigen Plan­eten­kette, also am ersten großen Schöp­fungstag, dem alten Sat­urn, am deut­lich­sten, denn nur hier han­delt es sich um eine reine Schöp­fung aus dem Abgrund und in das völ­lige Nichts hinein. Jede weit­ere Schöp­fungspe­ri­ode blickt schon auf ver­gan­gene schöpferische Tat­en zurück, mit dem sie durch das Wel­tenkar­ma ver­bun­den ist. Erst am Ende des 7. großen Schöp­fungstages wird dieses Wel­tenkar­ma wieder voll­ständig aufgelöst sein und die Schöp­fung in den Schoß des Abgrun­des versinken. Die Erden­twick­lung, die wir ger­ade durch­leben, beze­ich­net die Mitte der Wel­tentwick­lung, sie ist das 4. Glied der Plan­eten­kette, und hier hat sich am meis­ten Wel­tenkar­ma ange­häuft, in das wir als Men­schen zwangsläu­fig mitver­strickt sind. Durch die All­macht Gottes wurde das Wel­tenkar­ma geschaf­fen. Die sich offen­barende All-Tat Gottes ist der Chris­tus, den die alten Inder als Vish­va Kar­man kan­nten. Die Zukun­ft dient der Auflö­sung des Wel­tenkar­mas, das nun die Got­theit, die sich in Gestalt des Sohnes in die völ­lige Ohn­macht des Opfer­lammes begeben hat, auf sich nimmt.

Vish­va Kar­man in der Über­liefer­ung des Rigve­da 10,81

Der alle Schöp­fung darge­bracht, der Seher, /
der Priester ließ sich nieder, unser Vater.
Mit Segenswün­schen zog er in die jüngsten /
Geschöpfe ein; Ver­gan­ge­nes ver­barg er.

Doch wo ließ er sich nieder? Welchen Ursprung /
ver­barg er? Welch­es war der erste Anfang
aus dem die Erde er, All-Tat[2], erzeugte, /
den Him­mel er, All-Auge[3], ganz enthüllte?

Das Auge aller: Er; und aller Mund: Er; /
und aller Wesen Arm und Fuß: so facht Er
die Glut mit bei­den Armen an, mit Flügeln /
treibt Erd und Him­mel Gott her­vor, der Eine.

Was war das Holz? Was war der Baum, woraus sie /
den Him­mel und die Erden­welt erbauten?
Ihr Denker forscht mit Denken nach: Was war es, /
worauf er stand, als er die Wesen austrug?

Die ältesten, die jüng­sten dein­er Welten, /
die Mitte auch ver­mit­tle du uns, All-Tat;
bring dich den Fre­un­den bei, bring dich beim Opfer /
leib­haftig sel­ber dar, dich selb­st verwandelnd!

Gestärkt dann durch dein Eigen-Opfer, All-Tat, /
ver­wan­dle opfer­nd Erden­welt und Himmel!
Und wenn auch alle andern rings ver­wirrt sind, /
so soll uns hier ein Opfer­herr beschenken!

Den Her­rn der Rede[4], All-Tat, der Gedanken /
in uns erweckt, den rufen wir zum Wettstreit!
Erfreue dich am Lieder­ruf, All-Helfer[5]! /
Der Lieder Ursprung steh uns bei, All-Wohltat[6]!

Die Hymne beste­ht aus sieben Stro­phen oder Lang­versen (Trsh­tubh) aus jew­eils vier Elf­sil­blern mit inhaltlich bewusst gegliedert­er 7er-Sym­me­trie: Weltschöp­fung und Selb­stopfer, gespiegelt an der kos­misch selb­st-versenk­ten Mitte des vierten Vers­es, darin ver­gle­ich­bar und ver­wandt dem berühmten Schöp­fung­shym­nus Rigve­da 10,129.

 

 

Das Urwort:

Anthrowiki.at: Vac

Vâc

Vāk wird oft der Göt­tin Saraswati gleichgesetzt.

Vâc (auch Vâk; San­skrit, Rede, Stimme) ist nach der Lehre der Veden, die auf die 7 heili­gen Rishis zurück­ge­ht, das Urwort, der Logos, aus dem die ganze Schöp­fung her­vorge­gan­gen ist, ver­gle­ich­bar dem schaf­fend­en Wel­tenwort Hon­over der per­sis­chen Mytholo­gie, und in diesem Sinn iden­tisch mit dem Chris­tus, von dem es zu Beginn des Johannes-Evan­geli­ums heißt: Im Anfang war das Wort … (Joh 1,1 LUT).

Im Hin­duis­mus wird vâc auch mit der Göt­tin Saraswati iden­ti­fiziert, der weib­lichen Kraft (Shak­ti) Brah­mas. Her­vorge­bracht wird sie dabei von Pra­jap­ati (San­skrit प्रजापति, pra­jā-pati, Herr der Geschöpfe), der als androg­y­ne Schöpfer­got­theit der Herr der Fortpflanzungskräfte und Beschützer des Lebens ist und die eigentlich tätige Schöpfer­kraft Brah­mas darstellt und ursprünglich als Vish­vakar­man über den anderen vedis­chen Göt­tern stand. Er ist zugle­ich das männliche Schöp­fung­sprinzip, das das Wel­tenwort Vâc her­vor­bringt, das in der weib­lichen Gestalt der Göt­tin Saraswati erscheint. Mit ihr als Gefährtin verbindet sich Pra­jap­ati, um den ganzen Reich­tum der Schöp­fung zu zeu­gen[1]. Nach Rudolf Stein­er ist Vish­vakar­man iden­tisch mit dem kos­mis­chen Chris­tus.

“Diese Urlehre enthielt unge­fähr das­jenige, was wir heute ken­nen­ler­nen als die Evo­lu­tion der Men­schheit durch die plan­e­tarischen Zustände von Sat­urn, Sonne, Mond, Erde, Jupiter, Venus, Vulkan. Die Geheimnisse der Evo­lu­tion waren hineinge­heimnißt in die sieben Glieder der Loge, von denen ein jedes eine Stufe im Fortschritt der Men­schheit bedeutete.

Das sah der Schüler. Er sah es nicht nur, er hörte es sog­ar, wenn er sich erhob in das Devachan, in die devach­a­nis­che Welt: denn diese Welt ist eine Welt des Tönens. Da hörte er den Sphären­klang der sieben Plan­eten. Er sah in der astralis­chen Welt das Bild; in der devach­a­nis­chen Welt hörte er den Ton, und in der ober­sten, der höch­sten der Wel­ten, erlebte er das Wort. Wenn also der indis­che Schüler sich erhob in das obere Devachan, so nahm er durch die Sphären­musik und durch das Sphären­wort wahr, wie der Urgeist Brah­ma sich gliedert durch die Evo­lu­tion, in der siebengliedri­gen Plan­eten­kette, und er hörte das aus dem Urwort Vâc. Das war die Beze­ich­nung des Urtones der Schöp­fung, den der Schüler hörte; darin­nen hörte er die ganze Wel­te­nen­twick­elung. Das in sieben Glieder ges­pal­tene Wort, das Urwort der Schöp­fung, das wirk­te in der Seele des Schülers, das Urwort, das er den Nichteingewei­ht­en unge­fähr so beschrieb, wie wir heute beschreiben wür­den unsere Wel­tenevo­lu­tion.” (Lit.: GA 106, S. 56f)

“Dem indis­chen Schüler wurde die Men­schengestalt, das Urbild, im oberen Devachan klar wahrnehm­bar. Dann umhüllte es sich im niederen Devachan mit ein­er astralis­chen Hülle, die in sich die Kräfte hat­te, Liebe zu entwick­eln. Die Liebe, den Eros, nan­nte man Kama. So bekommt Kama einen Sinn für die Erde­nen­twick­elung. Es klei­dete sich das göt­tliche Wort, das Brah­man, in Kama, und durch das Kama hin­durch tönte dem Schüler das Urwort her­aus. Das Kleid der Liebe war Kama, das Kleid des Urwortes Vâc, des Wortes Vâc, das dem lateinis­chen «vox» zugrunde liegt. Und so emp­fand der Schüler im inner­sten Wesen, daß sich das Gotteswort ein astralis­ches Liebeskleid umgelegt hat­te, und nun sagte er sich: Der Men­sch, der heute aus vier Gliedern beste­ht, aus dem physis­chen Leibe, dem Äther­leib, dem Astralleib und dem Ich, dieser Men­sch hat als höch­stes Glied sein Ich. Und dieses Ich stieg hin­unter in das Liebeskleid und bildete sich Kama-Man­as. Das war das inner­ste Wesen des Men­schen, Kama war es, in das sich Man­as klei­dete: das war das Ich. Aber wir wis­sen auch, daß dieses inner­ste Wesen her­ausen­twick­eln wird drei Glieder, die höher sind, die wan­deln die niederen Glieder um, wan­deln auch den physis­chen Leib um, und wie das Man­as aus der Astral­hülle wird, wie dem Prana die Bud­hi auf höher­er Stufe entspricht, so wird der physis­che Leib, wenn er ganz vergeistigt sein wird, Atma sein. Alles das war aber schon keimhaft ver­an­lagt in der Vâc, und ein Vedasatz erin­nert noch daran, wie der Schüler das Geheim­nis des inner­sten Wesens zum Aus­druck brachte.

Wir wis­sen, daß der physis­che Leib auf dem Sat­urn, der Äther­leib auf der Sonne, der Astralleib auf dem Monde, und das Ich auf der Erde erst ent­standen ist. Aber die wahre, ursprüngliche Men­schenan­lage, das Urwort Vâc, hat­te auch schon die drei fol­gen­den Glieder in sich. Drei höhere Glieder hat der Men­sch noch zu erwarten, dann wird er erst ein getreues Abbild des Schöp­fungswortes, des Urwortes sein. Und darauf sollte der Schüler hingewiesen wer­den, daß nur dem Eingewei­ht­en die wahre Natur des physis­chen, ätherischen und astralis­chen Leibes klar sein kon­nte. Heute ist der Men­sch er selb­st nur, wenn er sein «Ich bin» ausspricht, wenn er das ins Auge faßt, was ganz sein eigen ist. Nur da ist er ganz Men­sch. Die anderen Glieder sind zwar auch offen­bar, aber da ist er noch unbe­wußt. Aber im vierten ist die Vâc offen­bar gewor­den: «Im vierten spricht der Men­sch!» Das war der Satz des Veda. Wenn das Wort des Ich ertönt, so tönt der vierte Teil der Vâc. Der Vedasatz hieß: «Vier Vierteile der Vâc sind bemessen; drei sind im Ver­bor­ge­nen bewahrt und rühren sich nicht; nur das vierte Vierteil sprechen die Men­schen.»[2]” (Lit.: GA 106, S. 58f