Der Zeit-Impuls des Mantras 4 D ergießt sich dreifach

Ver­gan­gen­heit-Vor­bere­itung Gegen­wart-Geist-Impuls Zukun­ft-Vol­len­dung
3 C

Es spricht zum Weltenall.

Sich selb­st vergessend

Und seines Urstands eingedenk,

Des Men­schen wach­send Ich:

In dir, befreiend mich

Aus mein­er Eigen­heit­en Fessel,

Ergründe ich mein echt­es Wesen.

4 D

Ich füh­le Wesen meines Wesens:

So spricht Empfind­ung,

Die in der son­ner­hell­ten Welt

Mit Licht­es­fluten sich vereint;

Sie will dem Denken

Zur Klarheit Wärme schenken

Und Men­sch und Welt

In Ein­heit fest verbinden.

5 E

Im Lichte das aus Geistestiefen

Im Raume frucht­bar webend

Der Göt­ter Schaf­fen offen­bart:

In ihm erscheint der Seele Wesen

Geweit­et zu dem Weltensein

Und aufer­standen

Aus enger Selb­s­theit Innenmacht.

Der Zeitim­puls von 4 D: Wesen sein

vor­bere­it­et durch das Ich, das sein echt­es Wesen ergrün­det (3 C),

vol­len­det durch das im Licht erscheinende Wesen der Seele — zum Wel­ten­sein geweit­et und aufer­standen (5 E)

4 D — das Mantra der Woche: Dem Mantra 4 D ging das­jenige voraus, in dem es um das wach­sende, in Entwick­lung befind­liche Ich des Men­schen ging. Das Ich ist das höch­ste Wesens­glied, das der Men­sch auf der Erde sein Eigen nen­nen kann und das er noch bis ans Ende der Erden­zeit entwick­eln wird. Vor diesem Hin­ter­grund stellt sich die Frage, was kann auf das Ich fol­gen — oder wie kön­nte es nach der Vol­len­dung des Ich-Wach­s­tums (3 C) weit­erge­hen? Was ist also der auf das Ich fol­gende Impuls, der sich im Mantra 4 D zeigt?

Das Mantra 4 D han­delt von der Empfind­ung, die das Wesen ihres Wesens fühlt. Diese Empfind­ung spricht und zeigt sich als ein Wesen, das sich sein­er selb­st bewusst ist. Sie spricht von sich selb­st in der ersten Per­son Sin­gu­lar: “Ich füh­le Wesen meines Wesens.” Die Empfind­ung hat also ein füh­len­des Selb­st­be­wusst­sein. Ich ver­ste­he die Äußerung der Empfind­ung als Aus­druck der Empfind­ungsseele, der ersten von drei See­len — von drei Wach­heitsstufen — die der Astralleib als Bewusst­sein schaf­fend­es Wesens­glied her­vor­brin­gen kann. Doch nicht in der Empfind­ungsseele, son­dern erst in der später sich entwick­el­nden Ver­standes- oder Gemütsseele kann laut Rudolf Stein­er das Ich denk­end begrif­f­en, also bewusst erfasst wer­den. In der älteren Empfind­ungsseele wird es emp­fun­den, gefühlt. Es kann jedoch noch nicht ver­bal­isiert und vor das Bewusst­sein gestellt wer­den. Doch das ist in diesem Mantra anders. Die Empfind­ung spricht mit vollem Ich-Bewusst­sein. Und sie ver­bal­isiert das Ergeb­nis ihrer Selb­st­wahrnehmung, die ein wach­es Ich voraus­set­zt. Sie fühlt das Wesen ihres Wesens. Sie fühlt also den Kern, die Essenz, das Eigentliche ihres Wesens. Damit ste­ht sie sich selb­st beobach­t­end gegenüber, nimmt ihr Wesen wahr und darüber hin­aus dessen Zen­trum, das Wesen ihres Wesens.

Was meint denn der Begriff “Wesen”? In der philosophis­chen Tra­di­tion meint “Wesen” zum einen das, was Selb­st­stand besitzt, das konkrete Indi­vidu­um, die materielle oder imma­terielle Exis­tenz von Etwas. Zum anderen beze­ich­net “Wesen” die all­ge­meine und bleibende Bes­timmtheit eines konkreten Indi­vidu­ums. Pla­ton beschreibt dieses Eigentliche als eidos, als die einende Form-Idee hin­ter der Erschei­n­ung. Das Huhn ist z.B. immer Huhn und kann niemals Ente wer­den, auch wenn seine Erschei­n­ung wech­selt vom Ei zum Küken und zum adul­ten Huhn. Die Idee ist umfassender als ihr sit­u­a­tiv­er physis­ch­er Aus­druck. Sie ist das Eigentliche des Wesens und deshalb kann das Wesen des Wesens, das die Empfind­ung fühlt nur ein Geistiges Wesen sein.

Das Wesen kann zwar physisch in Erschei­n­ung treten, doch sein eigentlich­es Sein ist geistig. Und so ver­wen­det auch Rudolf Stein­er den Wesens-Begriff für geistige Wesen. Er beschreibt z.B. die geisti­gen Entitäten der neun Engel­hier­ar­chien als Wesen. Das Charak­ter­is­tikum eines Wesens ist für ihn, dass es Bewusst­sein hat. „Es ist gut, festzuhal­ten, daß es im Grunde genom­men im Wel­te­nall doch nichts anderes gibt als Bewußt­seine. Außer dem Bewußt­sein irgendwelch­er Wesenheit­en ist let­zten Endes alles übrige dem Gebi­ete der Maja oder der großen Illu­sion ange­hörig. … [Im Buch] «Die Schwelle der geisti­gen Welt», ist … gezeigt, wie durch allmäh­lich­es Auf­steigen der Seherblick sich erhebt von dem, was sich um uns herum aus­bre­it­et als Dinge, als Vorgänge in den Din­gen, wie das alles sozusagen als ein Nichtiges entschwindet und schmilzt, ver­nichtet wird und zulet­zt die Region erre­icht wird, wo nur noch Wesen in irgendwelchen Bewußt­sein­szustän­den sind. Also, die wirk­lichen Real­itäten der Welt sind Wesen in den ver­schiede­nen Bewußt­sein­szustän­den.“ (Lit.: GA 148, S. 305f Her­vorhe­bun­gen A.F.) Und was die Wesen der Engel­hier­ar­chien bet­rifft, so haben sie alle ihre Ich-Stufe, die der Men­sch ger­ade entwick­elt und die im Mantra 3 C The­ma war, bere­its durchgemacht.

Die Ich-Stufe bedeutet, Selb­st­be­wusst­sein zu entwick­eln im Gegenüber­ste­hen ein­er Welt, die nicht Ich ist — in der Dual­ität. Wesen zu sein bedeutet, dieses eigene Sein auch unverkör­pert aufrecht erhal­ten zu kön­nen, denn in der geisti­gen Welt gibt es kein Außen, keine Dual­ität, kein Nebeneinan­der der Wesen. Hier herrscht Ein­heit, denn geistige Wesen durch­drin­gen sich und bleiben doch sie selbst.

Die Empfind­ung fühlt also, wenn sie das Wesen ihres Wesens fühlt, die geistige Real­ität, die Idee ihres Seins. Und diese Idee ver­ste­he ich als die Her­vor­bringung von Bewusst­sein, die Umwand­lung des im Kör­p­er pulsieren­den Lebens in Geist. Zwar besitzen die Ver­standes- oder Gemütsseele und erst recht die Bewusst­seinsseele ein klar­eres Bewusst­sein, ein helleres Licht, doch die Macht der Her­vor­bringung, die Macht der Entzün­dung des Feuers liegt in der Empfindungsseele.

Im Mantra heißt es weit­er, dass sich die Empfind­ung mit Licht­es­fluten vere­int — und zwar während die Welt sonnen­er­hellt ist, d.h. während es Tag ist. Und natür­lich muss es Tag sein, muss der Men­sch wach sein, soll die Empfind­ungsseele Bewusst­sein her­vor­brin­gen, Leben zu Bewusst­sein wan­deln. Dieses Bewusst­seinslicht der Empfind­ung eint sich mit den Licht­es­fluten, mit der in der Welt wal­tenden Weisheit, den wirk­samen Ideen hin­ter allen Erschei­n­un­gen — mit dem Schaf­fen der geisti­gen Wesen.

Die Her­vor­bringung von Bewusst­sein beruht auf einem laten­ten Ster­be­prozess, auf der Tren­nung der Leben­skraft von sein­er Hülle, dem physis­chen Leib. Der gegen­teilige Prozess ist Vere­ini­gung. Und das strebt die Empfind­ung an, nach­dem sie sich sel­ber mit den Licht­es­fluten, vere­int hat. Sie will Men­sch und Welt in Ein­heit fest verbinden. Als Wesen, als Geist unter Geis­tern, wirkt die Empfind­ung nicht mehr teilend, son­dern schöpferisch-her­vor­brin­gend, Ein­heit erschaffend.

Vorher wollte die Empfind­ung dem Denken Wärme schenken. Das Denken, das ja das von der Empfind­ungsseele her­vorge­brachte Bewusst­sein nutzt, und dadurch die Seele zur Ver­standesseele wan­delt, dieses Denken ist zunächst eine kalte, zerteilende, unter­schei­dende Kraft. Logis­ches Denken kann kalt und her­z­los, unver­bun­den sein. Doch die Empfind­ungsseele ist sozusagen größer. Sie erschöpft sich nicht in der Her­vor­bringung des Bewusst­seinslicht­es, das zum dualen Bewusst­seins führt. Sie ist darüber hin­aus eine füh­lende, warme, Verbindung hal­tende Kraft. Sie ist der Kon­takt selb­st, das Bren­nen des geisti­gen Feuers, die Trans­for­ma­tion von Leben zu Bewusst­sein. Sie dis­tanziert sich nicht wie die Ver­standesseele. Zu ihrem Wesen gehört die Ein­heit mit dem Sein. Ihr Aus­druck ist die Wärme, die alles durch­dringt — geistig die vere­ini­gende Liebe.

Während sie getren­nt von den Licht­es­fluten im Kör­p­er wirkt, bringt sie Bewusst­sein her­vor und erken­nt es als das Eigene, das allem anderen Sein gegenüber­ste­ht und das Dasein in der Dual­ität begrün­det. Vere­int mit den Licht­es­fluten — als Geist unter Geis­tern — will sie den Aus­gle­ich der Tren­nung bewirken und die Grund­lage der Vere­ini­gung schenken. Sie will Men­sch und Welt, men­schliche Innen­welt und wahrnehm­bare Außen­welt, Mikrokos­mos und Makrokos­mos zu ein­er unlös­baren Ein­heit verbinden. Und erst diese Ein­heit nach der Tren­nung entspricht der Empfind­ung. Sie ist Wesen ihres Wesens, sie schenkt dem Men­schen die füh­lende Wahrnehmung, ein geistiges, eigen­ständi­ges Wesen zu sein, das unlös­bar ver­bun­den ist mit den im Licht wirk­enden geisti­gen Wesen, den Schöpfer­kräften der Welt.

Die Empfind­ung fühlt das Wesen ihres Wesens. Sie ist zur ich-bewussten Wesens­begeg­nung fähig. Dieses Ver­mö­gen eignet der Intu­ition­sseele, die sich laut Rudolf Stein­er aus der Empfind­ungsseele entwick­eln wird. Er sagt: „Die Empfind­ungsseele wird vorzugsweise dadurch allmäh­lich aus­geschal­tet, daß man den astralis­chen Leib über­haupt über­windet, Welt­in­ter­essen zu den seini­gen macht und dadurch immer mehr und mehr über das per­sön­liche Empfind­en hin­auskommt; dadurch ver­wan­deln sich Empfind­ungsseele, alle inneren Impulse, inneren Lei­den­schaften und Affek­te, in Intu­itio­nen. Und an die Stelle der Empfind­ungsseele tritt die Intu­ition­sseele.“ (Lit.: GA 145, S. 177)

3 C — die Vor­bere­itung: Im Mantra 3 C spricht das sich entwick­el­nde, men­schliche Ich zum Wel­te­nall. Dieses Ich ste­ht dem Wel­te­nall gegenüber, wie der inkarnierte Men­sch heutzu­tage der Welt. Das Wel­te­nall reagiert auf die Ansprache des Men­schen nicht, es bleibt stumm, wie die Welt für den Ich-Men­schen heute gottver­lassen und stumm ist. Trotz­dem, oder ger­ade deshalb kann das Ich im Angesicht des Wel­te­nalls einen Prozess der Selb­stre­flek­tion durch­laufen, der es verwandelt.

Als Erstes ver­gisst das Ich sich selb­st im Angesicht des Wel­te­nalls. Der selb­st­be­wusste Men­sch und damit das Ich erlebt sich stets als Mit­telpunkt seines Hor­i­zon­tkreis­es. Und auch seel­isch erlebt er sich als “Nabel der Welt”, als ihr Mit­telpunkt um den sie sich dreht — oder zumin­d­est drehen sollte. Dieses Mit­telpunk­t­ser­leben ver­gisst das Ich im Angesicht des majestätis­chen Wel­te­nalls, das ich mir als den gestirn­ten Him­mel vorstelle. Durch dieses Vergessen ist Raum im Bewusst­sein für eine ältere Sein­serken­nt­nis, für den Urstand, den Urzu­s­tand des Ichs. Und diesen Urzu­s­tand denke ich mir als Umkreis, als leeren Raum, der erst im Laufe der Inkar­na­tio­nen mit Erfahrun­gen gefüllt wird. Und den gestirn­ten Him­mel kann ich mir als Wel­te­nall, als diese Hohlkugel, als Urzu­s­tand des Ichs vorstellen.

Rudolf Stein­er beschreibt das gewöhn­liche Ich-Erleben als ein pro­vi­sorisches: „Ein weit­eres solch­es Wort ist das Wort ‹Ich›. Dieses Wort nimmt ja unter allen Worten der men­schlichen Sprache eine beson­dere Stel­lung ein. Unge­fähr im drit­ten Leben­s­jahr lernt der Men­sch dieses Wort gebrauchen. Das ist aber ein Alter, in welchem noch kein eigentlich­es Ich-Bewußt­sein vorhan­den ist. Daher lernt man dieses Wort zunächst nur automa­tisch sprechen. Erst im 21. Leben­s­jahr find­et die Geburt des Ich statt. Was da zum Vorschein kommt, ist dann aber immer noch das ganze Leben hin­durch nicht das wahre Ich. Ihm begeg­net man als gewöhn­lich­er Men­sch erst wieder nach dem Tode. So gebraucht jed­er Men­sch bis zu seinem Tode das Wort ‹Ich› doch immer nur pro­vi­sorisch. Dieses pro­vi­sorischen Gebrauch­es des Wortes ‹Ich› muß sich der Med­i­tant ganz beson­ders bewußt wer­den. Er muß ler­nen, daß er erst allmäh­lich den Weg zu dem wahren Ich find­en muß, indem er zunächst lernt, es durch alle seine drei Hüllen hin­durch zu erleben.“ (Lit.: GA 266c, S. 471)

In der wörtlichen Rede sagt das wach­sende, sich entwick­el­nde Ich nun zum Wel­te­nall, dass es sich in ihm von der Fes­sel der Eigen­heit­en befre­it und während dieses Prozess­es sein echt­es Wesen ergrün­det.  Die Fes­sel der Eigen­heit ver­ste­he ich als das Ego, die Selb­st­sucht. Doch das echte Wesen des Ichs ste­ht im Gegen­satz zur Selb­st­sucht, wie Rudolf Stein­er sagt: “Die Selb­st­sucht, die Ich­sucht, liegt näm­lich vor dem Find­en des Ich. Solange man sucht das Ich, solange entwick­elt man die Selb­st­sucht, und von der Selb­st­sucht befre­it nur die Find­ung, das Find­en des Ichs. Hat man es gefun­den, dann kann man nicht mehr von der Selb­st­sucht, von der Ich­sucht gequält wer­den.” (GA 167, S. 281f) Ego­is­tis­che Selb­st­be­zo­gen­heit entspricht ein­er Bewe­gung zum Mit­telpunkt, wo das Bewusst­sein für den Umkreis, das echte Wesen des Ichs richtig wäre.

Das wahre Wesen des Ichs, das wirk­liche Ich beschreibt Rudolf Stein­er hier fol­gen­der­maßen: „Das Ich lebt ja allerd­ings in unserem Willen, aber schläft auch da, wie wir wis­sen. Das wirk­liche Ich tritt nicht in unser gewöhn­lich­es Gedanken­leben ein. Das wirk­liche Ich wür­den wir gar nicht gewahr wer­den, wenn wir es nicht als eine Art Neg­a­tivum wahrnehmen wür­den. Und indem wir zurück­blick­en auf unsere Erleb­nisse, sagen wir uns nicht: Wir haben erlebt Tage und Nächte -, son­dern wir blick­en nur auf die Tage zurück. Und statt daß wir uns sagen: Wir blick­en auf die Nächte zurück -, sagen wir: «Ich» — fühlen wir uns, empfind­en wir uns als Ich […]

Deshalb ist es ein großer Irrtum, wenn von manch­er philosophis­chen Seite behauptet wird, in dem, was der Men­sch als sein Ich anspricht, sei eine Real­ität. Erst wenn der Men­sch im höheren Bewußt­sein aufwachen würde im Schlafe, würde er gewahr wer­den sein wirk­lich­es Ich. Oder wenn er durch­schauen würde, was der Vor­gang des Wil­lens ist, dann würde er im Wollen sein wirk­lich­es Ich erleben.“ (Lit.: GA 191, S. 182)

Das Ich ergrün­det im Mantra sein echt­es Wesen. Wie das Ich zum Wesen wird, zu einem geisti­gen Wesen, das beschreibt Rudolf Stein­er hier: „Das «Ich» lebt in Leib und Seele; der Geist aber lebt im «Ich». Und was vom Geiste im Ich ist, das ist ewig. Denn das Ich erhält Wesen und Bedeu­tung von dem, wom­it es ver­bun­den ist. Insofern es im physis­chen Kör­p­er lebt, ist es den min­er­alis­chen Geset­zen, durch den Äther­leib ist es den Geset­zen der Fortpflanzung und des Wach­s­tums, ver­möge der Empfind­ungs- und Ver­standesseele den Geset­zen der seel­is­chen Welt unter­wor­fen; insofern es das Geistige in sich aufn­immt, ist es den Geset­zen des Geistes unter­wor­fen. Was die min­er­alis­chen, was die Lebens­ge­set­ze bilden, entste­ht und verge­ht; der Geist aber hat mit Entste­hung und Unter­gang nichts zu tun.“ (Lit.: GA 9, S. 50f)

5 E — die Vol­len­dung: Das Mantra 5 E ist ein Licht­spruch und wie alle Licht­sprüche in der beschreiben­den gram­ma­tisch drit­ten Per­son ver­fasst. Einen Ich-Sprech­er, eine Instanz mit Bewusst­sein von sich selb­st wie in den vorherge­hen­den Mantren 3 C und 4 D gibt es hier nicht. Und es spricht im Mantra 5 E auch nie­mand. Doch das im Raum frucht­bar webende Licht offen­bart das Schaf­fen der Göt­ter. Diese Offen­barung kann als göt­tlich­es Sprechen erlebt werden.

Das Licht stammt aus Geis­testiefen. Ich spreche dieses Licht als das aus der Tiefe auf­steigende Lebenslicht an, die im Men­schen als Kun­dalinikraft auf­steigende Leben­skraft, die im Herzen zu Bewusst­seinslicht wird. Dieses Licht webt im Raum frucht­bar, denn es ist das in allen Lebe­we­sen pulsierende, die Kör­p­er auf­bauende und erhal­tende Leben. Und durch das Leben der vielfälti­gen Geschöpfe offen­baren die Göt­ter ihr Schaffen.

In diesem Licht erscheint nun das Wesen der Seele. Doch es erscheint nicht eingeschlossen in einem Kör­p­er, son­dern geweit­et zum Wel­ten­sein. Und dadurch ist das Wesen der Seele aufer­standen. Es ist aus der been­gen­den Innen­macht der Selb­s­theit wie aus dem Grab aufer­standen. Die Seele ist ein kos­mis­ches Wesen geworden.

Die drei Mantren erscheinen mir zusam­men wie ein Gemälde ein­er Madon­na mit dem Kind auf dem Arm vor Gold­hin­ter­grund. Im Mantra 5 E erscheint das aufer­standene und zum Wel­ten­sein geweit­ete Wesen der Seele — die Madon­na. Im Mantra 3 C spricht das sich entwick­el­nde Ich und ergrün­det sein echt­es Wesen — das Jesuskind. Und das Mantra 4 D, in dem die Empfind­ung spricht und das Wesen ihres Wesens ergrün­det sowie sich mit Licht­es­fluten vere­int in der auch noch von der Sonne erhell­ten Welt, dieses Mantra erscheint mir wie der Gold­grund des Gemäldes.