{"id":4016,"date":"2026-05-09T12:32:22","date_gmt":"2026-05-09T10:32:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.stellamaris-seelenkalender.de\/?page_id=4016"},"modified":"2026-05-19T15:42:11","modified_gmt":"2026-05-19T13:42:11","slug":"blog-beitrag-2-copy-2-copy-2-copy","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.stellamaris-seelenkalender.de\/?page_id=4016","title":{"rendered":"Blog \u2014 Zeitfluss 4 D \u2014 5 E \u2014 6&nbsp;F"},"content":{"rendered":"\n\n\t\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.stellamaris-seelenkalender.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/5-E-Zeitfluss-300x239.png\" alt width=\"300\" height=\"239\"><\/p>\n<h4><strong>Der Zeit-Impuls des Mantras 5 E ergie\u00dft sich dreifach<\/strong><\/h4>\n<table width=\"660\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"33%\">Ver\u00adgan\u00adgen\u00adheit-Vor\u00adbere\u00aditung<\/td>\n<td width=\"33%\"><strong>Gegen\u00adwart-Geist-Impuls<\/strong><\/td>\n<td width=\"33%\">Zukun\u00adft-Vol\u00adlen\u00addung<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"33%\"><u>4 D<\/u>\n<p>Ich f\u00fch\u00adle Wesen meines Wesens:<\/p>\n<p>So spricht Empfindung,<\/p>\n<p>Die in der son\u00adner\u00adhell\u00adten <u>Welt<\/u><\/p>\n<p>Mit Licht\u00ades\u00adfluten sich vereint;<\/p>\n<p>Sie will dem Denken<\/p>\n<p>Zur Klarheit W\u00e4rme schenken<\/p>\n<p>Und <u>Men\u00adsch<\/u> und <u>Welt<\/u><\/p>\nIn Ein\u00adheit fest verbinden.<\/td>\n<td width=\"33%\"><strong><u>5 E<\/u><\/strong>\n<p>Im Lichte das aus Geistestiefen<\/p>\n<p>Im <u>Raume<\/u> frucht\u00adbar webend<\/p>\n<p>Der G\u00f6t\u00adter Schaf\u00adfen offenbart:<\/p>\n<p>In ihm erscheint der <u>Seele Wesen<\/u><\/p>\n<p>Geweit\u00adet zu dem <u>Wel\u00adten\u00adsein<\/u><\/p>\n<p>Und aufer\u00adstanden<\/p>\n<p>Aus enger Selb\u00ads\u00adtheit Innenmacht.<\/p>\n\u2026<\/td>\n<td width=\"33%\"><u>6 F<\/u>\n<p>Es ist erstanden aus der Eigenheit<\/p>\n<p><u>Mein Selb\u00adst<\/u> und find\u00adet&nbsp;sich<\/p>\n<p>Als <u>Wel\u00adtenof\u00adfen\u00adbarung<\/u><\/p>\n<p>In Zeit- und <u>Raum<\/u>eskr\u00e4ften;<\/p>\n<p>Die <u>Welt<\/u>, sie zeigt mir \u00fcberall<\/p>\n<p>Als g\u00f6t\u00adtlich Urbild<\/p>\n<p>Des eignen Abbilds Wahrheit.<\/p>\n\u2026<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><strong>Der Zeitim\u00adpuls von 5 E: Tran\u00adszen\u00addenz \u2014 das Ver\u00adh\u00e4lt\u00adnis von Men\u00adsch und Welt bzw. Seele, Selb\u00adst und&nbsp;Welt<\/strong><\/p>\n<p>vor\u00adbere\u00adit\u00adet durch die Vere\u00adini\u00adgung von Men\u00adsch und Welt durch die Empfind\u00adung (4&nbsp;D),<\/p>\n<p>vol\u00adlen\u00addet durch das erstandene Selb\u00adst, das sich als Wel\u00adtenof\u00adfen\u00adbarung in Zeit und Raumeskr\u00e4ften erken\u00adnt (6&nbsp;F)<\/p>\n<p><strong>5 E \u2014 das Mantra der Woche:<\/strong> Das Mantra 5 E ist ein Licht\u00adspruch und wie die anderen drei Licht\u00adspr\u00fcche in der beschreiben\u00adden drit\u00adten Per\u00adson Sin\u00adgu\u00adlar ver\u00adfasst. Die umgeben\u00adden Mantren 4 D und 6 F weisen dage\u00adgen Ich-Sprech\u00ader auf. Im Mantra 4 D wech\u00adselt die Darstel\u00adlung nach der w\u00f6rtlichen Rede der Empfind\u00adung zur neu\u00adtralen Beschrei\u00adbung, im Mantra 6 F reflek\u00adtiert der Ich-Sprech\u00ader durchg\u00e4ngig seine Situation.<\/p>\n<p>Das Mantra 5 E begin\u00adnt mit der Beschrei\u00adbung der T\u00e4tigkeit des aus Geis\u00adtestiefen stam\u00admenden Licht\u00ades. Es webt frucht\u00adbar im Raum und offen\u00adbart dadurch das Schaf\u00adfen der G\u00f6t\u00adter. Das Licht aus Geis\u00adtestiefen ist nach meinem Ver\u00adst\u00e4nd\u00adnis die Leben\u00adskraft, die alle Wesen erschafft, belebt und in ihnen auf\u00adsteigt, um von den niederen zu den h\u00f6heren Lebe\u00adwe\u00adsen zu immer klar\u00aderem Bewusst\u00adsein zu wer\u00adden. Dieses Weben offen\u00adbart das Schaf\u00adfen der G\u00f6t\u00adter, denn es ist ihre Weisheit, die die Organ\u00adis\u00admen auf\u00adbauen und sin\u00adnvoll in das Gesamt\u00adge\u00adf\u00fcge der Natur einord\u00adnen&nbsp;kann.<\/p>\n<p>In diesem Licht erscheint das Wesen der Seele. Doch es erscheint nicht im K\u00f6r\u00adp\u00ader eingeschlossen, wie es der Men\u00adsch meist empfind\u00adet, son\u00addern geweit\u00adet zum Wel\u00adten\u00adsein. Die Seele erscheint gro\u00df wie die Welt. Durch diese Weitung ist sie aufer\u00adstanden aus der Enge, wo sie nur im Innern Macht, weil sie als Selb\u00ads\u00adtheit der Welt getren\u00adnt gegen\u00fcberstand.<\/p>\n<p>In dem Licht, das alles Leben auf der Erde webt und frucht\u00adbar ver\u00admehrt, erscheint die Seele und zwar nun ger\u00adade nicht verk\u00f6r\u00adpert, son\u00addern aufer\u00adstanden und zum Wel\u00adten\u00adsein geweit\u00adet. Die Seele ist Welt gewor\u00adden. Doch ihr Welt-Sein ist nicht aus Stoff, son\u00addern aus Licht gewoben. Es ist das\u00adselbe Licht, das auch das Schaf\u00adfen der G\u00f6t\u00adter offen\u00adbart. Wie kann man sich das vorstellen? Das aufer\u00adstandene Sein der Seele offen\u00adbart zun\u00e4chst, inwiefern der Men\u00adsch sel\u00adber an sich gear\u00adbeit\u00adet hat. Es offen\u00adbart den Men\u00adschen. Doch seine Daseins\u00adbe\u00addin\u00adgun\u00adgen kann sich der Men\u00adsch nicht selb\u00adst erschaf\u00adfen. Hier wirken und erschaf\u00adfen die G\u00f6t\u00adter f\u00fcr ihn seine drei\u00adgliedrige leib\u00adliche Organ\u00adi\u00adsa\u00adtion, den physis\u00adchen Leib, den \u00c4ther\u00adleib und den Astralleib.<\/p>\n<p>Denke ich mir die Licht-Welt gewor\u00addene, aufer\u00adstandene Seele als Jahreskreis, so ist sie Eins gewor\u00adden mit dem leuch\u00adt\u00aden\u00adden, in den Umkreis ausstrahlen\u00adden Zen\u00adtrum des Kreis\u00ades. Doch das Fortschre\u00adit\u00aden der Zeit bewirkt nicht die Seele, auch nicht die aufer\u00adstandene; das bewirken die im Licht weben\u00adden G\u00f6tter.<\/p>\n<p><strong>4 D \u2014 die Vor\u00adbere\u00aditung:<\/strong> Im Mantra 4 D spricht die Empfind\u00adung. Sie \u00e4u\u00dfert, dass sie das Wesen ihres Wesens f\u00fchlt. Nach\u00adfol\u00adgend wird gesagt, was die Empfind\u00adung tut und will. Hier\u00addurch wird deut\u00adlich, was f\u00fcr die Empfind\u00adung das Wesentliche ist, was ihr Wesen aus\u00admacht. Sie vere\u00adint sich mit Licht\u00ades\u00adfluten, w\u00e4hrend die Welt sonnen\u00ader\u00adhellt ist. Au\u00dfer\u00addem will sie \u2014 diese lichtaffine Empfind\u00adung \u2014 dem Denken zu dessen Klarheit W\u00e4rme schenken sowie Men\u00adsch und Welt zu ein\u00ader Ein\u00adheit verbinden, die fest zusam\u00admen\u00adh\u00e4lt. Die lichtaffine Empfind\u00adung ist also eine im Licht agierende, warme Kraft, die zusam\u00admen\u00adschwei\u00dft, was vorher getren\u00adnt&nbsp;war.<\/p>\n<p>Mit dem S\u00fcn\u00adden\u00adfall (1. Mose 2\u20133) wur\u00adden Adam die Augen aufge\u00adtan. Der Men\u00adsch erlangte die grund\u00ads\u00e4t\u00adzliche F\u00e4higkeit, sich als Einzel\u00adwe\u00adsen zu erleben, und der Welt wahrnehmend gegen\u00fcber zu treten. Doch das bed\u00adingt, sich getren\u00adnt von der Welt zu erleben. Diese Tren\u00adnung \u00fcber\u00adwindet die Empfind\u00adung, indem sie das auf die physis\u00adchen Sinneswahrnehmungen reagierende See\u00adlenglied ist. Laut Rudolf Stein\u00ader ragt sie \u00fcber den physis\u00adchen Leib hin\u00adaus: \u201cAber die Gren\u00adze der Empfind\u00adungsseele f\u00e4llt nicht mit der\u00adjeni\u00adgen des physis\u00adchen K\u00f6r\u00adpers zusam\u00admen. Diese Seele ragt \u00fcber den physis\u00adchen Leib hin\u00adaus. Man sieht daraus, da\u00df sie sich m\u00e4chtiger erweist, als er ist.\u201d (GA 9, S. 39) Und indem die Empfind\u00adungsseele gr\u00f6\u00dfer ist als der physis\u00adche Leib, bildet sie etwas wie einen \u00dcber\u00adgang von Welt und Men\u00adsch, etwas wie der Kitt zwis\u00adchen den bei\u00adden Teilen. Gle\u00adichzeit\u00adig ist die Empfind\u00adungsseele an den Leib gebun\u00adden. Rudolf Stein\u00ader f\u00e4hrt fort: \u201cAber die Kraft, durch die ihr die Gren\u00adze geset\u00adzt ist, geht von dem physis\u00adchen Leibe aus.\u201d (GA 9, S.&nbsp;39)<\/p>\n<p>Die Seele, die im Mantra 5 E zum Wel\u00adten\u00adsein geweit\u00adet ist, kann also nicht die Empfind\u00adungsseele sein \u2014 jeden\u00adfalls nicht, wenn die Weitung r\u00e4um\u00adlich gedacht wird.<\/p>\n<p>Die zeitlichen R\u00e4ume, die von der Empfind\u00adungsseele \u00fcberspan\u00adnt wer\u00adden, sind dage\u00adgen gro\u00df, denn sie spielt f\u00fcr das Erin\u00adnern eine wichtige Rolle. Sie ist es, die nach Rudolf Stein\u00ader die Erleb\u00adnisse \u00fcber den Augen\u00adblick der Gegen\u00adwart hin\u00adaus bewahrt. \u201cF\u00fcr das \u00abIch\u00bb bedeuten Erin\u00adnerung und Vergessen etwas dur\u00adchaus \u00c4hn\u00adlich\u00ades wie f\u00fcr den Astralleib Wachen und Schlaf. Wie der Schlaf die Sor\u00adgen und Bek\u00fcm\u00admernisse des Tages in ein Nichts ver\u00adschwinden l\u00e4\u00dft, so bre\u00adit\u00adet Vergessen einen Schleier \u00fcber die schlim\u00admen Erfahrun\u00adgen des Lebens und l\u00f6scht dadurch einen Teil der Ver\u00adgan\u00adgen\u00adheit aus. Und wie der Schlaf notwendig ist, damit die ersch\u00f6pften Leben\u00adskr\u00e4fte neu gest\u00e4rkt wer\u00adden, so mu\u00df der Men\u00adsch gewisse Teile sein\u00ader Ver\u00adgan\u00adgen\u00adheit aus der Erin\u00adnerung ver\u00adtil\u00adgen, wenn er neuen Erleb\u00adnis\u00adsen frei und unbe\u00adfan\u00adgen gegen\u00fcber\u00adste\u00adhen soll. Aber ger\u00adade aus dem Vergessen erw\u00e4chst ihm St\u00e4rkung f\u00fcr die Wahrnehmung des Neuen. \u2026 Wie w\u00fcrde der Men\u00adsch schreiben, wenn beim jedes\u00adma\u00adli\u00adgen Anset\u00adzen der Fed\u00ader alle die Erleb\u00adnisse in der Seele als Erin\u00adnerung auf\u00adstiegen, welche beim Schreiben\u00adler\u00adnen durchgemacht wer\u00adden mu\u00dften.<\/p>\n<p>Nun tritt die Erin\u00adnerung in ver\u00adschiede\u00adnen Stufen auf. Schon das ist die ein\u00adfach\u00adste Form der Erin\u00adnerung, wenn der Men\u00adsch einen Gegen\u00adstand wahrn\u00adimmt und er dann nach dem Abwen\u00adden von dem Gegen\u00adstande die Vorstel\u00adlung von ihm wieder erweck\u00aden kann. Diese Vorstel\u00adlung hat der Men\u00adsch sich gebildet, w\u00e4hrend er den Gegen\u00adstand wahrgenom\u00admen hat. Es hat sich da ein Vor\u00adgang abge\u00adspielt zwis\u00adchen seinem astralis\u00adchen Leibe und seinem Ich. Der Astralleib hat den \u00e4u\u00dferen Ein\u00addruck von dem Gegen\u00adstande bewu\u00dft gemacht. Doch w\u00fcrde das Wis\u00adsen von dem Gegen\u00adstande nur so lange dauern, als dieser gegen\u00adw\u00e4r\u00adtig ist, wenn das Ich nicht das Wis\u00adsen in sich aufnehmen und zu seinem Besitz\u00adtume machen w\u00fcrde. Hier an diesem Punk\u00adte schei\u00addet die \u00fcbersinnliche Anschau\u00adung das Leib\u00adliche von dem Seel\u00adis\u00adchen. Man spricht vom Astralleibe, solange man die Entste\u00adhung des Wis\u00adsens von einem gegen\u00adw\u00e4r\u00adti\u00adgen Gegen\u00adstande im Auge hat. Das\u00adjenige aber, was dem Wis\u00adsen Dauer gibt, beze\u00adich\u00adnet man als Seele. Man sieht aber zugle\u00adich aus dem Gesagten, wie eng ver\u00adbun\u00adden im Men\u00adschen der Astralleib mit dem Teile der Seele ist, welch\u00ader <strong>dem Wis\u00adsen Dauer ver\u00adlei\u00adht<\/strong>. Bei\u00adde sind gewis\u00adser\u00adma\u00dfen zu einem Gliede der men\u00adschlichen Wesen\u00adheit vere\u00adinigt. Deshalb kann man auch diese Vere\u00adini\u00adgung als Astralleib beze\u00adich\u00adnen. Auch kann man, wenn man eine genaue Beze\u00adich\u00adnung will, von dem Astralleib des Men\u00adschen als dem See\u00adlen\u00adleib sprechen, und von der Seele, insofern sie mit diesem vere\u00adinigt ist, als der <strong>Empfind\u00adungsseele<\/strong>.\u201d (<a href=\"https:\/\/anthrowiki.at\/Empfindungsseele#Literatur\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Lit.<\/a>: <a href=\"https:\/\/odysseetheater.org\/GA\/Buecher\/GA_013.pdf#page=64&amp;view=Fit\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">GA 13, S. 64<\/a>, Her\u00advorhe\u00adbun\u00adgen A.F.)<\/p>\n<p>Hier wird deut\u00adlich, dass der Men\u00adsch, das Ich, durch die Erfahrun\u00adgen in Form von Erin\u00adnerun\u00adgen mit der Welt ver\u00adbun\u00adden ist \u2014 bewirkt durch die Empfind\u00adungsseele. Und mit dem Kar\u00admagedanken im Hin\u00adter\u00adgrund l\u00e4sst sich hinzuf\u00fc\u00adgen, dass diese Verbindung von Men\u00adsch und Welt \u00fcber den Tod hinausreicht.<\/p>\n<p>Das Mantra 4 D schildert, dass die Empfind\u00adung im Licht t\u00e4tig ist. Daf\u00fcr vere\u00adint sie sich in der son\u00adner\u00adhell\u00adten Welt mit Licht\u00ades\u00adfluten. M\u00f6glicher\u00adweise ist sie die unge\u00adnan\u00adnte Weberin des Mantras 5 E, die das Licht ver\u00adwebt, sodass das Schaf\u00adfen der G\u00f6t\u00adter sich offen\u00adbart. Bei dem G\u00f6t\u00adter\u00adschaf\u00adfen k\u00f6n\u00adnte es sich um die Ver\u00adwirk\u00adlichung der Schick\u00adsals\u00adge\u00adset\u00adze han\u00addeln, die das Erleben des vorheri\u00adgen Lebens mit dem jet\u00adzi\u00adgen verbinden.<\/p>\n<p><strong>6 F \u2014 die Vol\u00adlen\u00addung:<\/strong> Das Mantra 6 F spricht sehr \u00e4hn\u00adliche The\u00admen an wie das Mantra 5 E. Doch dieses Mantra ist aus der Per\u00adspek\u00adtive eines sein\u00ader selb\u00adst bewussten Ich-Sprech\u00aders geschrieben, das Mantra 5 E nicht. Ging es beim Mantra 5 E um das Wesen der Seele, geht es hier um das eigene Selb\u00adst. Das <strong>Wesen der Seele<\/strong> (5 E) <em>erscheint<\/em> geweit\u00adet zum Wel\u00adten<em>sein <\/em>und <em>aufer\u00adstanden<\/em> aus der engen Innen\u00admacht der <em>Selb\u00ads\u00adtheit<\/em>. Das <strong>Selb\u00adst<\/strong> des Ich-Sprech\u00aders (6 F) ist zuerst <em>erstanden<\/em> aus der <em>Eigen\u00adheit<\/em> und dann <em>find\u00adet<\/em> es sich als Wel\u00adten<em>offen\u00adbarung&nbsp;<\/em>- und zwar zweifach: sowohl in den Zeit\u00adenkr\u00e4ften, als auch in den Raumeskr\u00e4ften.<\/p>\n<p>Fast spiegel\u00adbildlich sind diese bei\u00adden Mantren ver\u00adschr\u00e4nkt. Was unbe\u00adwusst f\u00fcr das Wesen der Seele (5 E) geschah, ihre Weitung zum Wel\u00adten\u00adsein, bildete die Voraus\u00adset\u00adzung ihrer Aufer\u00adste\u00adhung. Darauf kann das Selb\u00adst auf\u00adbauen. Im Mantra 6 F wird f\u00fcr das Selb\u00adst das Erstanden-sein aus der Eigen\u00adheit als Tat\u00adsache zuerst geschildert. Danach find\u00adet sich das Selb\u00adst als Wel\u00adtenof\u00adfen\u00adbarung. Das Selb\u00adst (6 F) find\u00adet sich als Offen\u00adbarung, als zu ver\u00adste\u00adhende Erschei\u00adn\u00adung, nicht als ver\u00e4n\u00addertes, geweit\u00adetes Sein, als Wel\u00adten\u00adsein, wie das See\u00adlen\u00adwe\u00adsen (5&nbsp;E).<\/p>\n<p>Was im Mantra 5 E ein seins-ver\u00e4n\u00addern\u00adder Prozess war, ist im Mantra 6 F ein Akt der Bewusst\u00adwer\u00addung. Da sie vom Selb\u00adst als Ich-Sprech\u00ader for\u00admuliert wird, han\u00addelt es sich um eine Erken\u00adnt\u00adnis, die dem wachen men\u00adschlichen Bewusst\u00adsein zug\u00e4nglich ist.<\/p>\n<p>Was hat sich also vol\u00adl\u00adzo\u00adgen, wenn das Selb\u00adst aus der Eigen\u00adheit erstanden ist? Sowohl Selb\u00adst<em>heit<\/em> (5 E) als auch Eigen<em>heit<\/em> (6 F) enden auf \u2011heit \u2014 eben\u00adso wie Krank<em>heit<\/em>. Und zusam\u00admen mit dem Verb \u201cerstanden\u201d kommt mir die Szene in den Sinn, in der Chris\u00adtus am Teich Bethes\u00adda zum Lah\u00admen sagt: \u201cSteh auf, Nimm dein Lager und geh!\u201d (Joh. 5,8 \u2014 \u00dcber\u00adset\u00adzung Emil Bock) Rudolf Stein\u00ader beschreibt, dass der Ein\u00adwei\u00adhungss\u00adch\u00fcler ler\u00adnen muss, seinen physis\u00adchen Leib wie etwas au\u00dfer\u00adhalb sein\u00ader Wesen\u00adheit zu tra\u00adgen \u2014 wie der Geheilte sein Lager. Aus der Eigen\u00adheit zu erste\u00adhen k\u00f6n\u00adnte also bedeuten, sich aus der Iden\u00adti\u00adfika\u00adtion des Selb\u00adst mit dem physis\u00adchen K\u00f6r\u00adp\u00ader zu erheben und diesen wie sein Bett zu tra\u00adgen. Rudolf Stein\u00ader sagt: \u201eAlle Men\u00adschen sagen zu dem Leibe, den sie tra\u00adgen: Ich. Dein Leib muss dir nicht wichtiger sein als irgen\u00addein ander\u00ader Gegen\u00adstand. Du musst deinen Leib als etwas Fremdes empfind\u00aden\u201d (<a href=\"#\" data-id=\"GA097\/5\" data-index=\"cgw1t7\" data-file-name=\"GA097\/5 - DAS JOHANNES-EVANGELIUM, Heidelberg, 3. Februar 1907\">GA 97\/5<\/a>). Diese Hal\u00adtung charak\u00adter\u00adisiert eine bes\u00adtimmte Stufe der Ein\u00adwei\u00adhung, bei der der Men\u00adsch lernt, \u201eden Leib als etwas ganz \u00c4u\u00dfer\u00adlich\u00ades anzuse\u00adhen, den Leib herumzu\u00adtra\u00adgen, wie wir son\u00adst ein Instru\u00adment, einen Ham\u00admer oder ein anderes Werkzeug herum\u00adtra\u00adgen\u201d (<a href=\"#\" data-id=\"GA097\/19\" data-index=\"wi32f0\" data-file-name=\"GA097\/19 - DER JOGAPFAD, DIE CHRISTLICH-GNOSTISCHE EINWEIHUNG UND DIE ESOTERIK DER ROSENKREUZER, K\u00f6ln, 30. November 1906\">GA 97\/19<\/a>).<\/p>\n<p>Erst nach dieser Losl\u00f6\u00adsung von der Iden\u00adti\u00adfika\u00adtion des Selb\u00adst mit dem physis\u00adchen Leib kann es sich neu find\u00aden \u2014 als Wel\u00adtenof\u00adfen\u00adbarung. Zwei ver\u00adschiedene Kr\u00e4fte bilden die Grund\u00adlage der neu gefun\u00adde\u00adnen Selb\u00adsterken\u00adnt\u00adnis: die Zeit- und die Raumeskr\u00e4fte. F\u00fcr mich sind die Zeitkr\u00e4fte die dreifache Erschei\u00adn\u00adung der Zeit als Gegen\u00adw\u00e4r\u00adtigkeit, lin\u00adeare und zyk\u00adlis\u00adche Zeit, die durch Kom\u00adbi\u00adna\u00adtion sieben Zeitkr\u00e4fte bilden. Jakob B\u00f6hme nen\u00adnt sie die sieben Quell\u00adgeis\u00adter Gottes (mehr dazu hier: <a href=\"https:\/\/www.stellamaris-seelenkalender.de\/?page_id=2262\">https:\/\/www.stellamaris-seelenkalender.de\/?page_id=2262<\/a>).<\/p>\n<p>Die Raumeskr\u00e4fte erkenne ich in den zw\u00f6lf Tierkreiskr\u00e4ften, die in Gestalt der zw\u00f6lf <a href=\"https:\/\/anthrowiki.at\/Weltanschauung_(Anthroposophie)\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Weltan\u00adschau\u00adun\u00adgen<\/a> zw\u00f6lf Per\u00adspek\u00adtiv\u00aden auf das Men\u00adschen\u00adwe\u00adsen darstellen. Rudolf Stein\u00ader sagt: \u201cWas ich so als die zw\u00f6lf Hauptweltan\u00adschau\u00adun\u00adgen hingestellt habe, das mu\u00df man ken\u00adnen als etwas, was man wirk\u00adlich so \u00fcber\u00adschaut, da\u00df man gle\u00adich\u00adsam immer die eine Weltan\u00adschau\u00adung neben die andere so kre\u00adis\u00adf\u00f6r\u00admig hin stellt und sie ruhend betra\u00adchtet. Sie sind m\u00f6glich; man mu\u00df sie ken\u00adnen. Sie ver\u00adhal\u00adten sich wirk\u00adlich so, da\u00df sie ein geistiges Abbild des uns ja wohlbekan\u00adnten Tierkreis\u00ades sind. Wie den Tierkreis schein\u00adbar die Sonne durch\u00adl\u00e4uft und wie andere Plan\u00adeten schein\u00adbar den Tierkreis durch laufen, so ist es der men\u00adschlichen Seele m\u00f6glich, einen Geis\u00adteskreis zu durch\u00adlaufen, welch\u00ader zw\u00f6lf Weltan\u00adschau\u00adungs\u00adbilder enth\u00e4lt.\u201d (<a href=\"https:\/\/anthrowiki.at\/Weltanschauung_(Anthroposophie)#Literatur\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Lit.<\/a>: <a href=\"https:\/\/odysseetheater.org\/GA\/Buecher\/GA_151.pdf#page=46&amp;view=Fit\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">GA 151, S. 46f<\/a>)<\/p>\n<p>Diesem Selb\u00adst, das sich als Wel\u00adtenof\u00adfen\u00adbarung in Zeit- und Raumeskr\u00e4ften find\u00adet, dem zeigt die Welt \u00fcber\u00adall sein g\u00f6t\u00adtlich\u00ades Urbild und dadurch die Wahrheit des eige\u00adnen Abbild-Seins.<\/p>\n<p>Alle drei Spr\u00fcche sprechen von der Welt, bzw. vom Raum und vom Men\u00adschen. Was den Men\u00adschen bet\u00adrifft, find\u00adet sich hier eine dreistu\u00adfige Benen\u00adnung: 4 D: Men\u00adsch, 5 E: Seele, 6 F: Selb\u00adst. Ver\u00adste\u00adhe ich das Selb\u00adst als Geist \u2014 wie son\u00adst k\u00f6n\u00adnte es sich als Wel\u00adtenof\u00adfen\u00adbarung find\u00aden \u2014 dann entspricht diese Drei\u00adheit K\u00f6r\u00adp\u00ader, Seele und Geist. Sorgt die Empfind\u00adung (4 D) f\u00fcr die Ein\u00adheit von Men\u00adsch und Welt, ste\u00adht das Selb\u00adst (6 F) der zweifachen Wel\u00adtenof\u00adfen\u00adbarung erken\u00adnend gegen\u00fcber. Die Welt wird zum ungetr\u00fcbten Spiegel.<\/p>\n<p>Ein Wort von Vik\u00adtor Frankel soll diese Betra\u00adch\u00adtun\u00adgen abschlie\u00dfen:<\/p>\nEin ganz\u00ader Mensch<br>\nist ein Mensch,<br>\nder Ber\u00fchrung<br>\nmit seinem Urbild hat,<br>\nder sich impulsiert f\u00fchlt,<br>\ndurch das, was er&nbsp;sich<br>\naus sein\u00ader geisti\u00adgen Herkunft<br>\ngebildet hat.\n<p>(Vik\u00adtor Frankl)<\/p>\n<h4><strong>Drei Erg\u00e4nzungen<\/strong><\/h4>\n<h4>Das j\u00fcdische Omer-Z\u00e4hlen<\/h4>\n<p>Begin\u00adnend mit Pes\u00adsach wer\u00adden im Juden\u00adtum 50 Tage bis Sha\u00adwout, dem Wochen\u00adfest gez\u00e4hlt. Das entspricht der Zeitspanne von Ostern bis Pfin\u00adg\u00adsten. Diese Z\u00e4h\u00adlung wird Omer-Z\u00e4hlen genan\u00adnt. Omer bedeutet die erste Garbe der neuen Ernte, die feier\u00adlich geschnit\u00adten und geopfert wurde. Diese Zeit gilt als Zeit der inneren Heilung und schrit\u00adtweisen Kor\u00adrek\u00adtur nach dem an Pes\u00adsach gedacht\u00aden Auszug aus \u00c4gypten. Nach kab\u00adbal\u00adis\u00adtis\u00adch\u00ader Tra\u00addi\u00adtion bedeutet dieser Auszug die \u00dcber\u00adwin\u00addung des Egos. Danach m\u00fcssen Schritte innere Neuaus\u00adrich\u00adtung und St\u00e4rkung bis zum Emp\u00adfang der Tho\u00adra, des g\u00f6t\u00adtlichen Licht\u00ades an Scha\u00adwout, vol\u00adl\u00adzo\u00adgen wer\u00adden. Das innere Wach\u00ads\u00adtum wird begleit\u00adet durch das Omer-Z\u00e4hlen. Seit tal\u00admud\u00adis\u00adch\u00ader Zeit ist diese Phase wegen der Ermor\u00addung der Sch\u00fcler von Rab\u00adbi Aki\u00adba eine Trauerzeit, die nur durch den 33. Tag, genan\u00adnt Lag BaOmer, unter\u00adbrochen wird. Dies ist ein freudi\u00adger Tag, ein inner\u00ader Wen\u00addepunkt in der Verbindung zu Gott, an dem im Gegen\u00adsatz zu den anderen Tagen Hochzeit\u00aden gefeiert wer\u00adden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Lege ich die Tage von Ostern bis Pfin\u00adg\u00adsten zu Grunde, ist der 33. Tag der Don\u00adner\u00adstag der Licht\u00adspruch-Woche 5 E und damit genau eine Woche vor Him\u00admelfahrt, das stets am 40. Tag nach Ostern gefeiert wird.<\/p>\n<h4>Das Fenster der Weisheit und der Spiegel der r\u00e4tselhaften Schau \u2014 Erkenntnism\u00f6glichkeiten der Engel und des Menschen nach Alanus ab Insulis<\/h4>\n<p>Alanus ab Insulis (um 1120 \u2014 1202) spricht von einem \u201eFen\u00adster der Weisheit\u201d, durch das die Engel schauen und von einem \u201eSpiegel der r\u00e4t\u00adsel\u00adhaften Schau\u201d, in den Men\u00adschen blick\u00aden. Die Engel erblick\u00aden also durch das Fen\u00adster die Welt direkt, der Men\u00adsch schaut im Spiegel sich selb\u00adst. Er muss durch die Selb\u00adsterken\u00adnt\u00adnis zu Wel\u00adterken\u00adnt\u00adnis kommen.<\/p>\n<p>Der Engel ist ein Zeichen, der Men\u00adsch ein Bild Gottes. Alanus erk\u00adl\u00e4rt: \u201eDich, Gott, preisen in den H\u00f6hen die Engel. O wun\u00adder\u00adbare Erhaben\u00adheit der G\u00f6t\u00adtlichkeit, die die Engel in den H\u00f6hen preisen, die Men\u00adschen auf der Erde beken\u00adnen; die die unbe\u00adseel\u00adten Dinge verk\u00fcndi\u00adgen, die K\u00f6nige anbeten. Diese Erhaben\u00adheit erken\u00adnen die Engel im Begriff (species), die Men\u00adschen sehnen sich nach ihr in ihrer Hoff\u00adnung (spes); die Engel schauen sie in dem <strong>Fen\u00adster<\/strong> (spec\u00adu\u00adlar); ihrer Weisheit, die Men\u00adschen sehen sie im <strong>Spiegel<\/strong> (specu\u00adlum) der r\u00e4t\u00adsel\u00adhaften Schau. Engel sind B\u00fcrg\u00ader, wir Ver\u00adban\u00adnte; sie sind ein Zeichen Gottes, wir ein&nbsp;Bild.<\/p>\n<p>Es beste\u00adht n\u00e4m\u00adlich ein Unter\u00adschied zwis\u00adchen einem Zeichen Gottes, einem Abbild, einem Bild und einem Kennze\u00adichen. Das Abbild des Vater\u00adgottes ist der Sohn, insofern er ihn in allem abbildet; denn er ist mit dem Vater gle\u00adich, gle\u00adichewig und wesens\u00adgle\u00adich. Der Engel dage\u00adgen ist ein Zeichen Gottes, insofern er ihn in einigem abbildet; denn in vielem ist der Engel Gott \u00e4hn\u00adlich, jedoch nicht in allem. Deshalb hei\u00dft es von Luz\u00adifer im Hin\u00adblick auf seinen Stand vor dem Fall: &lt;Du [warst] das Zeichen der \u00c4hn\u00adlichkeit Gottes&gt; (Ezechiel 28,12). Dage\u00adgen ist der Sohn das Abbild des Vaters auf\u00adgrund der Wesen\u00adsein\u00adheit, der Engel aber ein Zeichen im Sinne ein\u00ader Nachah\u00admung. Schlie\u00dflich wird der Men\u00adsch als Bild Gottes wie ein Nach\u00adbild beze\u00adich\u00adnet, weil er nicht so deut\u00adlich wie der Engel Gott \u00e4hn\u00adlich ist. Und alles Geschaf\u00adfene wird Kennze\u00adichen Gottes genan\u00adnt, weil es durch sein Wesen, seine Ord\u00adnung und durch seine Sch\u00f6n\u00adheit Gott verk\u00fcndigt\u201d (Wolf-Ulrich Kl\u00fcnker, Alanus ab Insulis, 1993, S. 49,&nbsp;51).<\/p>\n<h4>Der Spiegel, Magie, Mythos, Geschichte<\/h4>\n<p>Der Spiegel diente in ver\u00adschiede\u00adnen alten Kul\u00adturen magis\u00adchen Zweck\u00aden. So wurde die Kraft des \u00e4gyp\u00adtis\u00adchen Son\u00adnen- und Sch\u00f6pfer\u00adgottes Re im Spiegel einge\u00adfan\u00adgen, eben\u00adso im Shin\u00adto\u00adis\u00admus, wo der Spiegel als &lt;Selb\u00adst&gt; der Son\u00adneng\u00f6t\u00adtin galt. Der Name der mexikanis\u00adchen Lebens\u00adg\u00f6t\u00adtin Taz\u00adcatlipo\u00adka bedeutet &lt;gl\u00e4nzen\u00adder Spiegel&gt; und Tez\u00adcatlipoca, Gott der Nacht und der Materie bei den Tolteken und Azteken wurde &lt;rauchende Spiegel&gt; genan\u00adnt. Er blickt damit in die Herzen und die Zukun\u00adft. Auch Dionysos f\u00fchrte einen Spiegel mit und die kyk\u00adladis\u00adchen Mar\u00admorschalen dien\u00adten wahrschein\u00adlich als Wasserspiegel.<\/p>\n<p>Im Fol\u00adgen\u00adden gebe ich einen (gek\u00fcrzten) Artikels von Eri\u00adka Zeise wieder, der 1986 in der Zeitschrift \u201cDie Chris\u00adtenge\u00admein\u00adschaft\u201d erschienen ist.<\/p>\n<p>\u201eSpiegel erm\u00f6glicht\u00aden, dem Volks\u00adglauben nach, nicht nur Aus\u00adblicke in r\u00e4um\u00adliche, son\u00addern auch in zeitliche Fer\u00adnen. Sie haben okkulte Kr\u00e4fte, man sieht mit ihnen in die Zukun\u00adft. Weit ver\u00adbre\u00adit\u00adet war die Furcht, das Bild im Spiegel, wenn auch nur im Traum, k\u00fcnde den Tod an. Noch bis heute glauben Melane\u00adsi\u00ader, Zulus, und die Nach\u00adfahren der Atzteken, der\u00adjenige sterbe, der sein Bild im Spiegel erblickt, und sie ver\u00adbi\u00adeten deshalb kleinen Kindern und schwan\u00adgeren Frauen, in den Wasser\u00adspiegel zu schauen. Bis heute wer\u00adden auch bei uns noch nach einem Todes\u00adfall die Spiegel ver\u00adh\u00e4ngt oder nach der Wand gekehrt, damit der Geist der Ver\u00adstor\u00adbe\u00adnen nicht das Spiegel\u00adbild der Leben\u00adden und damit dessen Seele mit\u00adnehmen kann. Denn das Spiegel\u00adbild wurde, als magis\u00adches Geis\u00adter\u00adbild, als Offen\u00adbarung aus ein\u00ader anderen Welt, mit der Seele gle\u00adichge\u00adset\u00adzt. Das melane\u00adsis\u00adche Wort f\u00fcr Spiegel ist gle\u00adichbe\u00addeu\u00adtend mit &lt;Seele&gt;. Im Hin\u00addu-Bud\u00addhis\u00admus gibt es Darstel\u00adlun\u00adgen von Yama, dem Her\u00adrn des Toten\u00adre\u00adichs, der zum Gericht einen Spiegel des Kar\u00admas f\u00fcr seinen Urteilsspruch benutzt. \u2026 Die Geschichte des Spiegels, der Bewusst\u00adsein f\u00f6rdert und gle\u00adichzeit\u00adig glei\u00dfner\u00adisch ver\u00adf\u00fchrt, der sehend und auch blind machen kann, \u2026 seit dem Mit\u00adte\u00adlal\u00adter [umfasst die Bedeu\u00adtung des Spiegels] den Bere\u00adich der Moral. So kon\u00adnte der Spiegel das Sinnbild des Lasters, der Ver\u00adschwen\u00addung eben\u00adso sein wie das Sym\u00adbol der Weisheit. \u2026 Das Auge wurde immer als Spiegel der Seele ange\u00adse\u00adhen. Aristo\u00adphanes nan\u00adnte es &lt;der Son\u00adnen\u00adscheibe Wider\u00adspiel&gt;. Plotin \u00e4u\u00dfert sich im 1. Buch der Ennead\u00aden: &lt;Niemals w\u00fcrde das Auge die Sonne sehen, wenn es nicht son\u00adnen\u00adhaft w\u00e4re&gt;, was Goethe zu den Versen veranlasste:<\/p>\n<p>W\u00e4r nicht das Auge sonnenhaft,<\/p>\n<p>Die Sonne k\u00f6n\u00adnt es nie erblicken;<\/p>\n<p>L\u00e4g nicht in uns des Gottes eigne&nbsp;Kraft,<\/p>\n<p>Wie k\u00f6n\u00adnt\u00b4 uns G\u00f6t\u00adtlich\u00ades entz\u00fccken?<\/p>\n<p>Aber im Auge spiegelt sich auch der n\u00e4ch\u00adste Men\u00adsch, die Mut\u00adter, der Liebende. Die Pupille hei\u00dft ja &lt;P\u00fcp\u00adpchen&gt; wegen dieser Spiegelung. \u2026 Denn hin\u00adter der Spiegelung im anderen ste\u00adht als Bild die Spiegelung des Men\u00adschen im Auge Gottes. Der Mys\u00adtik\u00ader Jakob B\u00f6hme schreibt \u00fcber das Auge als Spiegel der Seele, es sei &lt;ein Mod\u00adell des ersten Spiegels, welch\u00ader Gott selb\u00adst ist, der Ewigkeit Auge, das macht und ist ein Spiegel: Gottes Wun\u00adder\u00adauge, da von Ewigkeit ist alles Wer\u00adden darin\u00adnen gese\u00adhen worden&gt;.<\/p>\n<p>\u2026 Und Goethe nimmt in sein\u00ader Far\u00adben\u00adlehre einen Gedanken Leonar\u00addos auf, der emp\u00adfiehlt, ein Licht zwis\u00adchen zwei Spiegel zu stellen, um die Unendlichkeit zu&nbsp;ahnen:<\/p>\n<p>Spiegel h\u00fcben, Spiegel dr\u00fcben,<\/p>\n<p>Dop\u00adpel\u00adstel\u00adlung auserlesen.<\/p>\n<p>Und dazwis\u00adchen ruht im Tr\u00fcben<\/p>\n<p>Als Kristall das Menschenwesen.<\/p>\n<p>\u2026 Aus dem gesamten Bere\u00adich des Spiegels, ange\u00adsiedelt zwis\u00adchen Materie und Geist, hebt uns Paulus im 1. Korinther, Kap. 13, Vers 12, mit den Worten her\u00adaus: &lt;Denn jet\u00adzt sehen wir in einem Spiegel nur undeut\u00adliche Bilder, dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jet\u00adzt ist mein Erken\u00adnen nur St\u00fcck\u00adw\u00aderk; dann aber werde ich ganz erken\u00adnen, wie auch ich ganz erkan\u00adnt wor\u00adden bin&gt;.\u201d (Eri\u00adka Zeise, in der Zeitschrift: Die Chris\u00adtenge\u00admein\u00adschaft, April&nbsp;1986)<\/p>\n\t\t\t<a href=\"https:\/\/www.stellamaris-seelenkalender.de\/?page_id=4033\" target=\"_self\">\n\t\t\t\t\t\tn\u00e4ch\u00adster Blog-Ein\u00adtrag 5 E \u2014 6 F \u2014 7&nbsp;G&nbsp;<\/a>\n\t\t\t<a href=\"https:\/\/www.stellamaris-seelenkalender.de\/?page_id=136\" target=\"_self\">\n\t\t\t\t\t\tzur\u00fcck zur \u00dcbersicht&nbsp;<\/a>\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Zeit-Impuls des Mantras 5 E ergie\u00dft sich dreifach Ver\u00ad\u00ad\u00adgan\u00ad\u00ad\u00adgen\u00adheit-Vor\u00adbere\u00adi\u00ad\u00adtung Gegen\u00adwart-Geist-Impuls Zukun\u00adft-Vol\u00adlen\u00ad\u00ad\u00addung 4 D Ich f\u00fch\u00adle Wesen meines Wesens: So spricht Empfind\u00adung, Die in der son\u00adner\u00adhell\u00adten Welt Mit Licht\u00ades\u00adfluten sich vere\u00adint; Sie will dem Denken Zur Klarheit W\u00e4rme schenken Und Men\u00adsch und Welt In Ein\u00adheit fest verbinden. 5 E Im Lichte das aus Geis\u00adtestiefen Im\u2026<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"wp_typography_post_enhancements_disabled":false,"footnotes":""},"class_list":["post-4016","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.stellamaris-seelenkalender.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/4016","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.stellamaris-seelenkalender.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.stellamaris-seelenkalender.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.stellamaris-seelenkalender.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.stellamaris-seelenkalender.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4016"}],"version-history":[{"count":12,"href":"https:\/\/www.stellamaris-seelenkalender.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/4016\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4056,"href":"https:\/\/www.stellamaris-seelenkalender.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/4016\/revisions\/4056"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.stellamaris-seelenkalender.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4016"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}