{"id":3207,"date":"2025-03-07T16:12:15","date_gmt":"2025-03-07T15:12:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.stellamaris-seelenkalender.de\/?page_id=3207"},"modified":"2025-09-01T21:39:28","modified_gmt":"2025-09-01T19:39:28","slug":"blog-beitrag-1-2-copy-3-copy-7-copy-copy-copy-copy-copy-2-copy-copy-copy-copy-copy-copy-copy-copy-copy-copy-copy-copy-copy-copy-copy-copy-copy-copy-copy-copy-copy-copy-2-copy-copy","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.stellamaris-seelenkalender.de\/?page_id=3207","title":{"rendered":"Blog \u2014 Gegenspr\u00fcche 22 V \u2014 47&nbsp;v"},"content":{"rendered":"\n\n\t<h4><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.stellamaris-seelenkalender.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/22-V-47-v-300x169.png\" alt width=\"300\" height=\"169\"><\/h4>\n<h4><strong>Die Gegenspr\u00fcche 22 V<\/strong><strong> und 47&nbsp;v<\/strong><\/h4>\n<table width=\"713\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"311\"><strong>22 V<\/strong>\n<p>Das Licht aus Weltenweiten,<\/p>\n<p>Im Innern lebt es kr\u00e4ftig fort:<\/p>\n<p>Es wird zum Seelenlichte<\/p>\n<p>Und leuchtet in die Geistestiefen,<\/p>\n<p>Um Fr\u00fcchte zu entbinden,<\/p>\n<p>Die Men\u00adschenselb\u00adst aus Weltenselbst<\/p>\nIm Zeit\u00aden\u00adlaufe reifen lassen.<\/td>\n<td width=\"16\"><\/td>\n<td width=\"311\"><strong>47 v<\/strong>\n<p>Es will erste\u00adhen aus dem Weltenscho\u00dfe,<\/p>\n<p>Den Sin\u00adnen\u00adschein erquick\u00adend, Werdelust.<\/p>\n<p>Sie finde meines Denkens Kraft<\/p>\n<p>Ger\u00fcstet durch die Gotteskr\u00e4fte,<\/p>\n<p>Die kr\u00e4ftig mir im Innern leben.<\/p>\n<p>\u2026<\/p>\n\u2026<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<h4><strong>Die Eurythmieformen zu den Mantren 22 V und 47&nbsp;v<\/strong><\/h4>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.stellamaris-seelenkalender.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/22-V-300x169.png\" alt width=\"300\" height=\"169\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.stellamaris-seelenkalender.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/47-v-300x169.png\" alt width=\"300\" height=\"169\"><\/p>\n<h4><strong>\u00dcber den Buchstaben \u201cV\u201d<\/strong><\/h4>\n<p>Das V ist im Deutschen ein schein\u00adbar \u00fcber\u00adfl\u00fcs\u00adsiger Buch\u00adstabe. Mal lautet es wie F, mal wie W. Beispiele f\u00fcr die F\u2011Lautung sind: \u2018Vater\u2019, \u2018Vieh\u2019, \u2018viel\u2019, \u2018vier\u2019, \u2018Ver\u00adlust\u2019, \u2018Vogel\u2019, \u2018Volk\u2019, \u2018vor\u2019 und Beispiele f\u00fcr die W\u2011Lautung sind: \u2018Vase\u2019, \u2018Vanille\u2019, \u2018Verb\u2019, \u2018Ven\u00adti\u00adla\u00adtor\u2019, \u2018vio\u00adlett\u2019, \u2018Vil\u00adla\u2019, \u2018Vibra\u00adtion\u2019, \u2018Vol\u00adu\u00admen\u2019. Ste\u00adht das V im Wort, wird es meist als W gesprochen (\u2018Pullover\u2019, \u2018Lava\u2019, doch in \u2018Eva\u2019 als F), ste\u00adht es am Ende, als F (\u2018Vesuv\u2019, \u2018Nerv\u2019, \u2018fik\u00adtiv\u2019). Viele W\u00f6rter mit V stam\u00admen aus der lateinis\u00adchen Sprache, denn diese war nicht nur eine auf U ges\u00adtimmte Sprache (siehe Blog <a href=\"https:\/\/www.stellamaris-seelenkalender.de\/?page_id=3184\">21 U \u2014 46 u<\/a>), son\u00addern auch eine mit vie\u00adlen V\u2011W\u00f6rtern, zumal U und V durch das\u00adselbe Zeichen wiedergegeben wurden.<\/p>\n<p>Anders als die recht ein\u00addeuti\u00adgen Laut-Buch\u00adstaben Zuord\u00adnun\u00adgen wie z.B. T und R gibt es f\u00fcr das F \u2014 V \u2014 W und U eher flu\u00adide Gren\u00adzen. Das V ste\u00adht im Alpha\u00adbet direkt vor dem W, weist jedoch geschichtlich betra\u00adchtet auch zum F eine Beziehung auf, das viel fr\u00fcher im Alpha\u00adbet seinen Platz hat. Das V ste\u00adht im Alpha\u00adbet also zwis\u00adchen F und W und kann bei\u00adde Lau\u00adtun\u00adgen annehmen. So stellt sich die Frage nach seinem eige\u00adnen Wesen, das durch den Laut eher vor\u00adbor\u00adgen als offen\u00adbart&nbsp;wird.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst zur Geschichte des V: Im Lateinis\u00adchen zeigt sich das V mit dem U ver\u00adwandt, denn bei\u00adde Laute wur\u00adden, wie schon erw\u00e4h\u00adnt, durch das\u00adselbe Zeichen repr\u00e4sen\u00adtiert, durch V. Der Name des V, also \u2018Vau\u2019, stammt aus dem ph\u00f6nizisch-griechis\u00adchen Alpha\u00adbet, wo es den V\u2011W-Laut beze\u00adich\u00adnete. Hier war er auch noch dem B ver\u00adwandt, sodass sein Name \u2018Bau\u2019 bzw. \u2018Vau\u2019 lautete. Im griechis\u00adchen Alpha\u00adbet ver\u00adschwand der Buch\u00adstabe. In die deutsche Sprache kam das V durch die gelehrte \u00dcber\u00adliefer\u00adung der irischen M\u00f6nche. Die Form des zu Anfang im griechis\u00adchen Alpha\u00adbet vorhan\u00adde\u00adnen Vau (\u03dc, \u03dd) ist dem des lateinis\u00adchen F \u00e4hn\u00adlich, weshalb es auch Digam\u00adma (Zwei-Gam\u00adma (\u0393), zwei \u201cGal\u00adgen\u201d \u2014 in ver\u00adschieden\u00ader H\u00f6he) genan\u00adnt wurde. Das lateinis\u00adche Alpha\u00adbet \u00fcber\u00adnahm dieses Zeichen als F, doch aus dem griechis\u00adchen ver\u00adschwand es.<\/p>\n<p>Der Name Vau stammt vom <strong>hebr\u00e4is\u00adchen<\/strong> Schriftze\u00adichen (\u05d5) <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.stellamaris-seelenkalender.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/22-V-Vav-143x300.png\" alt width=\"11\" height=\"23\">\u2018Vav\u2019 (vv) \u2014 auch Waw tran\u00adskri\u00adbiert \u2014 und bedeutet \u2018Nagel\u2019 oder auch \u2018Hak\u00aden\u2019. Mit \u2018Vav\u2019 war der gold\u00adene (aus ander\u00ader Quelle sil\u00adberne) Nagel gemeint, mit dem der Vorhang vor dem Aller\u00adheilig\u00adsten im Tem\u00adpel befes\u00adtigt&nbsp;war.<\/p>\n<p>Es ist ein Buch\u00adstabe, der auch (je nach hinzuge\u00adf\u00fcgten Punk\u00adten) als Vokalze\u00adichen f\u00fcr das lange O oder U genutzt wer\u00adden kann. Die Posi\u00adtion, an der das Vav das erste Mal im Text der Tora vorkommt, wird als eine Botschaft sein\u00ader Qual\u00adit\u00e4t ver\u00adstanden. Da das hebr\u00e4is\u00adche Alpha\u00adbet aus 22 Buch\u00adstaben beste\u00adht und Vav als der 22. Buch\u00adstabe in der Tora ste\u00adht \u2014 vor dem sech\u00adsten Wort (<strong>\u05d5\u05b0<\/strong>\u05d0\u05b5\u05ea), spielt er auf die sch\u00f6pferische Verbindung zwis\u00adchen allen Buch\u00adstaben an:<\/p>\n<p>Im Anfang schuf Gott die Him\u00admel und die&nbsp;Erde<\/p>\n<p>\u05d1\u05b0\u05bc\u05e8\u05b5\u05d0\u05e9\u05b4\u05c1\u05d9\u05ea \u05d1\u05b8\u05bc\u05e8\u05b8\u05d0 \u05d0\u05b1\u05dc\u05b9\u05d4\u05b4\u05d9\u05dd \u05d0\u05b5\u05ea \u05d4\u05b7\u05e9\u05b8\u05bc\u05c1\u05de\u05b7\u05d9\u05b4\u05dd <strong>\u05d5\u05b0<\/strong>\u05d0\u05b5\u05ea \u05d4\u05b8\u05d0\u05b8\u05e8\u05b6\u05e5<\/p>\n<p>Diese verbindende Kraft zeigt sich auch im hebr\u00e4is\u00adchen Wort \u2018und\u2019, das \u2018ve\u2019 lautet und nur mit einem Vav geschrieben wird. Das Vav ist daher die verbindende Kraft Gottes, der g\u00f6t\u00adtliche \u201cNagel\u201d, der Him\u00admel und Erde, Geist und Materie miteinan\u00adder verbindet. Au\u00dfer\u00addem wer\u00adden in der Tora 17 Buch\u00adstaben im Flie\u00df\u00adtext ver\u00adstreut beson\u00adders her\u00advorge\u00adhoben. Der neunte und mit\u00adtlere dieser her\u00adaus\u00adgestell\u00adten Buch\u00adstaben befind\u00adet sich im 3. Buch Moses (11,42) im Wort \u2018Bauch\u2019 (\u05d2\u05b8\u05bc\u05d7\u05d5\u05b9\u05df \u2018Gachon\u2019) und ist ein Vav. Dieses Vav (das hier f\u00fcr O ste\u00adht) ist beson\u00adders gro\u00df geschrieben (\u05d2\u05b8\u05bc\u05d7\u05d5\u05b9\u05df \u2018Gachon\u2019). Nur zweimal kommt dieses Wort in der Tora vor. Vor diesem her\u00advorge\u00adhobe\u00adnen Wort beze\u00adich\u00adnet \u2018Gachon\u2019 den Bauch der Schlange, auf dem diese nach dem S\u00fcn\u00adden\u00adfall kriechen muss (1. Mos 3,14).<\/p>\n<p>F\u00fcr mich wird dadurch die Assozi\u00ada\u00adtion des Bauchn\u00adabels als \u201cBauch-Nagel\u201d geweckt, um den im \u00fcber\u00adtra\u00adge\u00adnen Sinne das Wohl und Wehe des Men\u00adschen kreist. Um den Polarstern kreist das ganze Fir\u00adma\u00adment, weshalb er in schaman\u00adis\u00adchen Kul\u00adturen als Him\u00admel\u00adsnagel ange\u00adse\u00adhen wurde, denn hier scheint das Him\u00admels\u00adgew\u00f6lbe befes\u00adtigt zu&nbsp;sein.<\/p>\n<p>Die \u00fcber\u00adtra\u00adgene Bedeu\u00adtung von Vav ist im Hebr\u00e4is\u00adchen die Verbindung. \u201cWenn man nun das Waw an den Beginn eines jeden anderen Wortes set\u00adzt, so erh\u00e4lt man, auf ein\u00ader syn\u00adtak\u00adtis\u00adchen Ebene, die Bedeu\u00adtung \u201eund\u201d; z. B. \u2018v\u2019eileh\u2019 bedeutet \u2018und diese Dinge\u2019. In einem Satz ist das \u2018und\u2019 der Hak\u00aden [bzw. Nagel], welch\u00ader ein Wort, oder einen Satz, mit dem n\u00e4ch\u00adsten verbindet. Wenn man nun das Vav mit einem Verb verbindet, so ver\u00e4n\u00addert das Verb seine Zeit\u00adform, entwed\u00ader von der Ver\u00adgan\u00adgen\u00adheit in die Zukun\u00adft oder von der Zukun\u00adft in die Ver\u00adgan\u00adgen\u00adheit. Zum Beispiel bedeutet das hebr\u00e4is\u00adche Wort \u2018hoiya\u2019 \u2014 \u2018es war\u2019. Das Wort \u2018v\u2019hoiya\u2019 bedeutet\u2019 \u2018es wird sein\u2019. Durch blo\u00dfes anf\u00fc\u00adgen des Waw wird die Ver\u00adgan\u00adgen\u00adheit in die Zukun\u00adft ver\u00adwan\u00addelt. Hier\u00adf\u00fcr betra\u00adcht\u00aden wir das Wort \u2018yehi\u2019, welch\u00ades \u2018es wird sein\u2019 bedeutet, wie in \u2018yehi or\u2019 \u2014 [Und Gott sagte,] \u2018Es werde Licht\u2019. Set\u00adzen wir nun das Waw davor \u2014 \u2018vayehi\u2019 \u2014 und die Bedeu\u00adtung ver\u00e4n\u00addert sich zu, \u2018Es wurde Licht\u2019, also die Ver\u00adgan\u00adgen\u00adheit.\u201d (<a href=\"https:\/\/de.chabad.org\/library\/article_cdo\/aid\/472757\/jewish\/Waw-Verbindung.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">J\u00fcdische.info<\/a>)<\/p>\n<p>Da Vav der sech\u00adste Buch\u00adstabe im hebr\u00e4is\u00adchen Alpha\u00adbet ist, wird er mit dem sech\u00adsten Sch\u00f6p\u00adfungstag und damit im Beson\u00adderen mit dem Men\u00adschen ver\u00adbun\u00adden, denn am sech\u00adsten Tag schuf Gott den Men\u00adschen. Das sech\u00adste der zehn Gebote (in der j\u00fcdis\u00adchen und christlich ortho\u00addox\u00aden Z\u00e4h\u00adlung) ist wiederum: \u201cDu sollst nicht t\u00f6ten.\u201d Dadurch kommt Vav in einen Zusam\u00admen\u00adhang mit den N\u00e4geln der Kreuzigung.<\/p>\n<p>Das hebr\u00e4is\u00adche Vav ste\u00adht nach Johann Christoph Faul\u00admann (24. 6. 1835 \u2014 28. 6. 1894), einem Alpha\u00adbet\u00adforsch\u00ader, in Zusam\u00admen\u00adhang mit dem (ver\u00admut\u00adlich alt-)\u00e4gyptischen \u2018ua\u2019 (also \u2018va\u2019), das \u2018Speer\u2019 und \u2018Waffe\u2019 bedeutet. (Ernst Moll, Die Sprache der Laute, S. 416) Das F ist laut Rudolf Stein\u00ader der Laut der in der Welt wal\u00adtenden Weisheit. Wird daraus men\u00adschliche Erken\u00adnt\u00adnis, muss diese gewon\u00adnen, errun\u00adgen, erk\u00e4mpft wer\u00adden. Vav kann deshalb als die Waffe betra\u00adchtet wer\u00adden, um Erken\u00adnt\u00adnis zu gewin\u00adnen. Vav ist das Fes\u00adt\u00adnageln, das Auf-die-Erde-brin\u00adgen der kos\u00admis\u00adchen Weisheit, wenn sie men\u00adschlich\u00ades Wis\u00adsen wird. Doch damit erstirbt sie. So sagt man \u201cdas trifft den Nagel auf den Kopf\u201d, wenn eine Erken\u00adnt\u00adnis zutrifft. Ist jemand zu eng\u00adstirnig, so ist er vol\u00adlkom\u00admen \u201cver\u00adnagelt\u201d. Das Vau bzw. Bau zim\u00admert das geistige Gedankenge\u00adb\u00e4ude, sodass die eben\u00adso m\u00f6gliche Lau\u00adtung mit B \u2014 nun zwar in deutsch\u00ader Sprache \u2014 stim\u00admig&nbsp;ist.<\/p>\n<p>Das Bild des Nagels vere\u00adint drei Aspek\u00adte, die auch der Zeit eigen sind: die Ger\u00adade des Stifts \u2014 die lin\u00adeare Zeit; das Runde des Kopfes \u2014 die zyk\u00adlis\u00adche Zeit; das Punk\u00adtar\u00adtige der Spitze \u2014 die Gegen\u00adw\u00e4r\u00adtigkeit. Die F\u2011Lautung des V, das ger\u00adade und schmale Her\u00adauss\u00adchie\u00dfen der Luft, entspricht im Bild des Nagels seinem Stift; die W\u2011Lautung, der weichere, umh\u00fcl\u00adlende, bewegte Klang, entspricht dem Kopf des Nagels, sofern an das Runde, \u201cUmkreisende\u201d der Form gedacht wird. Und an die Spitze des Nagels erin\u00adnert die lateinis\u00adche Form des V selb\u00adst. Als U gesprochen ist es die Furcht, die Gegen\u00adw\u00e4r\u00adtigkeit wachruft.<\/p>\n<p>Der Speer des \u00e4gyp\u00adtis\u00adchen \u2018ua\u2019 akzen\u00adtu\u00adiert ein\u00adseit\u00adig den Stift des Nagels und verdeut\u00adlicht dadurch den lin\u00adearen Zeitaspekt, der f\u00fcr die artikulierte Sprache notwendig ist. Der Speer ist ein Sym\u00adbol, das in ver\u00adschiede\u00adnen Zusam\u00admen\u00adh\u00e4n\u00adgen auftritt. Der G\u00f6t\u00adter\u00advater der nordis\u00adchen Mytholo\u00adgie ist Odhin und seine Waffe ist der Speer Gung\u00adnir (der Vor\u00adw\u00e4rts\u00addr\u00e4n\u00adgende), der nie sein Ziel ver\u00adfehlt. Dieser Speer ist Bild der vom Men\u00adschen her\u00adaus\u00adgeschleud\u00aderten Worte, der Sprache, die andere Men\u00adschen erre\u00adicht. (siehe: Gun\u00addu\u00adla J\u00e4ger, Die Bild\u00adsprache der Edda, S. 46) Diesen Speer schleud\u00aderte Odhin aus dem kriegerischen Reich der Asen ins fried\u00adliebende Reich der Waneng\u00f6t\u00adter, woraufhin der erste Krieg in der Welt aus\u00adbrach. Im Bild des Speeres wird der dama\u00adlige Bewusst\u00adseins\u00adfortschritt der Men\u00adschheit deut\u00adlich. Der lin\u00adeare Aspekt der Zeit bekam eine Vor\u00adma\u00adcht\u00adstel\u00adlung, wodurch sich das irdisch-logis\u00adche Denken und das duale, der Welt gegen\u00fcber\u00adste\u00adhende Bewusst\u00adsein entwick\u00adeln kon\u00adnte. Seit\u00addem wirkt die Sprache nicht nur vere\u00adinend, son\u00addern im Stre\u00adit auch ver\u00adlet\u00adzend. Die blutige Lanze, ein mit dem Speer nahe ver\u00adwandtes Bild, ist Sym\u00adbol der Schuld des Gral\u00adsk\u00f6nigs Amphortas.<\/p>\n<p>Die Alten emp\u00adfan\u00adden nicht ihr Denken als Quel\u00adlort von Weisheit, son\u00addern sie empfin\u00adgen diese von au\u00dfen, von den G\u00f6t\u00adtern. Sie wehte ihnen zu mit dem Wind. Tat\u00ads\u00e4ch\u00adlich ist die gro\u00dfe Mut\u00adterg\u00f6t\u00adtin, die stein- und bronzezeitliche Vogel\u00adg\u00f6t\u00adtin, durch das V\u2011Zeichen ken\u00adntlich. Ihr anderes Erken\u00adnungsze\u00adichen ist das X, das sich im Kreuz der Licht\u00adspr\u00fcche wiederfind\u00aden k\u00f6n\u00adnte (<a href=\"https:\/\/www.stellamaris-seelenkalender.de\/?page_id=1258\">Blog 22 V<\/a>). So kann man, schreibt Her\u00admann Beckh, im F\u2011V-W-Laut erleben \u201cden reinen kos\u00admis\u00adche Urton, das reine Prinzip des Wel\u00adtenwe\u00adhens und Wel\u00adtenwebens, und wir k\u00f6n\u00adnen von hier aus ver\u00adste\u00adhen, wie dieser Laut ger\u00adadezu zum Zeichen des Wel\u00adten-Wortes wer\u00adden kann. \u2026 V als Zeichen des Wel\u00adtenwortes wird dann zum Anlaut von [san\u00adscrit] \u2018v\u00e2c\u2019, das \u2018Wort\u2019, die \u2018Rede\u2019, lateinisch \u2018vox\u2019, vocis\u2019, wo sich das Ursym\u00adbol V mit dem sch\u00f6pferischen K, das im C palatal\u00adisiert ist, verbindet. \u2026 \u2018Wort\u2019 hei\u00dft im Indis\u00adchen auch \u2018vacas\u2019, griechisch \u2018\u00e9pos\u2019, urspr\u00fcnglich v\u00e9pos\u2019. Es ist bemerkenswert, dass das Griechis\u00adche den hier in Rede ste\u00adhen\u00adden, als Zeichen des Urwortes dienen\u00adden Laut, der dort urspr\u00fcnglich als Digam\u00adma vorhan\u00adden war, ganz ver\u00adloren hat, \u2026 wie er ja auch im Hebr\u00e4is\u00adchen nur noch sel\u00adten im Anlaut der W\u00f6rter, und auch im Wortin\u00adnern, mit weni\u00adgen Aus\u00adnah\u00admen, nicht mehr als eigentlich\u00ader Laut, son\u00addern nur noch als Zeichen zu find\u00aden ist, sodass damit das Wesen dieses Lautes sich als etwas Beson\u00adderes vor allen anderen Laut\u00aden charak\u00adter\u00adis\u00adtisch her\u00adaushebt.\u201d (in Ernst Moll, Die Sprache der Laute, S.&nbsp;415)<\/p>\n<p>Das V ist als Blase\u00adlaut Aus\u00addruck von Bewe\u00adgung. Die Bewe\u00adgung, die in der Vor\u00adsilbe \u2018ver-\u2019 liegt, beschreibt Rudolf Stein\u00ader als ein Hin\u00adbe\u00adwe\u00adgen: \u201cNehmen Sie das Wort \u2018ver\u00adwe\u00adsen\u2019 f\u00fcr das\u00adjenige, was nach dem Tode geschieht: \u2018ver-wesen\u2019; die Vor\u00adsilbe \u2018ver-\u2019 ist immer ein Hin\u00adbe\u00adwe\u00adgen zu dem\u00adjeni\u00adgen, was das Wort aus\u00addr\u00fcckt; \u2018ver\u00adbr\u00fcdern\u2019 hei\u00dft, sich nach der Rich\u00adtung des Brud\u00ader\u00adw\u00ader\u00addens bewe\u00adgen. \u2026 \u2018Ver\u00adwe\u00adsen\u2019 bedeutet im Volksmund nicht \u2018aufl\u00f6sen\u2019, nicht \u2018aufh\u00f6ren\u2019, son\u00addern \u2018in das Wesen hinein sich bewe\u00adgen\u2019! Solche, mit dem geisti\u00adgen Erfassen der Welt w\u00e4hrend eines instink\u00adtiv\u00aden Erken\u00adnens zusam\u00admen\u00adh\u00e4n\u00adgende Wort\u00adbil\u00addung wur\u00adden sehr sel\u00adten.\u201d (GA 76, \/204\/277 in: Ernst Moll, Die Sprache der Laute, S.&nbsp;417)<\/p>\n<h4><strong>T\u00e4tigkeit, Weisheit, Wille \u2014 drei Stufen in denen das Dasein verflie\u00dft<\/strong><\/h4>\n<p>Das Mantra 47 v spricht vom Wel\u00adtenwer\u00adden, von der ver\u00adwan\u00addel\u00adnden Macht der Zeit. Sie offen\u00adbart sich dem Men\u00adschen in drei Bildern, in der lin\u00adearen Zeit, der zyk\u00adlis\u00adchen Zeit und im Zeit\u00adpunkt. Obwohl Rudolf Stein\u00ader diese drei Zeitaspek\u00adte nicht erw\u00e4h\u00adnt, habe ich den Ein\u00addruck, dass er sich auf sie bezieht. Er spricht von drei Vorstel\u00adlun\u00adgen, die er f\u00fcr so wichtig h\u00e4lt, dass sie einen Leit\u00adfaden bilden f\u00fcr die ganze Welt und die men\u00adschliche Natur.<\/p>\n<p>\u201eWir wollen uns heute besch\u00e4fti\u00adgen mit drei wichti\u00adgen Vorstel\u00adlun\u00adgen, die zusam\u00admen\u00adh\u00e4n\u00adgen mit den Teilen der men\u00adschlichen Natur. Sie bilden sozusagen einen Leit\u00adfaden durch die ganze Welt. Es sind dies: [erstens] <strong>T\u00e4tigkeit<\/strong> oder <strong>Bewe\u00adgung<\/strong>, [zweit\u00adens] <strong>Weisheit<\/strong>, die auch <strong>Wort<\/strong> genan\u00adnt wird und drit\u00adtens <strong>Wille<\/strong>.<\/p>\n<p>1. Wenn wir von <strong>T\u00e4tigkeit<\/strong> sprechen, meinen wir damit eigentlich etwas sehr All\u00adge\u00admeines. Der Eso\u00adterik\u00ader aber sieht in der T\u00e4tigkeit zun\u00e4chst die Grund\u00adlage des ganzen Wel\u00adte\u00adnalls, wie es uns umgibt. Die erste Gestalt des Wel\u00adte\u00adnalls ist f\u00fcr den Eso\u00adterik\u00ader ein Pro\u00addukt der T\u00e4tigkeit. F\u00fcr den gew\u00f6hn\u00adlichen Men\u00adschensinn erscheint die Welt als etwas Fer\u00adtiges; der Eso\u00adterik\u00ader aber sagt sich, was vor\u00adliegt, ist ein Pro\u00addukt der T\u00e4tigkeit, ein Durch\u00adgangspunkt. Die ganze Welt ist fortw\u00e4hrend in T\u00e4tigkeit. Diese T\u00e4tigkeit ist eigentlich Karma.<\/p>\n<p>Wenn man vom Men\u00adschen spricht, spricht man von seinem Astralk\u00f6r\u00adp\u00ader als von Kar\u00adma, als von T\u00e4tigkeit. Eigentlich ist der Astralk\u00f6r\u00adp\u00ader das\u00adjenige, was dem Men\u00adschen am n\u00e4ch\u00adsten ste\u00adht. Was der Men\u00adsch erlebt, so dass es entschei\u00addet \u00fcber sein Wohl und Wehe, \u00fcber Lust und Leid, das geht von seinem Astralk\u00f6r\u00adp\u00ader aus. Liebe, Lei\u00adden\u00adschaft, Freude, Schmerz, Ide\u00adal, Pflicht h\u00e4n\u00adgen zusam\u00admen mit dem Astralk\u00f6r\u00adp\u00ader. Wenn man von Lust und Leid, Trieben, W\u00fcn\u00adsche und Begier\u00adden spricht, so spricht man vom Astralk\u00f6r\u00adp\u00ader. Der Men\u00adsch erlebt fortw\u00e4hrend den Astralk\u00f6r\u00adp\u00ader, der Seher aber sieht die Form des Astralk\u00f6r\u00adpers. Dieser Astralk\u00f6r\u00adp\u00ader ist in ein\u00ader fortw\u00e4hren\u00adden Umwand\u00adlung begrif\u00adf\u00aden. Zuerst ist er undif\u00adferen\u00adziert, solange der Men\u00adsch noch nicht daran gear\u00adbeit\u00adet hat. Der Men\u00adsch arbeit\u00adet aber fortw\u00e4hrend daran in unser\u00ader Zeit. Wenn er unter\u00adschei\u00addet zwis\u00adchen Erlaubtem und Ver\u00adboten\u00adem, arbeit\u00adet der Men\u00adsch von seinem Ich aus hinein. Seit der Mitte der lemurischen Zeit bis zur Mitte der sech\u00adsten Wurzel\u00adrasse arbeit\u00adet der Men\u00adsch an seinem Astralk\u00f6rper.<\/p>\n<p>Warum arbeit\u00adet der Men\u00adsch daran? Er arbeit\u00adet deshalb an seinem Astralk\u00f6per, weil auf dem Gebi\u00adet der T\u00e4tigkeit jede einzelne T\u00e4tigkeit einen Gen\u00adgen\u00adschlag her\u00advor\u00adruft. Wenn wir mit der Hand \u00fcber die Tis\u00adch\u00adplat\u00adte fahren, so wird sie hei\u00df. Die W\u00e4rme ist der Gegen\u00adschlag zu unser\u00ader T\u00e4tigkeit. So ruft jede T\u00e4tigkeit eine andere hervor.&nbsp;\u2026.<\/p>\n<p>Der men\u00adschliche Astralk\u00f6per ist in fortw\u00e4hren\u00adder T\u00e4tigkeit. Darin beste\u00adht sein Leben. Diese T\u00e4tigkeit nen\u00adnt man im engeren Sinne das men\u00adschliche Kar\u00adma. Was ich heute tue, hat seinen Aus\u00addruck im Astralk\u00f6r\u00adp\u00ader. Wenn ich jeman\u00adden schlage, ist das T\u00e4tigkeit und ruft einen Gegen\u00adschlag her\u00advor. Das ist die aus\u00adgle\u00adichende Gerechtigkeit: Kar\u00adma. T\u00e4tigkeit ist ein Schlag, der einen Gegen\u00adschlag her\u00advor\u00adruft. Damit muss dann der Begriff von Ursache und Wirkung ver\u00adbun\u00adden wer\u00adden. Im Kar\u00adma ist immer etwas Unaus\u00adgeglich\u00adenes; es fordert immer etwas anderes.<\/p>\n<p>2. Das zweite in der men\u00adschlichen Natur und im Wel\u00adte\u00adnall ist: <strong>Weisheit<\/strong>. Eben\u00adso wie Kar\u00adma etwas Unaus\u00adgeglich\u00adenes ist, hat Weisheit etwas von Ruhe, Aus\u00adgeglichen\u00adheit. Darum nen\u00adnt man sie auch Rhyth\u00admus. Alle Weisheit ist der Form nach Rhyth\u00admus. Im Astralk\u00f6r\u00adp\u00ader ist vielle\u00adicht viel Sym\u00adpa\u00adthie, dann ist viel Gr\u00fcnes in der Aura. Dieses Gr\u00fcn wurde ein\u00admal als Gegen\u00adfarbe her\u00adaus\u00adge\u00adfordert. Dem Gr\u00fc\u00adnen entsprach urspr\u00fcnglich ein Rot, ein selb\u00adst\u00ads\u00fcchtiger Instinkt. Das hat sich durch T\u00e4tigkeit, Kar\u00adma, in Gr\u00fcn ver\u00adwan\u00addelt. In der Weisheit, im Rhyth\u00admus ist alles fer\u00adtig, aus\u00adgeglichen. Im Men\u00adschen ist alles Rhyth\u00admis\u00adche, Weisheitsvolle im \u00c4therk\u00f6r\u00adp\u00ader. Der \u00c4therk\u00f6r\u00adp\u00ader ist daher das am Men\u00adschen, was die Weisheit repr\u00e4sen\u00adtiert. Im \u00c4therk\u00f6r\u00adp\u00ader herrscht Ruhe, Rhythmus.<\/p>\n<p>3. Der physis\u00adche K\u00f6r\u00adp\u00ader repr\u00e4sen\u00adtiert eigentlich den <strong>Willen<\/strong>. Wille ist im Gegen\u00adsatz zur blo\u00dfen Ruhe das Sch\u00f6pferische, das hervorbringt.<\/p>\n<p>So haben wir fol\u00adgen\u00adden Auf\u00adstieg: erstens Kar\u00adma, T\u00e4tigkeit, das Unaus\u00adgeglich\u00adene; zweit\u00adens Weisheit, das zur Ruhe Gekommene; drit\u00adtens Wille, ein so \u00fcber\u00advolles Dasein, dass es sich hingeben kann. Also <strong>T\u00e4tigkeit, Weisheit, Wille sind die drei Stufen, in denen alles Dasein ver\u00adflie\u00dft<\/strong>\u201d (Stein\u00ader, GA 93a, 2. Vor\u00adtrag, 27. 9. 1905, S. 22ff, Her\u00advorhe\u00adbun\u00adgen, Aufz\u00e4h\u00adlung und Abs\u00e4tze A.F.).<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.stellamaris-seelenkalender.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Taetigkeit-Weisheit-Wille-GA-93a-S.22ff-237x300.png\" alt width=\"237\" height=\"300\"><\/p>\n<p><em>T\u00e4tigkeit, Weisheit und Wille als Auf\u00adstieg im See\u00adlen\u00adraum (Graphik A.F.)<\/em><\/p>\n<p>So haben wir fol\u00adgen\u00adden Aufstieg:<\/p>\n<ul>\n<li>erstens Kar\u00adma, T\u00e4tigkeit, das Unausgeglichene;<\/li>\n<li>zweit\u00adens Weisheit, das zur Ruhe Gekommene;<\/li>\n<li>drit\u00adtens Wille, ein so \u00fcber\u00advolles Dasein, dass es sich hingeben kann.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Also <strong>T\u00e4tigkeit, Weisheit, Wille sind die drei Stufen, in denen alles Dasein ver\u00adflie\u00dft<\/strong>\u201d (Stein\u00ader, GA 93a, 2. Vor\u00adtrag, 27. 9. 1905, S. 22ff, Her\u00advorhe\u00adbun\u00adgen, Aufz\u00e4h\u00adlung und Abs\u00e4tze A.F.).<\/p>\n<p>Indem Rudolf Stein\u00ader T\u00e4tigkeit, Weisheit und Wille als die drei Stufen charak\u00adter\u00adisiert, in denen das Dasein ver\u00adflie\u00dft, schlussfol\u00adgere ich, dass diesen Stufen jew\u00adeils ein ander\u00ader Aspekt der Zeit zugrunde liegt.<\/p>\n<p>In der <strong>lin\u00adearen Zeit<\/strong> kommt die Ursachen-Wirkungs\u00adkette und damit Kar\u00adma zum Aus\u00addruck. Zweifach find\u00adet sich der lin\u00adeare Aspekt bzw. die T\u00e4tigkeit im See\u00adlenkalen\u00adder-Jahreskreis. Zum einen ist die Oster\u00adscholle Bild der lin\u00adearen Zeit, denn diese an das Oster\u00adda\u00adtum gebun\u00addene Zeit\u00adphase hat Anfang und Ende. Als Str\u00f6\u00admungsim\u00adpuls angeschaut, der jedes Jahr indi\u00advid\u00adu\u00adal\u00adisiert und ver\u00adlebendigt, ist die Oster\u00adscholle eine Tat. Zum anderen teilen die bei\u00adden Alpha\u00adbete das Jahr in Hal\u00adb\u00adjahre, in zwei S\u00e4ulen, zwei lin\u00adeare Zeitab\u00adschnitte. Die Gegen\u00adspr\u00fcche erscheinen wie Schlag und Gegen\u00adschlag und beziehen die Hal\u00adb\u00adjahre aufeinan\u00adder. Ziel dieses \u201eSpiels\u201d ist die Ruhe der Weisheit.<\/p>\n<p>Die <strong>zyk\u00adlis\u00adche Zeit<\/strong> bildet den lin\u00adearen Zeit\u00adstrom zum gedacht\u00aden Kreis, der einen Zeitraum, z.B. ein Jahr, umfasst. Die Sonne, sagt Rudolf Stein\u00ader, erschafft den Raum, sie strahlt den Raum aus. \u201cDie Sonne strahlt nicht nur das Licht aus, die Sonne macht auch den Raum.\u201d (GA 236 S. 249f) Und zwar macht sie den geisti\u00adgen Raum, in den der Ver\u00adstor\u00adbene ein\u00adtritt. Die zyk\u00adlis\u00adche Zeit, der Zeit-Raum, bildet diesen geisti\u00adgen Raum ab und damit auch die Ewigkeit und die Weisheit. Weisheit ist auch das Wort, dessen etabliertes Bild das zweis\u00adchnei\u00addi\u00adge Schw\u00adert ist. Die Spiegel\u00adspr\u00fcche k\u00f6n\u00adnen als Aus\u00addruck der Wirk\u00adsamkeit dieses zweis\u00adchnei\u00addi\u00adgen Schw\u00adertes ange\u00adse\u00adhen wer\u00adden. Ihre Zusam\u00admenge\u00adh\u00f6rigkeit beruht auf der Gram\u00admatik, der Sprache, mithin dem so ver\u00adstande\u00adnen Wort. Die \u00fcber\u00adge\u00adord\u00adnete Ein\u00adheit der bei\u00adden spiegel\u00adnden Mantren erscheint zerteilt durch das Schw\u00adert, wie auch das Jahr in zwei Hal\u00adb\u00adjahre geteilt wird durch die bei\u00adden Alphabete.<\/p>\n<p>Gegen\u00adw\u00e4r\u00adtigkeit muss wiederum gewollt wer\u00adden. Im Stern\u00adbere\u00adich des Denkens kann der <strong>Punkt der Gegen\u00adwart <\/strong>bewusst\u00adwer\u00adden. Das, was Rudolf Stein\u00ader das \u00fcber\u00advolle Dasein nen\u00adnt, das sich durch diese \u00dcber\u00adf\u00fclle hingeben kann, erkenne ich im Ausstrahlen des Bewusst\u00adseins. Dieses Bewusst\u00adsein, dass vom Zen\u00adtrum, vom Punkt, sein Licht in den Umkreis strahlt, kann nur in Gegen\u00adw\u00e4r\u00adtigkeit wahrgenom\u00admen und erlebt wer\u00adden. Und nur in der Gegen\u00adwart kann gehan\u00addelt wer\u00adden, kann der Wille sich aus\u00addr\u00fcck\u00aden. Das Mantra der Woche ist jew\u00adeils Gegenwart.<\/p>\n<p>Wille wird zumeist als eine der drei See\u00adlen\u00adf\u00e4higkeit\u00aden (Denken, F\u00fchlen Wollen\/Wille) ver\u00adstanden. Doch der Wille als das sch\u00f6pferische, \u00fcber\u00advolle Dasein geh\u00f6rt mit T\u00e4tigkeit, Weisheit und Wille zu ein\u00ader anderen Drei\u00adheit. So ist erk\u00adl\u00e4r\u00adlich, warum der Wille des \u00fcber\u00advollen Daseins in der Graphik nicht dem Mond\u00adbere\u00adich zuge\u00adord\u00adnet ist, wie das f\u00fcr die See\u00adlen\u00adf\u00e4higkeit des Wil\u00adlens richtig ist, son\u00addern dem Stern\u00adbere\u00adich, dem Bere\u00adich der See\u00adlen\u00adf\u00e4higkeit des Denkens. Die Richtigkeit dieser Zuord\u00adnung finde ich best\u00e4tigt in den Worten Rudolf Stein\u00aders, die das Sch\u00f6pferische (also das \u00fcber\u00advolle Dasein) im Bild der Sonne dem Ver\u00adstand (der See\u00adlen\u00adf\u00e4higkeit des Denkens zuweisen. \u201cDenn die Sch\u00f6p\u00adfung des Ver\u00adstandes ist mit der T\u00e4tigkeit der Sonne ver\u00adwandt. Das Aufge\u00adhen des Ver\u00adstandes in der Men\u00adschen\u00adnatur ist das Aufleucht\u00aden ein\u00ader inneren Sonne. Dies ist nicht nur im bildlichen, son\u00addern ganz im wirk\u00adlichen Sinne gesprochen.\u201d (GA 11, in: Ernst Moll, Die Sprache der Laute, S.&nbsp;416)<\/p>\n<h4><strong>\u00dcber die Gegenspr<\/strong><strong>\u00fcche 22 V und 47&nbsp;v<\/strong><\/h4>\n<p>Das Mantra <a href=\"https:\/\/www.stellamaris-seelenkalender.de\/?page_id=1258\">22 V<\/a> ist ein Licht\u00adspruch und ist wie alle Licht\u00adspr\u00fcche (5 E, 22 V, 31 e, 48 w) in der beschreiben\u00adden drit\u00adten Per\u00adson ver\u00adfasst. Das Mantra <a href=\"https:\/\/www.stellamaris-seelenkalender.de\/?page_id=1703\">47 v<\/a> ist ein Zwis\u00adchen\u00adspruch, das hei\u00dft, dieses Mantra ste\u00adht zwis\u00adchen einem Licht- und einem Krisen\u00adspruch. Wie die anderen Zwis\u00adchen\u00adspr\u00fcche (6 F, 21 U, 32 f) ist auch das Mantra 47 v aus der Per\u00adspek\u00adtive eines Ich-Sprech\u00aders, d.h. in der ersten Per\u00adson geschrieben. Das Mantra 22 V beschreibt deshalb einen Prozess, der dem Tages\u00adbe\u00adwusst\u00adsein des ich-haften Men\u00adschen nicht zug\u00e4nglich ist, das Mantra 47 v dage\u00adgen einen solchen, der bewusst nachvol\u00adl\u00adzo\u00adgen wer\u00adden&nbsp;kann.<\/p>\n<p>Alle Licht\u00adspr\u00fcche sprechen vom Licht, die Mantren 22 V und 31 e vom Licht sel\u00adber, die Mantren 6 F und 48 w von dem, was im Licht erscheint, von ihm beleuchtet wird. Aus der jew\u00adeils genan\u00adnten Herkun\u00adft des Licht\u00ades l\u00e4sst sich ein Weg des Licht\u00ades erken\u00adnen und dieser Weg begin\u00adnt im Mantra <a href=\"https:\/\/www.stellamaris-seelenkalender.de\/?page_id=1258\">22 V<\/a> und im Mantra 48 w endet er \u2014 also im Mantra, das auf das hier in Rede ste\u00adhende Mantra 47 v fol\u00adgt. Dazwis\u00adchen liegen die bei\u00adden Licht\u00adspr\u00fcche mit gle\u00adichem Buch\u00adstaben, mit&nbsp;E.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.stellamaris-seelenkalender.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Weg-des-Lichtes-300x169.png\" alt width=\"579\" height=\"326\"><\/p>\n<p><em>Der Weg des Licht\u00ades in den Lichtspr\u00fcchen<\/em><\/p>\n<p>Damit begin\u00adnt der Weg des Licht\u00ades in der Lautkraft des V, geht durch bei\u00adde E\u2011Laute und endet in der Kraft des W. Das \u201cLicht-Wort\u201d lautet also V\u2011e-E\u2011w (22 V \u2014 31 e \u2014 5 E \u2014 48 w) und erin\u00adnert von Ferne an den griechis\u00adchen Mys\u00adte\u00adrien\u00adgru\u00df Evoe. (Die Gro\u00df und Klein\u00adschrei\u00adbung entspricht den Hal\u00adb\u00adjahren. Rudolf Stein\u00ader gab den Alpha\u00adbeten bei\u00adder Hal\u00adb\u00adjahre gro\u00dfe Buch\u00adstaben, set\u00adzte jedoch im Win\u00adter-Hal\u00adb\u00adjahr einen Quer\u00adstrich \u00fcber jeden Buch\u00adstaben.) Die Mantren mit F sind keine Licht\u00adspr\u00fcche, son\u00addern Zwischenspr\u00fcche.<\/p>\n<p>Wie dargestellt bildet das Mantra 22 V den Anfang eines \u00fcber\u00adge\u00adord\u00adneten Licht\u00adprozess\u00ades. In der Natur zeigt sich dieser Anfang, indem der schein\u00adbare Still\u00adstand der Som\u00admer-Natur \u00fcber\u00adwun\u00adden wird und sich die ersten Anze\u00adichen des Herb\u00adstes, die ersten gold\u00ade\u00adnen Bl\u00e4t\u00adter zeigen. Mit dem Krisen\u00adspruch 20 T wurde die Notwendigkeit dieses Umschwungs deut\u00adlich, denn das Sein des Men\u00adschen ste\u00adht in Gefahr zu erl\u00f6schen, wenn es nur auf eigen\u00adem Grund baut \u2014 wenn die Inter\u00adak\u00adtion mit dem Anderen abgelehnt, das Fremde aus\u00adge\u00adgren\u00adzt wird. Dieser Schritt wird im Mantra 21 U vol\u00adl\u00adzo\u00adgen, denn hier wirkt eine nicht genauer benan\u00adnte fremde Macht fruch\u00adt\u00adend, befruch\u00adt\u00adend. Mit dem von au\u00dfen, aus Wel\u00adtenweit\u00aden ein\u00adstr\u00f6\u00admenden Licht (22 V), wird das Fremde als dieses Licht sichtbar.<\/p>\n<p>Der Men\u00adsch, der mit seinen eige\u00adnen Kr\u00e4ften an ein Ende gekom\u00admen war, wird durch das aus dem ganzen Kos\u00admos zusam\u00admen\u00adstr\u00f6\u00admende Licht beschenkt. Wird er durch diesen Licht\u00adstrom als seel\u00adisch-geistiges Wesen j\u00e4hrlich erneuert \u2014 neu gezeugt? Es ist ja dieses ins Innere strahlende Licht, das zum See\u00adlen\u00adlicht wird. Und dieses Licht hat das (ferne) Ziel, den Men\u00adschen reifen zu lassen. Er soll als Men\u00adschenselb\u00adst, \u2014 als vom Men\u00adschen zu erar\u00adbei\u00adt\u00aden\u00addes Geist\u00adselb\u00adst \u2014 aus dem Wel\u00adtenselb\u00adst pflanzen\u00adfruchthaft herausreifen.<\/p>\n<p>In einem fik\u00adtiv\u00aden Lehrge\u00adspr\u00e4ch l\u00e4sst Rudolf Stein\u00ader einen eingewei\u00adht\u00aden Rosenkreuzer zum Sch\u00fcler sprechen: \u201cSieh die Pflanze an, wie sie mit ihrer Wurzel in den Boden treibt und wie sie den Bl\u00fctenkelch, den Sitz der Befruch\u00adtung\u00adsor\u00adgane dem Son\u00adnen\u00adlicht zuwen\u00addet. Der Bl\u00fctenkelch wird vom Son\u00adnen\u00adstrahl in Keuschheit gek\u00fc\u00dft, und hier\u00addurch entste\u00adht ein neues Wesen. Der Son\u00adnen\u00adstrahl wird auch die heilige <strong>Liebeslanze<\/strong> genan\u00adnt.\u201d (GA 97, S. 221, Her\u00advorhe\u00adbung A.F.) Ist das Licht aus Wel\u00adtenweit\u00aden vielle\u00adicht diese heilige Liebeslanze der geisti\u00adgen Sonne \u2014 gro\u00df wie das ganze Weltall? Han\u00addelt es sich vielle\u00adicht beim Licht aus Wel\u00adtenweit\u00aden um einen keuschen Befruch\u00adtungsvor\u00adgang des Menschenwesens?<\/p>\n<p>Im <strong>Mantra 22 V<\/strong> wird beschrieben, wie das Licht, das aus Wel\u00adtenweit\u00aden kommt, im Innern weit\u00ader\u00adlebt als See\u00adlen\u00adlicht und in die Geis\u00adtestiefen leuchtet. Nichts weniger als die Herkun\u00adft des See\u00adlen\u00adlicht\u00ades wird hier the\u00adma\u00adtisiert. Es kommt aus Wel\u00adtenweit\u00aden, aus dem ganzen Umkreis \u2014 ich denke aus dem Tierkreis. Und der Tierkreis repr\u00e4sen\u00adtiert den kos\u00admis\u00adchen Men\u00adschen, den Adam Kad\u00admon. Das wird seit alten Zeit\u00aden so dargestellt, indem jedes Tierkreisze\u00adichen f\u00fcr eine K\u00f6r\u00adper\u00adre\u00adgion&nbsp;steht.<\/p>\n<p>Schon in diesem Mantra wird es See\u00adlen\u00adlicht, das hei\u00dft das per\u00ads\u00f6n\u00adliche Licht jedes einzel\u00adnen Men\u00adschen. Es ver\u00adliert seine Uni\u00adver\u00adsal\u00adit\u00e4t und wird irrtums\u00adf\u00e4hig. Das See\u00adlen\u00adlicht hat ein Ziel, warum es in die Geis\u00adtestiefen leuchtet, warum es die Weite und H\u00f6he sein\u00ader Herkun\u00adft mit der Tiefe verbindet. Dieser Licht\u00adprozess hat das Ziel, Fr\u00fcchte zu ent\u00adbinden. Diese Fr\u00fcchte sollen die Men\u00adschen-Selb\u00adste im Zeit\u00aden\u00adlauf reifen lassen. Die Men\u00adschenselb\u00adste sind also \u201cselb\u00adst\u201d die Fr\u00fcchte, die aus dem Wel\u00adtenselb\u00adst her\u00adaus reifen durch das Wirken der&nbsp;Zeit.<\/p>\n<p>Die oben erl\u00e4uterte Verbindung des Vav und dem Bauch der Schlange, die Adam und Eva von der Frucht der Erken\u00adnt\u00adnis kosten lie\u00df, mit diesem V\u2011Mantra, ist erstaunlich. Der Prozess, der mit der Frucht des S\u00fcn\u00adden\u00adfalls begann, kommt zum Abschluss indem das Men\u00adschenselb\u00adst ein\u00admal zu dieser reifen Frucht wer\u00adden soll. Die Verbindung von Anfang und Ziel, von Wel\u00adtenweit\u00aden und Geis\u00adtestiefen ist das The\u00adma des Vav, ist der Nagel mit Umkreis-Kopf (Wel\u00adtenweit\u00aden) und Stift (leucht\u00aden in Geis\u00adtestiefen). Dieses Leucht\u00aden in die Geis\u00adtestiefen ist auch der \u00e4gyp\u00adtis\u00adche Speer, die Waffe der Erken\u00adnt\u00adnis. Doch das Licht sucht nicht den Kampf, es will zur Reife brin\u00adgen und ent\u00adbinden. Es will die Men\u00adschenselb\u00adst-Fr\u00fcchte reifen lassen und vom gemein\u00adschaftlichen Wel\u00adtenselb\u00adst los\u00adbinden, selb\u00adst\u00e4ndig machen.<\/p>\n<p>Der Ich-Sprech\u00ader beobachtet im <strong>Mantra 47 v<\/strong>, wie die Werdelust aus dem Wel\u00adtenscho\u00df erste\u00adhen will. Der Wel\u00adtenscho\u00df, der Mut\u00adter\u00adleib der Welt und das Ent\u00adbinden des Mantras 22 V ver\u00adweisen auf den gle\u00adichen Bildzusam\u00admen\u00adhang der Geburt. Damit nehme ich auch an, dass Werdelust (47 v) ein Aspekt des Zeit\u00aden\u00adlaufs (22 V) ist \u2014 genauer: das Wirken der Zeit im Fr\u00fch\u00adling. Das Wirk\u00adsame, das im Mantra 22 V das Licht war und See\u00adlen\u00adlicht wurde, das ist im Mantra 47 v die Werdelust, die Kraft der Her\u00advor\u00adbringung, die sich ver\u00adwirk\u00adlichende Leben\u00adskraft der Welt. Dieser Vielfalt erschaf\u00adfend\u00aden Kraft ste\u00adht der Ich-Sprech\u00ader gegen\u00fcber. Ihr muss seine Kraft des Denkens gewach\u00adsen sein, um nicht ver\u00adwirrt zu wer\u00adden durch die Man\u00adnig\u00adfaltigkeit der Erschei\u00adn\u00adun\u00adgen. Die Kraft im Denken ist die aufzuwen\u00addende Anstren\u00adgung, der wirk\u00adende Wille im Denken. Dieser muss ger\u00fcstet sein durch die Gotteskr\u00e4fte. Der Kamp\u00adfaspekt des V als Speer ist an dieser Stelle erleb\u00adbar. Um Erken\u00adnt\u00adnis muss gerun\u00adgen, sie muss erk\u00e4mpft wer\u00adden. Doch was sind die Gotteskr\u00e4fte, die die Denk-Kraft f\u00fcr diesen Kampf r\u00fcsten? Gotteskr\u00e4fte meinen min\u00addestens zwei g\u00f6t\u00adtliche Kr\u00e4fte. Die Zwei\u00adheit dieser Kr\u00e4fte k\u00f6n\u00adnte die Leben erschaf\u00adfende Inkar\u00adna\u00adtions- und die Bewusst\u00adsein erschaf\u00adfende Exkar\u00adna\u00adtion\u00adskraft sein.<\/p>\n<p>Eine andere M\u00f6glichkeit bietet die Aus\u00adf\u00fchrung Rudolf Stein\u00aders \u00fcber T\u00e4tigkeit, Weisheit und&nbsp;Wille.<\/p>\n<p>Im Men\u00adschen l\u00e4sst sich die <strong>Werdelust als T\u00e4tigkeit<\/strong>, als Kar\u00admakraft wiederfind\u00aden \u2014 als lin\u00adeare Zeit. Sie ist sozusagen der Gegen\u00adschlag zur T\u00e4tigkeit des ein\u00adstr\u00f6\u00admenden Licht\u00ades aus Wel\u00adtenweit\u00aden (22 V), der Licht-Lanze. Die Schlag und Gegen\u00adschlag bewirk\u00adende Kar\u00admakraft k\u00f6n\u00adnte also die eine Gotteskraft sein, die sich als lin\u00adeare Zeit dar\u00adlebt. Im Denken reflek\u00adtiert sich diese Kraft, indem das Gesetz von Ursache und Wirkung angewen\u00addet wer\u00adden muss, im Wenn-Dann-Zusam\u00admen\u00adhang der logis\u00adchen Kette von Schlussfolgerungen.<\/p>\n<p>Die andere Gotteskraft k\u00f6n\u00adnte die Weisheit sein, <strong>Weisheit als das Wort<\/strong>. Dieses geistige Wort aus den Erschei\u00adn\u00adun\u00adgen der Natur zu erlauschen, muss der Ich-Sprech\u00ader im Mantra 47 v gel\u00adernt haben. Wenn es richtig ist, dass die Weisheit sich als ein zusam\u00admen\u00adh\u00e4n\u00adgen\u00addes Bild bzw. als ein \u201cWort\u201d in der Zeit als Raum zeigt, so wird sie auf einen \u201cBlick\u201d als Ganzheit erkan\u00adnt. Das bedeutet, die zyk\u00adlis\u00adche Zeit gibt dieser Gotteskraft die Form. Das See\u00adlen\u00adlicht (22 V) schafft die Voraus\u00adset\u00adzung, indem es diesen Raum erhellt und f\u00fchrt in die Geis\u00adtestiefen, zur geisti\u00adgen Erkenntnis.<\/p>\n<p>Die dritte Stufe bei Rudolf Stein\u00ader, der <strong>Wille, das \u00fcber\u00advolle Dasein<\/strong>, entspricht dann der Denkkraft des Ich-Sprech\u00aders sel\u00adber (47 v). Im Mantra 22 V entspricht sie dem g\u00f6t\u00adtlichen Willen, das Men\u00adschenselb\u00adst aus dem Wel\u00adtenselb\u00adst her\u00adaus\u00adreifen zu lassen. Dies geschieht jew\u00adeils in men\u00adschlich\u00ader bzw. g\u00f6t\u00adtlich\u00ader Gegenw\u00e4rtigkeit.<\/p>\n<p>In bei\u00adden Mantren wird die im Men\u00adschen wirk\u00adende Weisheit beschrieben. Im Mantra 22 V erscheint sie als Licht, das zum See\u00adlen\u00adlicht wird, denn Licht ist immer Aus\u00addruck von Weisheit. Im Mantra 47 v ver\u00adwirk\u00adlicht sich die Weisheit durch die Werdelust, die in der Zeit, im Raum wirkt. Sie umfasst die drei oben dargestell\u00adten Stufen: T\u00e4tigkeit, Weisheit, Wille. Diese Stufen muss das Denken des Ich-Sprech\u00aders (47 v) mitvol\u00adlziehen k\u00f6n\u00adnen. Das men\u00adschliche Denken muss ihnen gewach\u00adsen sein. Der Ich-Sprech\u00ader muss bildlich gesprochen durch seinen Willen den Nagel ein\u00adschla\u00adgen, damit das Uni\u00adver\u00adsum seine Weisheit darum kreisend offen\u00adbaren kann. Die Logik wiederum muss t\u00e4tig schaf\u00adfend Schlag um Schlag f\u00fchren, um aus der ganzheitlichen Weisheits-Erken\u00adnt\u00adnis die im men\u00adschlichen Leben anwend\u00adbaren Detail-Aspek\u00adte herauszuholen.<\/p>\n<p>Das V als gestal\u00adtende Macht hin\u00adter den Mantren zu ent\u00addeck\u00aden, ist wegen sein\u00ader Wand\u00adlungskraft beson\u00adders her\u00adaus\u00adfordernd. Die Macht des V scheint mir in der hinab und wieder her\u00adauf\u00adf\u00fchren\u00adden Lin\u00adie seines Zeichens am besten zusam\u00admenge\u00adfasst. Diesen Weg beschreibt das Mantra 22 V begin\u00adnend mit der \u201cZeu\u00adgung\u201d des geistig-seel\u00adis\u00adchen Men\u00adschen durch die Licht-Lanze, das ein\u00adstr\u00f6\u00admende Licht und f\u00fchrt Men\u00adschheit\u00adsziel, zum Reifen des (geisti\u00adgen) Men\u00adschenselb\u00adst \u2014 des Geistselbst.<\/p>\n<p>Das Mantra 47 v beschreibt die zwis\u00adchen Anfangs- und End\u00adpunkt liegende, auf der Erde zu leis\u00adtende Arbeit des Men\u00adschen, damit der Umschwung stat\u00adtfind\u00aden kann. Hier muss sich der Men\u00adsch durch Gotteskr\u00e4fte, die in seinem Innern leben, der machtvoll im Au\u00dfen wirk\u00adenden Zeit gewach\u00adsen zeigen. Er muss seinen geistig begr\u00fcn\u00adde\u00adten Stand\u00adpunkt wahren k\u00f6n\u00adnen und sich nicht wegrei\u00dfen lassen von der irdis\u00adchen Werdelust. Das fol\u00adgende Gedicht von Marie Euge\u00adnie Delle Gra\u00adzie zeigt eine See\u00adlen\u00adhal\u00adtung, der die Gotteskr\u00e4fte in der geschilderten Naturbegeg\u00adnung fehlen.<\/p>\n<h4>Erg\u00e4nzung zum Mantra 47&nbsp;v<\/h4>\n<p>Marie Euge\u00adnie Delle Gra\u00adzie schildert in ihrem Gedicht die Natur, bzw. die in ihr wirk\u00adende Zeit so, wie die Werdelust im Mantras 47 v erlebt wer\u00adden kann, wenn das Denken nicht durch Gotteskr\u00e4fte ger\u00fcstet ist.<\/p>\n<p>Rudolf Stein\u00ader kan\u00adnte die Dich\u00adterin Marie Euge\u00adnie Delle Gra\u00adzie per\u00ads\u00f6n\u00adlich. Er war fasziniert von der Kraft ihrer lei\u00adden\u00adschaftlichen Empfind\u00adun\u00adgen und Bilder, teilte aber ihren Pes\u00adsimis\u00admus&nbsp;nicht.<\/p>\nDIE&nbsp;NATUR<br>\nMit ehernen Ban\u00adden&nbsp;h\u00e4lt<br>\nUnd ket\u00adtet an Staub und Verwesung<br>\nNatur, Deine Zeug\u2019rin, Dich&nbsp;fest;<br>\nNatur, das lock\u00adende Ungeheuer,<br>\nBald l\u00e4chel\u00adnd und sonnengoldig<br>\nZu w\u00fcten\u00adder Daseins\u00adfreude Dich spornend, bald<br>\nEntset\u00adzen und Not geb\u00e4rend,<br>\nMit der Rute des Jam\u00admers Dich peitschend,<br>\nDoch immer ver\u00adnich\u00adt\u00adend und r\u00e4t\u00adsel\u00adhaft,&nbsp;immer<br>\nMedusa und Sphinx zugleich.<br>\nDurch Deine Pulse&nbsp;jagt<br>\nUnd rast in fiebern\u00adden Takten<br>\nIhr unbarmherz\u2019ges Gesetz,<br>\nDas ew\u2019ge Gesetz der Zerst\u00f6rung;<br>\nSie gab Dir Wille und&nbsp;Kraft,<br>\nDich selb\u00adst zu ver\u00adnicht\u00aden \u2014 Dich selbst<br>\nZu ret\u00adten aber ver\u00admagst Du nie und nimmer!<br>\nAn ihrem Tri\u00adumph\u00adwa\u00adgen zieh\u2019n<br>\nWir Alle: keuchend, schwei\u00df\u00adbe\u00adtrieft und dennoch<br>\nAuch selig: denn als Fata Mor\u00adgana schaukelt<br>\nDie Hoff\u00adnung vor uns und das Gl\u00fcck, und jeglich\u00ades Blendwerk,<br>\nDas uns zum Hohn sie geschaffen,<br>\nUnd wir, das sehn\u00adsuchtsvergiftete Sklavenheer,<br>\nIde\u00adale nen\u00adnen. \u2014 So st\u00fcr\u00admen in lechzen\u00adder&nbsp;Eile<br>\nUnd toller Jagd wir dahin, bis t\u00fcckisch<br>\nDie Kraft uns ver\u00adl\u00e4\u00dft, der Odem schwindet und ferner<br>\nDenn je unser Ziel auf goldigen Wolken schwebt,<br>\nBis hil\u00adf\u00adlos und keuchend wir<br>\nZusam\u00admen\u00adbrechen \u2014 dann jauchzt d\u00e4monisch sie&nbsp;auf,<br>\nDann ruft sie ihr grausames \u00abEvoe!\u00bb und&nbsp;lenkt<br>\nZer\u00admal\u00admend \u00fcber tausend Opfer hinweg<br>\nDie ehernen Spe\u00adichen ihrer Biga \u2026\n<p>(Marie Euge\u00adnie Delle Gra\u00adzie \u2014 14.8.1864 \u2014 19.2.1931 \u2014 in GA 30, S.&nbsp;623)<\/p>\n\t\t\t<a href=\"https:\/\/www.stellamaris-seelenkalender.de\/?page_id=1258\" target=\"_self\">\n\t\t\t\t\t\tBlog zum Spruch 22&nbsp;V&nbsp;<\/a>\n\t\t\t<a href=\"https:\/\/www.stellamaris-seelenkalender.de\/?page_id=1703\" target=\"_self\">\n\t\t\t\t\t\tBlog zum Spruch 47&nbsp;v&nbsp;<\/a>\n\t\t\t<a href=\"https:\/\/www.stellamaris-seelenkalender.de\/?page_id=3226\" target=\"_self\">\n\t\t\t\t\t\tN\u00e4ch\u00adster Blog-Eintrag&nbsp;<\/a>\n\t\t\t<a href=\"https:\/\/www.stellamaris-seelenkalender.de\/?page_id=136\" target=\"_self\">\n\t\t\t\t\t\tzur\u00fcck zur \u00dcbersicht&nbsp;<\/a>\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Gegen\u00adspr\u00fcche 22 V und 47&nbsp;v 22 V Das Licht aus Wel\u00adtenweit\u00aden, Im Innern lebt es kr\u00e4ftig fort: Es wird zum See\u00adlen\u00adlichte Und leuchtet in die Geis\u00adtestiefen, Um Fr\u00fcchte zu ent\u00adbinden, Die Men\u00adschenselb\u00adst aus Wel\u00adtenselb\u00adst Im Zeit\u00aden\u00adlaufe reifen lassen. 47 v Es will erste\u00adhen aus dem Wel\u00adtenscho\u00dfe, Den Sin\u00adnen\u00adschein erquick\u00adend, Werdelust. 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