{"id":3184,"date":"2025-02-28T20:40:15","date_gmt":"2025-02-28T19:40:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.stellamaris-seelenkalender.de\/?page_id=3184"},"modified":"2025-08-25T20:29:44","modified_gmt":"2025-08-25T18:29:44","slug":"blog-beitrag-1-2-copy-3-copy-7-copy-copy-copy-copy-copy-2-copy-copy-copy-copy-copy-copy-copy-copy-copy-copy-copy-copy-copy-copy-copy-copy-copy-copy-copy-copy-copy-copy-2-copy","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.stellamaris-seelenkalender.de\/?page_id=3184","title":{"rendered":"Blog \u2014 Gegenspr\u00fcche 21 U \u2014 46&nbsp;u"},"content":{"rendered":"\n\n\t<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.stellamaris-seelenkalender.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/21-U-46-u-300x169.png\" alt width=\"300\" height=\"169\"><\/p>\n<h4><strong>Die Gegenspr\u00fcche 21 U<\/strong><strong> und 46&nbsp;u<\/strong><\/h4>\n<table width=\"713\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"311\"><strong>21 U<\/strong>\n<p>Ich f\u00fch\u00adle fruch\u00adt\u00adend fremde Macht<\/p>\n<p>Sich st\u00e4rk\u00adend mir mich selb\u00adst verleihn,<\/p>\n<p>Den Keim empfind ich reifend<\/p>\n<p>Und Ahnung lichtvoll weben<\/p>\n<p>Im Innern an der Selb\u00ads\u00adtheit&nbsp;Macht.<\/p>\n<p>\u2026<\/p>\n\u2026<\/td>\n<td width=\"16\"><\/td>\n<td width=\"311\"><strong>46 u<\/strong>\n<p>Die Welt, sie dro\u00adhet zu bet\u00e4uben<\/p>\n<p>Der Seele einge\u00adborene Kraft;<\/p>\n<p>Nun trete du, Erinnerung,<\/p>\n<p>Aus Geis\u00adtestiefen leuch\u00adt\u00adend&nbsp;auf<\/p>\n<p>Und st\u00e4rke mir das Schauen,<\/p>\n<p>Das nur durch Willenskr\u00e4fte<\/p>\nSich selb\u00adst erhal\u00adten&nbsp;kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4><strong>Die Eurythmieformen zu den Mantren 21 U und 46&nbsp;u<\/strong><\/h4>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.stellamaris-seelenkalender.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/21-U-300x169.png\" alt width=\"300\" height=\"169\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.stellamaris-seelenkalender.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/46-u-300x169.png\" alt width=\"300\" height=\"169\"><\/p>\n<h4><strong>\u00dcber den Buchstaben \u201cU\u201d<\/strong><\/h4>\n<p>Das U ist der let\u00adzte der f\u00fcnf Vokale im Alpha\u00adbet. Schon das T markierte einen Abschluss, eine Gren\u00adze. Im hebr\u00e4is\u00adchen Alpha\u00adbet bildet das Tav tat\u00ads\u00e4ch\u00adlich den let\u00adzten der 22 Kon\u00adso\u00adnan\u00adten-Zeichen. Das U ist gewis\u00adser\u00adma\u00dfen der Laut der Gren\u00adz\u00fcber\u00adschre\u00aditung. Die Form des lateinis\u00adchen Buch\u00adstabens, in Schreib\u00adrich\u00adtung gedacht und auch als eury\u00adth\u00admis\u00adche Chore\u00ado\u00adgra\u00adphie, zeigt einen Weg in die Tiefe, einen Wen\u00addepunkt und danach einen Auf\u00adstieg. Wie sich zeigen wird, ist damit pr\u00e4g\u00adnant aus\u00adge\u00addr\u00fcckt, was das U ausmacht.<\/p>\n<p>Das durch U aus\u00adge\u00addr\u00fcck\u00adte Gef\u00fchl ist die Furcht, die Furcht vor dem Unbekan\u00adnten, Ungewis\u00adsen, Unheim\u00adlichen. Wie sich der Men\u00adsch im A max\u00adi\u00admal \u00f6ffnet, ver\u00adschlie\u00dft er sich im U in sich selb\u00adst. Rudolf Stein\u00ader sagt: \u201cDer v\u00f6l\u00adlige Gegen\u00adsatz des A ist das U. Indem Sie das U aussprechen, schlie\u00dfen Sie vom Munde alles ab, was nur zu schlie\u00dfen ist und lassen den Laut durchge\u00adhen: U. Am meis\u00adten wird beim U geschlossen\u201d (GA 282 in: Ernst Moll, Die Sprache der Laute, S.&nbsp;402)<\/p>\n<p>Bei der Artiku\u00adla\u00adtion des U wer\u00adden die Lip\u00adpen ges\u00adpan\u00adnt vorgest\u00fclpt, der hin\u00adtere Teil der Zunge wird gehoben und der vordere Teil bildet eine gerun\u00addete Mulde, sodass eine r\u00f6hren\u00e4hn\u00adliche Form entste\u00adht. Zus\u00e4t\u00adzlich senkt sich der Kehlkopf in seine tief\u00adste Stel\u00adlung.&nbsp; Das U ist schon von diesen Gesicht\u00adspunk\u00adten her das \u2018Unten\u2019 in all seinen Vari\u00adanten: die tiefe \u2018Schlucht\u2019, der \u2018Schlund\u2019, der \u2018Sund\u2019, der \u2018Strudel\u2019, der \u2018Brun\u00adnen\u2019, der \u2018Sumpf\u2019 und auch der \u2018Turm\u2019, die \u2018Truhe\u2019, die \u2018Burg\u2019 oder die \u2018Wunde\u2019, die \u2018Schrun\u00adden\u2019 oder der \u2018Schmutz\u2019. Seel\u00adis\u00adche Aspek\u00adte dieser Tiefe zeigen der \u2018Busen\u2019, der \u2018Bund\u2019, die \u2018Ruhe\u2019 und auch die \u2018Schuld\u2019.<\/p>\n<p>Der <strong>slaw\u00adis\u00adche Name<\/strong> des U (\u0423 \u0443) ist \u2018Uk\u2019, im altkyril\u00adlis\u00adchen Alpha\u00adbet (\u0478 \u0479 \/ \ua64a \ua64b) \u2018Uk\u016d\u2019 mit der Bedeu\u00adtung \u2018gelehrt\u2019. Gelehrt ist jemand, der sich in sein Gebi\u00adet ver\u00adtieft und von allen Ablenkun\u00adgen abgeschlossen hat, der in der \u2018Stube\u2019 sa\u00df und ein \u2018Buch\u2019 \u2019studiert\u2019 hat. Es ist jemand, der in beson\u00adderem Ma\u00dfe verin\u00adner\u00adlicht hat, was die Sinne oder auch andere Men\u00adschen an Vorstel\u00adlun\u00adgen liefern, der diese Infor\u00adma\u00adtio\u00adnen in sich bewegt und \u201cver\u00addaut\u201d hat, sie \u2018durch\u2019-sich-\u2018hindurchgehen\u2019-lassen hat, bis sie zur reifen \u2018Frucht\u2019 wurden.<\/p>\n<p>Das U ist mit dem Plan\u00adeten Sat\u00adurn, dem \u00e4u\u00dfer\u00adsten der \u201calten\u201d Plan\u00adeten ver\u00adbun\u00adden. Nach mit\u00adte\u00adlal\u00adter\u00adlich\u00ader Vorstel\u00adlung kam danach die Fixstern\u00adsph\u00e4re. Zu diesem Plan\u00adeten sagt Rudolf Stein\u00ader, nach\u00addem er sie alle charak\u00adter\u00adisiert hat: \u201cUnd zulet\u00adzt haben wir das, was ins Melan\u00adcholis\u00adche hineinge\u00adht, in das Innere Hal\u00adten, in den Tief\u00adsinn: Sat\u00adurn: U.\u201d (GA 279 in: Ernst Moll, Die Sprache der Laute, S. 402) Und: \u201cDer Name Sat\u00adurn wurde urspr\u00fcnglich aus dem Okkul\u00adtismus her\u00adaus auf alles das angewen\u00addet, was eine Au\u00dfen\u00adwelt abschlie\u00dft von einem Sys\u00adtem, das sich in sich sel\u00adber rhyth\u00admisch gestal\u00adtet.\u201d (GA 128 in: Ernst Moll, Die Sprache der Laute, S. 403) Mit dem U verbindet Rudolf Stein\u00ader weit\u00ader\u00adhein ein Gef\u00fchl, das wir \u201cdem Leeren oder auch dem Schwarzen, das ja mit dem Leeren ver\u00adwandt ist, gegen\u00fcber haben oder alle\u00addem gegen\u00fcber haben, das mit dem Schwarzen ver\u00adwandt ist: Es ist die Furcht-Nuance, die Angst-Nuance. Sie dr\u00fcckt sich aus durch das U\u201d. (GA 293 in: Ernst Moll, Die Sprache der Laute, S.&nbsp;402)<\/p>\n<p>Mit dem U ver\u00adbun\u00adden ist die \u2018Gruft\u2019 und die \u2018Unter\u00adwelt\u2019, das Toten\u00adre\u00adich. \u00dcber das Wort \u2018Fu\u00df\u2019 sagt Rudolf Stein\u00ader: \u201cWenn wir im Deutschen das Wort \u2018Fu\u00df\u2019 haben, so h\u00e4ngt es damit zusam\u00admen; Wir treten auf, wir machen ein Leeres, eine Furche. Fu\u00df h\u00e4ngt mit Furche zusam\u00admen. Wir nehmen die Beze\u00adich\u00adnung des Fu\u00dfes von dem, was er tut, von \u2018Furche-machen\u2019.\u201d (GA 293 in: Ernst Moll, Die Sprache der Laute, S.&nbsp;403)<\/p>\n<p>Seit der griechis\u00adchen Mytholo\u00adgie ist Sat\u00adurn, Chronos, mit der Zeit ver\u00adbun\u00adden und zwar als der dun\u00adkle Ver\u00adnichter von den Sch\u00f6p\u00adfungswerken der licht\u00aden Sonne. In der Zeit nehmen die in der Ewigkeit zeit\u00adlosen Ideen f\u00fcr eine kleine Weile irdisch-verg\u00e4ngliche For\u00admen an. Auch die erste Inkar\u00adna\u00adtion der Erde ist nach diesem Plan\u00adeten als \u201calter Sat\u00adurn\u201d benan\u00adnt, denn hier trat die Erde in den Strom der Entwick\u00adlung ein, zun\u00e4chst in die Qual\u00adit\u00e4t der Dauer. Deshalb for\u00admuliert Rudolf Stein\u00ader schein\u00adbar wider\u00adspr\u00fcch\u00adlich: \u201cMit dem Sat\u00adurn begin\u00adnt erst das, was wir Zeit nen\u00adnen, da gab es nur Ewigkeit, Dauer. In der\u00adjeni\u00adgen Wel\u00adtenlage, wo nur Dauer ist, da gibt es auch keine Bewe\u00adgung, denn zur Bewe\u00adgung geh\u00f6rt Zeit; da ist selige Ruhe in der Dauer.\u201d (GA 146 in: Ernst Moll, Die Sprache der Laute, S. 403) Die Dauer tritt hier als kom\u00adple\u00admen\u00adt\u00e4r\u00ader Pol auf, der seinen Gegen\u00adpol, die Ver\u00e4n\u00adderung her\u00advor\u00adbringt. Um dieses so ganz andere Wesen des Sat\u00adurn ken\u00adnen\u00adzuler\u00adnen, muss der Geis\u00adtes\u00adforsch\u00ader, so Rudolf Stein\u00ader, \u201cler\u00adnen, Schaud\u00ader, Furcht empfind\u00aden zu k\u00f6n\u00adnen vor der unendlichen Leere, die sich da auf\u00adtut um uns herum und muss zu gle\u00adich\u00ader Zeit in der Lage sein, diese Furcht durch innere Fes\u00adtigkeit und Sicher\u00adheit seines Wesens \u00fcber\u00adwinden zu k\u00f6n\u00adnen.\u201d (GA 132 in: Ernst Moll, Die Sprache der Laute, S.&nbsp;404)<\/p>\n<p>Das U tendiert zu diesem Ewigen. Dem U\u2011Erlebnis, sagt Rudolf Stein\u00ader, \u201cliegt immer etwas von Furcht- oder Ang\u00adstempfind\u00adung zugrunde.\u201d (GA 282 in: Ernst Moll, Die Sprache der Laute, S. 404) Und: \u201cDas U kann emp\u00adfun\u00adden wer\u00adden als das\u00adjenige, was seel\u00adisch inner\u00adlich erkaltet, ver\u00adsteift, erstar\u00adrt. So ist das inner\u00adliche Erleb\u00adnis des U; U ist was erk\u00e4l\u00adtet, ver\u00adsteift, erstar\u00adrt, wobei einen friert.\u201d Und auch: \u201cU: das ist nicht Selb\u00adst\u00adbe\u00adhaup\u00adtung, das ist im Gegen\u00adteil: sich klein f\u00fchlen, sich erk\u00e4l\u00adtet, ver\u00adsteift f\u00fchlen, ein Sich-Zur\u00fcckziehen, ein Sich-an-sich-hal\u00adten. \u2026 Beim U soll das Zur\u00fcck\u00adhal\u00adtende gef\u00fchlt wer\u00adden.\u201d (bei\u00adde GA 279 in: Ernst Moll, Die Sprache der Laute, S.&nbsp;404)<\/p>\n<p>Ger\u00adade diese Zur\u00fcck\u00adhal\u00adtung, das sich Zur\u00fcckziehen spricht sich in der Gelehrten\u00adnatur aus. Die lateinis\u00adche Sprache ist durch das U dominiert, wie Ernst Moll beschreibt. Bis zum Ende des Mit\u00adte\u00adlal\u00adters war sie die Gelehrten\u00adsprache. Sie war die Sprache, in der die Scholastik\u00ader um gedankliche Klarheit rangen. Rudolf Stein\u00ader beschreibt die scholastis\u00adchen Begriffe fol\u00adgen\u00adder\u00adma\u00dfen: \u201cDiesen [Begrif\u00adf\u00aden] war geblieben die des\u00adtil\u00adlierteste Form der alten r\u00f6mis\u00adchen Sprache mit ihrer so au\u00dferor\u00addentlich sch\u00f6n in sich geformten Logik, aber mit ihrem fast ganz ver\u00adlore\u00adnen Leben. Diese lateinis\u00adche Sprache wird erhal\u00adten mit ihrer stam\u00admgesch\u00fctzten Logik, aber mit ihrem inner\u00adlich fast ganz erstor\u00adbe\u00adnen Leben, wie eine Erf\u00fcl\u00adlung des Ur-G\u00f6t\u00adter\u00adspruch\u00ades: &lt;Die Men\u00adschen sollen nicht essen vom Baume des Lebens.&gt;\u201d (GA 162, in: Ernst Moll, Die Sprache der Laute, S.&nbsp;410)<\/p>\n<p>Zur Zeit um Christi Geburt war Latein Welt\u00adsprache und durch\u00adzog die See\u00adlen gro\u00dfer Teile der Men\u00adschheit mit der U\u2011Stimmung. Dadurch begleit\u00adeten die Men\u00adschen unter\u00adbe\u00adwusst den Erden\u00adab\u00adstieg des Chris\u00adtus Jesus. Sein Leib wurde \u00fcber Gen\u00ader\u00ada\u00adtio\u00adnen vor\u00adbere\u00adit\u00adet im \u2018Juden\u00adtum\u2019, dem Volk, das sich wie das U in sich abschloss.<\/p>\n<p>Die <strong>Kel\u00adten<\/strong> nan\u00adnten den U\u2011Laut \u2018Uir\u2019, die Eibe. Die Eibe hat\u00adte also damals zwei Namen, denn auch der Name f\u00fcr das I, \u2018Iogha\u2019, bedeutet Eibe. Uir bedeutet gle\u00adichzeit\u00adig das Grab, denn die Eibe, an der alle Teile der Pflanze hochgiftig sind mit Aus\u00adnahme des roten, fleis\u00adchi\u00adgen Samen\u00adman\u00adtels, war der Toten\u00adbaum. Die Furien, die Racheg\u00f6t\u00adtin\u00adnen tru\u00adgen Fack\u00adeln aus Eiben\u00adholz, in den Mys\u00adte\u00adrien von Eleu\u00adsis bekr\u00e4nzten sich die Priester mit Myrten- oder Taxus- d.h. Eiben\u00adzweigen. In diesem Kult ging es um Deme\u00adter und Perse\u00adphone, um Perse\u00adphones Gang in die Unter\u00adwelt und ihre Wiederkun\u00adft, die Wiederge\u00adburt des Lebens im Fr\u00fch\u00adling. So kann das U als der Vokal des Todes und das I als dessen \u00dcber\u00adwin\u00addung ver\u00adstanden wer\u00adden. Das U bere\u00adit\u00adet dadurch das I&nbsp;vor.<\/p>\n<p>Das U ist diejenige \u2018Rune\u2019, in der die magis\u00adche Kraft der Sprache in der \u2018Gruft\u2019 des Grabes ruht. Es ist das \u2018Dun\u00adkle\u2019 und \u2018Okkulte\u2019, das einen mit \u2018Gruseln\u2019 erf\u00fcllt und den \u2018Mut\u2019 aufruft f\u00fcr die \u2018unbekan\u00adnte \u2018Zukun\u00adft\u2019. Das U ist die \u2018Unio mys\u00adti\u00adca\u2019, die mys\u00adtis\u00adche Vere\u00adini\u00adgung von Him\u00admel und Erde, Leben und Tod \u2014 oder Tod und Leben. Im kleinen W\u00f6rtchen \u2018und\u2019, das aus zweien \u2018unus\u2019, \u2018eins\u2019 macht, liegt dieses Geheim\u00adnis eben\u00adso wie im \u2018Uni\u00adver\u00adsum\u2019, der \u2018Uni\u00adver\u00adsit\u00e4t\u2019 und allem \u2018Uni\u00adver\u00adsalen\u2019.<\/p>\n<p>Die Eule, Vogel der Weisheit, althochdeutsch \u2018uwila\u2019, lateinisch \u2018ulala\u2019 und auch der \u2018Uhu\u2019 rufen als V\u00f6gel der Nacht den Wun\u00adsch nach dem Licht, nach dem Aufwachen wach. Rudolf Stein\u00ader sagt: \u201cWer U spricht, der deutet darauf hin, dass er aufwachen m\u00f6chte, als wenn die Eule sich gel\u00adtend macht: dann sagt man \u2018Uhu\u2019 Die Eule ver\u00adan\u00adlasst, dass man so recht aufwachen m\u00f6chte der Eule gegen\u00fcber.\u201d (GA 282 in: Ernst Moll, Die Sprache der Laute, S.&nbsp;409)<\/p>\n<p>Bei den <strong>Ger\u00adma\u00adnen<\/strong> wurde das U (\u16a2) \u2018Uruz\u2019, Ur, der Aue\u00adrochse oder Ur-Sti\u00ader genan\u00adnt. Das U birgt hier die Geheimnisse der Stiermys\u00adte\u00adrien, des Erd-\u2018Kultus\u2019. Im Herb\u00adst musste der Sti\u00ader f\u00fcr die Frucht\u00adbarkeit der Erde des kom\u00admenden Jahres geopfert wer\u00adden. Im Fr\u00fch\u00adling wurde wiederum seine Erweck\u00adung gefeiert. Ganz beson\u00adders, als die Sonne in ihrem Fr\u00fch\u00adlingspunkt im Sti\u00ader stand, war der Sti\u00ader das Bild der urge\u00adwalti\u00adgen, zeu\u00adgen\u00adden, die Erde befruch\u00adt\u00aden\u00adden himm\u00adlis\u00adchen Kraft. Mit dem Sti\u00ader ver\u00adbun\u00adden wurde der physis\u00adche Leib und mit ihm die Wil\u00adlen\u00adskraft erlebt. \u00dcber die Ahnen\u00adfolge, die Kette der Zeu\u00adgun\u00adgen, ist jed\u00ader Leib ver\u00adbun\u00adden mit der Urver\u00adgange\u00adheit, dem Uran\u00adfang. Laut\u00adgle\u00adich mit dem Ur, dem Sti\u00ader, ist die Vor\u00adsilbe Ur\u2011, die eigentlich \u2018aus\u2019 bedeutet und dau\u00adrauf hin\u00adweist, aus was etwas her\u00advorge\u00adgan\u00adgen ist. Unbe\u00adtont wurde die Vor\u00adsilbe \u2018ur-\u2019 zu \u2018er-\u2019. So geh\u00f6rt \u2018Urkunde\u2019 zu \u2018erkun\u00adden\u2019, \u2018Urlaub\u2019 zu \u2018erlauben\u2019 und \u2018Urteil\u2019 zu \u2018erteilen\u2019. Ernst Moll beschreibt die Vor\u00adsilbe \u2018ur-\u2019 als zusam\u00admen\u00adh\u00e4n\u00adgend mit dem Urwort \u2018h\u2011v-r\u2019, \u201cdas durch seine Laute das Wesen der Ursch\u00f6p\u00adfung, das Her\u00advorkom\u00admen des Offen\u00adbaren aus dem Unof\u00adfen\u00adbaren, des Licht\u00ades aus der Fin\u00adster\u00adn\u00adis aus\u00addr\u00fcckt und im Hebr\u00e4is\u00adchen ein\u00ader\u00adseits zu \u2018or\u2019 (vr), \u2018Ur-Licht\u2019, ander\u00ader\u00adseits zu \u2018ur\u2019 (vr), \u2018Ur-Feuer\u2019 gewor\u00adden ist.\u201d (Beckh, in Ernst Moll, Die Sprache der Laute, S. 411) Dieses Urwort find\u00adet sich im Lateinis\u00adchen in \u2018oriri\u2019, \u2018entste\u00adhen, aufge\u00adhen (der Sonne)\u2019 und in \u2018ure\u00adre\u2019, bren\u00adnen. Die Urge\u00adwalt, die ins Dasein dr\u00e4ngt, find\u00adet sich laut\u00adlich im Wort \u2018Geb-ur\u2011t\u2019 und in den griechis\u00adchen Worten \u2018uros\u2019, \u2018Wind\u2019; \u2018uron\u2019, \u2018Raum\u2019; \u2018ura\u00adnos\u2019, \u2018Him\u00admel\u2019. Auch die \u2018Uhr\u2019, mit\u00adtel\u00adniederdeutsch \u2018ur\u2019, von \u2018hora\u2019, der \u2018Stunde\u2019 stam\u00admend, ver\u00adweist auf den Zeit\u00aden\u00adlauf, der stetig vor\u00adw\u00e4rts\u00addr\u00e4ngt, wie eben das Ur-Rind, der&nbsp;Stier.<\/p>\n<h4><strong>\u00dcber die Gegenspr<\/strong><strong>\u00fcche 21 U und 46&nbsp;u<\/strong><\/h4>\n<p>Das Mantra <a href=\"https:\/\/www.stellamaris-seelenkalender.de\/?page_id=1210\">21 U<\/a> ste\u00adht zwis\u00adchen dem Krisen\u00adspruch 20 T und dem Licht\u00adspruch 22 V, weswe\u00adgen ich es einen Zwis\u00adchen\u00adspruch nenne. Diese drei Mantren verbindet ein gemein\u00adsames The\u00adma, und zwar das von Feuer bzw. W\u00e4rme. Fol\u00adgende Worte zeigen Aspek\u00adte davon: (20 T: erl\u00f6schen), (21 U: reifend), (22 V: Fr\u00fcchte ent\u00adbinden, reifen). Neben der W\u00e4rme wird auch das Ich betont: (20 T: in sich, sich selb\u00adst), (21 U: mir mich selb\u00adst ver\u00adlei\u00adhn, Selb\u00ads\u00adtheit Macht), (22 V: See\u00adlen\u00adlicht, Men\u00adschenselb\u00adst). Die Stel\u00adlung des Zwis\u00adchen\u00adspruchs zwis\u00adchen Krisen- und Licht\u00adspruch l\u00e4sst eine aus\u00adgle\u00adichende Mitte erwarten, eine Syn\u00adthese von krisen\u00adhaften und lichthaften Aspek\u00adten des W\u00e4rmeele\u00adments und damit ver\u00adbun\u00adden des&nbsp;Ichs.<\/p>\n<p>Das Mantra <a href=\"https:\/\/www.stellamaris-seelenkalender.de\/?page_id=1673\">46 u<\/a> ist ein Krisen\u00adspruch. Durch die Mantren ohne Buch\u00adstaben (12 ! und 51 !) entsprechen die um 180 Bogen\u00adgrad math\u00ade\u00adma\u00adtisch den jew\u00adeili\u00adgen Radi\u00aden gegen\u00fcber\u00adliegen\u00adden Mantren (was auf die Krisen- Zwis\u00adchen- und Licht\u00adspr\u00fcche zutrifft) nicht denen mit gle\u00adichem Buch\u00adstaben. Nur die Mantren mit gle\u00adichem Buch\u00adstaben nenne ich Gegen\u00adspr\u00fcche. Das Krisen-Mantra 46 u ist das Mantra der Ascher\u00admittwochs-Woche und damit das Mantra, in dem die unbeschw\u00aderte Faschingszeit endet und die vor\u00f6ster\u00adliche Fas\u00adten\u00adzeit begin\u00adnt. Es ist auch das Mantra, das nach der Empf\u00e4ng\u00adnis und Zeu\u00adgung (45 t) das Mantra der ersten Stufe der Embry\u00adona\u00adlen\u00adtwick\u00adlung, der Min\u00ader\u00adal\u00adstufe ist (siehe Blog <a href=\"https:\/\/www.stellamaris-seelenkalender.de\/?page_id=1673\">46 u<\/a>).<\/p>\n<p>Wie alle Krisen- und Zwis\u00adchen\u00adspr\u00fcche sind die Mantren, 21 U und 46 u aus der Per\u00adspek\u00adtive eines Ich-Sprech\u00aders geschrieben.<\/p>\n<p>Der Ich-Sprech\u00ader des Mantras <strong>21 U<\/strong> f\u00fchlt eine fremde Macht, die zunehmend st\u00e4rk\u00ader wird, ihr Fruch\u00adt\u00adend-wirk\u00adsam-sein. Diese fremde Macht, die dur\u00adchaus Furcht aus\u00adl\u00f6send gedacht wer\u00adden kann, wirkt jedoch nicht gegen den Ich-Sprech\u00ader, son\u00addern f\u00fcr ihn. Der Ich-Sprech\u00ader f\u00fchlt, dass er durch diese (be-)fruchtende Fremdein\u00adwirkung sich selb\u00adst ver\u00adliehen wird. Mar\u00adtin Buber sagt: \u201d Der Men\u00adsch wird am Du zum Ich\u201d (Werke I. Schriften zur Philoso\u00adphie, S. 97) Der Ich-Sprech\u00ader erwacht also durch die fruch\u00adt\u00adende fremde Macht zu seinem Ich. Um sich selb\u00adst als eigen\u00adst\u00e4ndi\u00adge Per\u00ads\u00f6n\u00adlichkeit zu erleben, ist eine davon zu unter\u00adschei\u00addende Au\u00dfen\u00adwelt notwendig. Diese Au\u00dfen\u00adwelt ist die fremde Macht, die durch jede Sin\u00adneser\u00adfahrung die Seele befruchtet und ihr zeigt, dass sie sich unter\u00adschei\u00addet von dieser Au\u00dfenwelt.<\/p>\n<p>Den Keim empfind\u00adet der Ich-Sprech\u00ader reifend. Der Keim ist die im Wer\u00adden begrif\u00adf\u00adene geistige Natur des Men\u00adschen, sein wahres Ich. Nur zu ahnen ist dieses aus Licht gewobene Neue, das im Innern entste\u00adht. Diese Macht der Selb\u00ads\u00adtheit ist nicht das selb\u00adstis\u00adche Ego, das in der Seele lebt, es ist das Geist\u00adselb\u00adst, das dann auch ohne irdis\u00adche Umge\u00adbung, ohne fruch\u00adt\u00adende fremde Macht ein Selb\u00adst sein kann \u2014 ein Geist unter Geis\u00adtern. In der frem\u00adden Macht kann der Sti\u00ader-Aspekt des U erlebt wer\u00adden, im Prozess des Reifens auch der Aspekt der ver\u00adstre\u00adichen\u00adden Zeit. Gle\u00adichzeit\u00adig ist es eine Gren\u00adz\u00ader\u00adfahrung, wie sie nach obi\u00adgen Aus\u00adsagen zu Sat\u00adurn geh\u00f6rt. Das lichtvolle Weben l\u00e4sst mich an den Gelehrten denken, der die Erken\u00adnt\u00adnisse in sich ver\u00adwebt zu neuen lichtvollen Ideen-Fr\u00fccht\u00aden. Zart und nur ahnend aus\u00adge\u00adsprochen bietet das Mantra den Aus\u00adblick \u00fcber das irdis\u00adche Sein hin\u00adaus \u2014 \u00fcber den Tod hin\u00adaus. Indem es die Selb\u00adst\u00adwer\u00addung des Men\u00adschen als einen pflanzen\u00adhaften Rei\u00adfung\u00adsprozess beschreibt, the\u00adma\u00adtisiert es sein Emporwach\u00adsen, seinen Aufstieg.<\/p>\n<p>Das Krisen-Mantra <strong>46 u<\/strong> beschreibt die Auseinan\u00adder\u00adset\u00adzung mit dem Au\u00dfen, hier der Welt, als eine Bedro\u00adhung f\u00fcr die Seele. Die Welt dro\u00adht die Kraft der Seele, die ihr einge\u00adboren ist, zu bet\u00e4uben. Die in die Seele hineinge\u00adborene Kraft ist sicher\u00adlich ihre F\u00e4higkeit, hin\u00adter der Fas\u00adsade der verg\u00e4nglichen physis\u00adchen Welt das Wirken des Ewigen, des Geistes zu schauen. Als \u201cMedi\u00adzin\u201d gegen die bet\u00e4ubende Kraft der Welt wird die Erin\u00adnerung aufgerufen. Sie wird als ein \u201cDu\u201d, als ein dem Ich-Sprech\u00ader gegen\u00fcber\u00adste\u00adhen\u00addes Wesen angerufen. Und sie wird als leuch\u00adt\u00adend beschrieben. Aus Geis\u00adtestiefen soll sie her\u00adaufkom\u00admen, die B\u00fchne der Gegen\u00adwart betreten, auftreten, denn der Erin\u00adnerung ist auf der Lebens\u00adb\u00fchne eine wichtige Rolle zugedacht. Die leuch\u00adt\u00adende Erin\u00adnerung bildet die Br\u00fccke zum vorirdis\u00adchen Dasein. Das Du, das als leuch\u00adt\u00adende Erin\u00adnerung aufgerufen wird, ist der Men\u00adsch sel\u00adber, als er noch Geist\u00adwe\u00adsen war, ange\u00adtan mit einem Leib aus Licht. Wenn er diese Erin\u00adnerung immer wieder her\u00adauf\u00adholen kann, wenn er also stets sich\u00ader wei\u00df, dass sein Leben nicht auf das Leben im physis\u00adchen Leib begren\u00adzt ist, so kann die Welt ihn nicht mehr bet\u00e4uben. Dann kann er nicht nur die physis\u00adche Welt sehen, son\u00addern auch die Geist\u00adwelt schauen.<\/p>\n<p>Doch dieses Schauen des Geistes hin\u00adter der materiellen Welt muss gewollt wer\u00adden. Es geschieht nicht von alleine. Die Erin\u00adnerung muss daf\u00fcr immer wieder von Neuem aufgerufen wer\u00adden. Ihr leuch\u00adt\u00aden\u00addes Auftreten wird ben\u00f6tigt. Sie muss den ori\u00aden\u00adtieren\u00adden Hin\u00adter\u00adgrund bilden, son\u00adst \u2014 so ver\u00admute ich \u2014 gleit\u00adet das Schauen ab in willk\u00fcr\u00adliche Phan\u00adtasie. Im fol\u00adgen\u00adden erk\u00adl\u00e4rt Rudolf Stein\u00ader, dass man ster\u00adben muss, wenn man in die Raum-losigkeit, in die geistige Welt ein\u00adtreten will. \u201cWas mu\u00df man denn daher erleben, wenn man aus dem Raum, in dem man zwis\u00adchen Geburt und Tod lebt, ein\u00adtreten will in die Raum-losigkeit, in der man zwis\u00adchen dem Tod und ein\u00ader neuen Geburt lebt, was mu\u00df man erleben? Ja, meine lieben Fre\u00adunde, man mu\u00df ster\u00adben!\u201d (GA 236, S. 243) Auch die Erin\u00adnerung an das vorge\u00adburtliche Dasein ist solch ein Ein\u00adtritt in die Raum\u00adlosigkeit \u2014 nur eben nicht als Vor\u00adgriff des Todes, son\u00addern als Erinnerung.<\/p>\n<p>Die Stim\u00admung und Qual\u00adit\u00e4t des U ist im ganzen Mantra anwe\u00adsend. Die Bedro\u00adhung durch die Welt l\u00f6st Furcht, U\u2011Stimmung, in der Seele aus. Bet\u00e4ubung, wie sie durch eine Narkose ein\u00adtritt, l\u00f6scht das Bewusst\u00adsein aus. Das Bewusst\u00adsein wird auf sein niedrig\u00adstes Niveau herun\u00adterged\u00e4mpft \u2014 eine Bewe\u00adgung, die auch beim lateinis\u00adchen U vol\u00adl\u00adzo\u00adgen wird, bevor die Lin\u00adie wieder auf\u00adsteigt. Das Auftreten der Erin\u00adnerung aus Geis\u00adtestiefen entspricht dage\u00adgen der zweit\u00aden H\u00e4lfte der U\u2011Linie. Wurde im Mantra 21 U das irdis\u00adche Leben \u00fcber\u00adschrit\u00adten im Vor\u00adblick, in die Zukun\u00adft, durch das Ahnen, so geschieht im Mantra 46 u jene \u00dcber\u00adschre\u00aditung in der ent\u00adge\u00adgenge\u00adset\u00adzten Rich\u00adtung, im R\u00fcck\u00adblick, durch die Erin\u00adnerung. Dieses \u00dcber\u00adschre\u00adit\u00aden ein\u00ader Gren\u00adze gibt den Mantren sat\u00adur\u00adnischen Charak\u00adter. Das Krisen\u00admantra 46 u ist umwe\u00adht vom Geheim\u00adnis der Eibe als Mys\u00adte\u00adrien\u00adbaum, das Mantra 21 U verk\u00f6r\u00adpert eher den ungifti\u00adgen, s\u00fc\u00dfen roten Samen\u00adman\u00adtel der Eibenfrucht.<\/p>\n<h4><strong>Die beiden L\u00f6wen am Eingang zur Kirche St. Wilhadi von Ulsnis<\/strong><\/h4>\n<p>Die kleine Feld\u00adsteinkirche im schleswig-hol\u00adsteinis\u00adchen Dorf Uls\u00adnis ist wie alle Kirchen dieser Gegend auf einem alten Thing-Platz erbaut mit Blick auf die Schlei. Der Glock\u00aden\u00adturm ste\u00adht neben der Kirche auf einem bronzezeitlichen Grab\u00adh\u00fcgel. Von der \u00e4lteren Kirche ist das S\u00fcder\u00adpor\u00adtal (um 1150) erhal\u00adten. Damit ist die <a href=\"https:\/\/www.ulsnis.de\/kirche\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kirche St. Wil\u00adha\u00addi<\/a>, die dem ersten Bischof von Bre\u00admen gewei\u00adht ist, ver\u00admut\u00adlich die \u00e4lteste von Angeln.<\/p>\n<p>Ehe\u00admals betrat man die Kirche durch das n\u00f6rdliche, das weltliche Norder\u00adpor\u00adtal, das heute zugun\u00adsten ein\u00ader Empore zuge\u00admauert ist und ver\u00adlie\u00df sich durch das S\u00fcder\u00adpor\u00adtal \u2014 der Sonne entgegen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.stellamaris-seelenkalender.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/21-U-46-u-Suedportal-St-Wilhadi-Ulsnis-290x300.png\" alt width=\"290\" height=\"300\"><\/p>\n<p><em>S\u00fcd\u00adpor\u00adtal der Kirche St. Wil\u00adha\u00addi von Uls\u00adnis, ca 1150 mit einge\u00adf\u00fcgtem See\u00adlenkalen\u00adder-Jahres\u00adlauf als&nbsp;Ei&nbsp;<\/em><\/p>\n<p>Dieser Kirch\u00adenein\u00adgang ist bemerkenswert und einzi\u00adgar\u00adtig. Das aus schwarzem Gran\u00adit gehauene Tym\u00adpa\u00adnon \u00fcber der T\u00fcre zeigt Kain und Abel rechts und links neben dem thro\u00adnen\u00adden Chris\u00adtus. Er seg\u00adnet Abel, der sein L\u00e4mm\u00adlein bringt. Auf Kains Seite liegt das geschlossene Buch auf seinem Scho\u00df. Abel bringt eine Getrei\u00adde\u00adgarbe und hin\u00adter ihm ist ein voge\u00adlar\u00adtiges Wesen zu sehen, das ihm etwas zuzu\u00adfl\u00fcstern scheint.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.stellamaris-seelenkalender.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/21-U-46-u-Abel-und-Kain-Rympanon-Ulsnis-300x142.png\" alt width=\"382\" height=\"181\"><\/p>\n<p><em>Chris\u00adtus umgeben von Abel und Kain, Tym\u00adpa\u00adnon aus schwarzem Granit<\/em><\/p>\n<p>Nach au\u00dfen ver\u00adset\u00adzt und etwas unter\u00adhalb des Tym\u00adpa\u00adnons ist auf jed\u00ader Seite aus r\u00f6tlichem Gran\u00adit ein L\u00f6we gehauen, der mit einem Men\u00adschen inter\u00adagiert. Ein gro\u00dfer schwarz\u00ader Halb\u00adbo\u00adgen verbindet bei\u00adde L\u00f6wen. Die bei\u00adden Inter\u00adak\u00adtio\u00adnen von L\u00f6we und Men\u00adsch zeigen f\u00fcr mich zwei See\u00adlen\u00adhal\u00adtun\u00adgen der Welt gegen\u00fcber.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.stellamaris-seelenkalender.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/21-U-46-u-linker-Loewe-Ulsnis-300x169.png\" alt width=\"300\" height=\"169\"><\/p>\n<p><em>Der Wahrnehmungs-Men\u00adsch hingegeben der L\u00f6wen-Zeit-Sonnenmacht<\/em><\/p>\n<p>Auf der Abel-Seite kni\u00adet ein b\u00e4r\u00adtiger, \u00e4lter\u00ader Mann zwis\u00adchen den Pranken des L\u00f6wen, der \u00fcber ihn zu wachen scheint. Dieser Men\u00adsch wirkt wie in tiefe Med\u00adi\u00adta\u00adtion ver\u00adsunken. Men\u00adsch und L\u00f6we strahlen tiefen Frieden und Ein\u00adheit aus. Ich sehe darin den Wahrnehmungs-Men\u00adschen, der in die Wahrnehmung hinein\u00adschl\u00e4ft, ihr hingegeben ist im Zeitraum des zeit\u00adlosen Jet\u00adzt. Der L\u00f6we repr\u00e4sen\u00adtiert die zum Raum gewor\u00addene Zeit des Jahreskreis\u00ades, die g\u00f6t\u00adtlich-geistige Sonne, die die ganze Men\u00adschheit stets in ihrem Zeit-Raum h\u00e4lt und beh\u00fctet.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.stellamaris-seelenkalender.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/21-U-46-u-rechter-Loewe-1-Ulsnis-300x177.png\" alt width=\"300\" height=\"177\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.stellamaris-seelenkalender.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/21-U-46-u-rechter-Loewe-2-Ulsnis-300x163.png\" alt width=\"300\" height=\"163\"><\/p>\n<p><em>Der Denk-Men\u00adsch sticht der L\u00f6wen-Zeit-Son\u00adnen\u00admacht das Schw\u00adert ins Maul, die ihn dreifach h\u00e4lt am Kopf, an der H\u00fcfte und an den Beinen, den lin\u00adearen Zeitrom aus Ver\u00adgan\u00adgen\u00adheit, Gegen\u00adwart und Zukun\u00adft verdeutlichend<\/em><\/p>\n<p>Der Mann auf der Kain-Seite wirkt j\u00fcnger als der andere Mann. Er tr\u00e4gt einen mond\u00adf\u00f6r\u00admi\u00adgen, d\u00fcn\u00adnen Schnur\u00adrbart und kni\u00adet nicht aufrecht wie der Andere, son\u00addern liegt in den Pranken des L\u00f6wen. Fast liebevoll umf\u00e4ngt der L\u00f6we seinen Kopf und seine Beine, w\u00e4hrend er ihn mit seinem Maul an der H\u00fcfte gepackt hat und in die H\u00f6he hebt. Der Men\u00adsch wirkt nicht lei\u00addend oder im Kampf, st\u00f6\u00dft aber dem L\u00f6wen sein Schw\u00adert senkrecht nach oben ins Maul. In diesem Men\u00adschen sehe ich den Denk-Men\u00adschen, der sich als lin\u00adear\u00ader Zeit\u00adstrahl bzw. Bogen erlebt. Er f\u00fchlt sich dreifach gehal\u00adten von der L\u00f6wen-Zeit\u00admacht: am Kopf die Ver\u00adgan\u00adgen\u00adheit sym\u00adbol\u00adisierend, an den Beinen die Zukun\u00adft darstel\u00adlend und dazwis\u00adchen an der H\u00fcfte packt die Gegen\u00adwart zu. In der Gegen\u00adwart ist der Men\u00adsch den Zw\u00e4n\u00adgen, den Bedin\u00adgun\u00adgen des irdis\u00adchen Lebens aus\u00adgeliefert. Hier schl\u00e4gt das Schick\u00adsal zu, pack\u00aden ihn die schar\u00adfen Z\u00e4hne des L\u00f6wen. Ret\u00adtung gibt es nur, wenn der Men\u00adsch sein Bewusst\u00adseins-Schw\u00adert z\u00fcckt, Gegen\u00adw\u00e4r\u00adtigkeit her\u00adstellt und dadurch \u00fcber\u00adwindet, was ihn gefan\u00adgen h\u00e4lt. Im Jet\u00adzt scheint die Zeit still zu ste\u00adhen, scheint sie \u201cget\u00f6tet\u201d. Nicht Ein\u00adheit son\u00addern Gegen\u00adsatz, geist\u00adwach\u00ades Gegen\u00fcber\u00adste\u00adhen ist Auf\u00adgabe des Denk-Men\u00adschen. Der L\u00f6we scheint von dem Schw\u00adert, das ihm der Men\u00adsch ins Maul st\u00f6\u00dft, vol\u00adlkom\u00admen unbeein\u00adtr\u00e4chtigt. Er k\u00f6n\u00adnte im n\u00e4ch\u00adsten Moment an ihm leck\u00aden wie an einem Lol\u00adli. Die Plas\u00adtik k\u00f6n\u00adnte damit aus\u00addr\u00fcck\u00aden, dass der Men\u00adsch, der sich zur Gegen\u00adw\u00e4r\u00adtigkeit und damit zum freien, kreativ\u00aden Gestal\u00adter seines Lebens erhebt, die son\u00adnen\u00adgle\u00adiche, l\u00f6wen\u00adhafte Macht der Zeit nicht verletzt.<\/p>\n<p>Der Som\u00admer-Wahrnehmungs-Men\u00adsch vere\u00adinigt sich mit der l\u00f6wen\u00adgle\u00adichen alles her\u00advor\u00adbrin\u00adgen\u00adden frem\u00adden Macht, der Zeit als zyk\u00adlis\u00adche Zeit und wird von ihr befruchtet (21 U). Der Win\u00adter-Denk-Men\u00adsch dro\u00adht von der Welt bet\u00e4ubt zu wer\u00adden (46 u), von der lin\u00adear erlebten Zeit, wenn er keine eigene Licht-Kraft auf\u00adbi\u00adeten kann \u2014 im Mantra die Erin\u00adnerung, bei der L\u00f6wen\u00adplas\u00adtik das Schwert.<\/p>\n<p>Unter dem Abel-Som\u00admer-Wahrnehmungs-Men\u00adschen ist ein Drache zu sehen, auf der anderen Seite, unter dem Kain-Win\u00adter-Denk-Men\u00adschen eine leere Fl\u00e4che. Es ist m\u00f6glich, dass dieser Stein nicht der urspr\u00fcngliche ist bzw. sein Bild\u00adw\u00aderk ent\u00adfer\u00adnt wurde. Doch auch ger\u00adade die Leere ist an dieser Stelle sprechend, stellt sich Gegen\u00adw\u00e4r\u00adtigkeit doch nur ein, wenn die Gedanken schweigen und \u201cLeere\u201d eintritt.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.stellamaris-seelenkalender.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/21-U-46-u-Drache-Ulsnis-144x300.png\" alt width=\"144\" height=\"300\"><\/p>\n<p><em>Der Drachen unter\u00adhalb des linken L\u00f6wen auf der Seite des Sommer-Halbjahres<\/em><\/p>\n<p>Der Drachen von unten, von der Erde auf\u00adsteigend und das voge\u00adlar\u00adtige Wesen oben, das Kain etwas zufl\u00fcstert, scheinen mir zusam\u00admen\u00adzuge\u00adh\u00f6ren. Fliegen die Ideen in der Wahrnehmung den Men\u00adschen nicht an wie ein Drache? Doch d\u00fcr\u00adfen sie ihn nicht zum Mate\u00adri\u00adal\u00adis\u00admus ver\u00adf\u00fchren, sodass der in der Dual\u00adit\u00e4t sich w\u00e4h\u00adnende und klug urteilende Denk-Men\u00adsch Kain, seinen Brud\u00ader Abel t\u00f6tet, den selb\u00adstvergessen sich hingeben\u00adden, kindlich staunen\u00adden Wahrnehmungs-Menschen.<\/p>\n<p>In der Mitte zwis\u00adchen Abel und Kain thront der Chris\u00adtus und zwis\u00adchen den bei\u00adden gegen\u00ads\u00e4t\u00adzlichen Seit\u00aden der Seele, zwis\u00adchen Wahrnehmung und Denken hin\u00addurch ver\u00adl\u00e4sst der Men\u00adsch die Kirche in ein gottver\u00adbun\u00addenes, inner\u00adlich neu aus\u00adgerichtetes Leben. Zwis\u00adchen dem wie ein Drache die Seele anfliegen\u00adden Sin\u00adnes\u00adreiz und der aus dem Denken gebore\u00adnen Reak\u00adtion kann ein Freiraum geschaf\u00adfen wer\u00adden, der wie ein U zum Durch\u00adgang wird \u2014 zu einem Bewusst\u00adsein, dass nicht urteilend t\u00f6tet wie Kain und sich doch sein\u00ader selb\u00adst bewusst sein&nbsp;kann.<\/p>\n\t\t\t<a href=\"https:\/\/www.stellamaris-seelenkalender.de\/?page_id=1210\" target=\"_self\">\n\t\t\t\t\t\tBlog zum Spruch 21&nbsp;U&nbsp;<\/a>\n\t\t\t<a href=\"https:\/\/www.stellamaris-seelenkalender.de\/?page_id=1673\" target=\"_self\">\n\t\t\t\t\t\tBlog zum Spruch 46&nbsp;u&nbsp;<\/a>\n\t\t\t<a href=\"https:\/\/www.stellamaris-seelenkalender.de\/?page_id=3207\" target=\"_self\">\n\t\t\t\t\t\tN\u00e4ch\u00adster Blog-Eintrag&nbsp;<\/a>\n\t\t\t<a href=\"https:\/\/www.stellamaris-seelenkalender.de\/?page_id=136\" target=\"_self\">\n\t\t\t\t\t\tzur\u00fcck zur \u00dcbersicht&nbsp;<\/a>\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Gegen\u00adspr\u00fcche 21 U und 46&nbsp;u 21 U Ich f\u00fch\u00adle fruch\u00adt\u00adend fremde Macht Sich st\u00e4rk\u00adend mir mich selb\u00adst ver\u00adlei\u00adhn, Den Keim empfind ich reifend Und Ahnung lichtvoll weben Im Innern an der Selb\u00ads\u00adtheit&nbsp;Macht. \u2026 \u2026 46 u Die Welt, sie dro\u00adhet zu bet\u00e4uben Der Seele einge\u00adborene Kraft; Nun trete du, Erin\u00adnerung, Aus Geis\u00adtestiefen leuch\u00adt\u00adend&nbsp;auf Und\u2026<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"wp_typography_post_enhancements_disabled":false,"footnotes":""},"class_list":["post-3184","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.stellamaris-seelenkalender.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/3184","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.stellamaris-seelenkalender.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.stellamaris-seelenkalender.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.stellamaris-seelenkalender.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.stellamaris-seelenkalender.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3184"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.stellamaris-seelenkalender.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/3184\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.stellamaris-seelenkalender.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3184"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}