{"id":2875,"date":"2024-12-03T16:54:37","date_gmt":"2024-12-03T15:54:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.stellamaris-seelenkalender.de\/?page_id=2875"},"modified":"2025-06-25T16:00:28","modified_gmt":"2025-06-25T14:00:28","slug":"blog-beitrag-1-2-copy-3-copy-7-copy-copy-copy-copy-copy-2-copy-copy-copy-copy-copy-copy-copy-copy-copy-copy-copy-copy-copy-copy-copy-copy-copy-copy-copy-copy-copy-copy-3-copy","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.stellamaris-seelenkalender.de\/?page_id=2875","title":{"rendered":"Blog \u2014 Gegenspr\u00fcche 9 I \u2014 35&nbsp;i"},"content":{"rendered":"\n\n\t<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.stellamaris-seelenkalender.de\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/9-I-34-i-300x169.png\" alt width=\"300\" height=\"169\"><\/p>\n<h4><strong>Die Gegenspr\u00fcche 9 I <\/strong>(gro\u00dfes i)<strong> und 35&nbsp;i<br>\n<\/strong><\/h4>\n<table width=\"713\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"311\"><strong>9 I<\/strong>\n<p>Vergessend meine Willenseigenheit<\/p>\n<p>Erf\u00fcl\u00adlet Wel\u00adtenw\u00e4rme sommerk\u00fcndend<\/p>\n<p>Mir Geist und Seelenwesen;<\/p>\n<p>Im Licht mich zu verlieren<\/p>\n<p>Gebi\u00adetet mir das Geistesschauen,<\/p>\n<p>Und kraftvoll k\u00fcn\u00addet Ahnung mir:<\/p>\nVer\u00adliere dich, um dich zu finden.<\/td>\n<td width=\"16\"><\/td>\n<td width=\"311\"><strong>35 i<\/strong>\n<p>Kann ich das Sein erkennen,<\/p>\n<p>Dass es sich wiederfindet<\/p>\n<p>Im See\u00adlen\u00adschaf\u00adfens\u00addrange?<\/p>\n<p>Ich f\u00fch\u00adle, dass mir Macht verlieh\u00b4n,<\/p>\n<p>Das eigne Selb\u00adst dem Weltenselbst<\/p>\n<p>Als Glied beschei\u00adden einzuleben.<\/p>\n.\u2026<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4><strong>Die Eurythmieformen zu den Mantren 9<\/strong> I (gro\u00dfes i)<strong> und 35&nbsp;i<br>\n<\/strong><\/h4>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.stellamaris-seelenkalender.de\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/9-I-300x169.png\" alt width=\"300\" height=\"169\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.stellamaris-seelenkalender.de\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/35-i-2-300x169.png\" alt width=\"300\" height=\"169\"><\/p>\n<h4><strong>\u00dcber den Buchstaben \u201cI\u201d<br>\n<\/strong><\/h4>\n<p>Das I ist nach A und E der dritte und damit auch der mit\u00adtlere der f\u00fcnf Vokale im Alpha\u00adbet. Die bei\u00adden haupt\u00ads\u00e4ch\u00adlichen Aspek\u00adte des I dr\u00fcck\u00aden sich schon in dessen graphis\u00adchem Zeichen aus, in Lin\u00adie und Punkt. Diese bei\u00adden Kom\u00adpo\u00adnen\u00adten sind Polar\u00adit\u00e4ten. Die Lin\u00adie zeigt Verbindung und Entwick\u00adlung an, der Punkt ste\u00adht fest und unwan\u00addel\u00adbar da und kann entwed\u00ader ini\u00adtialer Anfang oder abschlie\u00dfen\u00addes Ende sein \u2014 ganz wie der Same am Anfang der Pflanzenen\u00adtwick\u00adlung ste\u00adht und zugle\u00adich ihr Endergeb\u00adnis darstellt.<\/p>\n<p>Die neun Buch\u00adstaben des lateinis\u00adchen Alpha\u00adbets zeigen von A bis I eine bemerkenswerte Symmetrie.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.stellamaris-seelenkalender.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/9-I-Der-A-bis-I-Neunstern-282x300.png\" alt width=\"282\" height=\"300\"><\/p>\n<p><em>Die Buch\u00adstaben A bis I mit dem Neun\u00adstern des Enneagramms<\/em><\/p>\n<p><em>Gelb: Vokale; Gr\u00fcn: Sto\u00dflaute; Rot: Blaselaute<\/em><\/p>\n<p>Nicht nur ste\u00adht das E genau in der Mitte zwis\u00adchen A und I, auch die Kon\u00adso\u00adnan\u00adten wech\u00adseln regelm\u00e4\u00dfig zwis\u00adchen Sto\u00df- und Blase\u00adlaut, also zwis\u00adchen Erd- und Feuer\u00adlaut ab (sofern das C als Zis\u00adchlaut ver\u00adstanden wird). Betra\u00adchte ich die waagerecht auf gle\u00adich\u00ader H\u00f6he liegen\u00adden Kon\u00adso\u00adnan\u00adten, so bilden Sto\u00df- und Blase\u00adlaute jew\u00adeils gemis\u00adchte Paare: B \u2014 H; C \u2014 G; D \u2014 F. Ihre ent\u00adge\u00adgenge\u00adset\u00adzten Lautqual\u00adit\u00e4ten sich gegen\u00adseit\u00adig auszu\u00adgle\u00adichen. Beteiligt sind die drei weichen, stimmhaften Sto\u00dflaute B, D, G und auch die Blase\u00adlaute F, C, H. Bei den Blase\u00adlaut\u00aden f\u00e4llt auf, dass sie noch eine starke Lebendigkeit, eine Vari\u00adabil\u00adit\u00e4t des Klanges in sich tra\u00adgen. Das C ist den Sto\u00dflaut\u00aden nahe, das H allen Vokalen und das F dem V und&nbsp;W.<\/p>\n<p>Der <strong>griechis\u00adche<\/strong> Buch\u00adstabe des I\u2011Lautes ist das Iota (\u0399, \u03b9), das aus dem ph\u00f6nizis\u00adchen Hal\u00adb\u00advokal \u2018Jod\u2019 her\u00advorge\u00adgan\u00adgen ist, was mit \u2018Hand\u2019 \u00fcber\u00adset\u00adzt wird. Im Jod wurde die sch\u00f6pferisch deu\u00adtende, zur Offen\u00adbarung brin\u00adgende Hand erlebt, wie es im Deutschen Wort \u2018Fin\u00adger\u2019 noch nachemp\u00adfun\u00adden wer\u00adden kann. Her\u00admann Beckh schreibt: \u201cSo wie Aleph im Hebr\u00e4is\u00adchen das Zeichen des Unof\u00adfen\u00adbaren, Poten\u00adtiellen, so ist Jod das Zeichen der Offen\u00adbarung, der Man\u00adi\u00adfes\u00adta\u00adtion, der g\u00f6t\u00adtlichen Welt\u00adbe\u00adjahung. \u2026 Als Aus\u00addruck des \u00dcber\u00adganges des Poten\u00adtiellen ins Aktuelle des aktiv\u00aden Han\u00addelns ste\u00adht J auch bedeu\u00adtungsvoll als Anlaut des hebr\u00e4is\u00adchen \u2018Jad\u2019, die \u2018Hand\u2019 \u2026 Der Funke des G\u00f6t\u00adtlich-Geisti\u00adgen, wie er hier aus Jahves Hand auf den Fin\u00adger Adams \u00fcber\u00adspringt, das Prinzip der sich offen\u00adbaren\u00adden g\u00f6t\u00adtlichen Aktiv\u00adit\u00e4t ist es, was der Hebr\u00e4er beim Jod, da wo es in seinem h\u00f6ch\u00adsten geisti\u00adgen Sinne gebraucht wird, erlebt. Wie Aleph das in sich ruhende Ewig-G\u00f6t\u00adtliche, so ist Jod dieses G\u00f6t\u00adtlich-Ewige, Au\u00dfer\u00adr\u00e4um\u00adliche, Au\u00dferzeitliche \u2014 die Unendlichkeit, wie auch das Unendlich-Kleine, Punk\u00adtuelle, der Punkt (der ja im Hebr\u00e4is\u00adchen durch Jod dargestellt wurde) \u2014 da, wo dieses Au\u00dfer\u00adr\u00e4um\u00adliche, Au\u00dferzeitliche, sich anschickt, seinen Impuls in die Welt des r\u00e4um\u00adlich und zeitlich Bed\u00adingten hineinzus\u00adtrahlen, es ist der archimedis\u00adche Punkt, \u2026 von dem aus alles Welt\u00adgeschehen seinen Aus\u00adgang nimmt, der Ich-Punkt, der sich dann zur Welt erweit\u00adert.\u201d (in: Ernst Moll, Die Sprache der Laute, S.&nbsp;201)<\/p>\n<p>Das I ist auch der Strich, die Aufrichte, der Licht\u00adstrahl, der als Blitz auf das Ziel hin\u00adschie\u00dft. Im I erstirbt das G\u00f6t\u00adtliche und erscheint als Licht des Ich. Das I dr\u00fcckt Hochspan\u00adnung aus, es treibt auf die Spitze. Das I ist der hochfliegende Ikarus aus der griechis\u00adchen Mytholo\u00adgie, der dann doch der Schw\u00aderkraft unter\u00adliegt und abst\u00fcrzt. Eben\u00adso beste\u00adht f\u00fcr den mit dem Ich begabte Men\u00adschen stets die Gefahr, ins Ego zu fall\u00aden. Erst seit der Ich-Geburt auf Gol\u00adgatha, wie Rudolf Stein\u00ader den Sieg des Chris\u00adtus \u00fcber den Tod unter anderem charak\u00adter\u00adisiert, ist es m\u00f6glich, ein Ikarus zu wer\u00adden, sich inner\u00adlich zu erheben und erken\u00adnend zu fliegen, ohne abzust\u00fcrzen in Phan\u00adtasterei oder pedan\u00adtis\u00adches Ver\u00adhaftet\u00adsein an die materiellen Dinge der&nbsp;Welt.<\/p>\n<p>Das I ist das Licht, das sowohl im Au\u00dfen als Son\u00adnen- oder Ster\u00adnen\u00adlicht leuchtet, als auch im Men\u00adschen. Johannes sagt im Pro\u00adlog seines Evan\u00adgeli\u00adums \u00fcber dieses Licht:<\/p>\n<p>\u201cIm Innen-Raum der Urkr\u00e4fte war und ist wirk\u00adend der&nbsp;Logos,<\/p>\n<p>und der Logos ist in Bewe\u00adgung auf den Gott&nbsp;hin,<\/p>\n<p>und ein g\u00f6t\u00adtlich\u00ades Wesen ist der&nbsp;Logos,<\/p>\n<p>dieser ist in Bewe\u00adgung auf den Gott&nbsp;hin.<\/p>\n<p>Alles ist durch Ihn geworden<\/p>\n<p>und ohne Ihn ist auch nicht ein Einzelnes geworden.<\/p>\n<p>Was gewor\u00adden ist, in Ihm war und ist es&nbsp;Leben<\/p>\n<p>und das Leben ist das Licht der Menschen,<\/p>\n<p>und das Licht scheint im Innern der Finsternis<\/p>\n<p>und die Fin\u00adster\u00adn\u00adis hat es nicht \u00fcberw\u00e4ltigt.\u201d<\/p>\n<p>(Joh. 1,1\u20135 in der \u00dcber\u00adset\u00adzung von Els\u00adbeth Wey\u00admann, Wege im Buch der B\u00fcch\u00ader, S.&nbsp;120)<\/p>\n<p>Das I ist der Laut des Urbilds des Men\u00adschen, des Ichs. So ver\u00adwun\u00addert es nicht, dass in der Gen\u00ade\u00adsis die Geis\u00adter der Per\u00ads\u00f6n\u00adlichkeit, die Archai oder Urbe\u00adginne \u2018Jom\u2019 genan\u00adnt wer\u00adden. Rudolf Stein\u00ader sagt: \u201cDa, wo die Elo\u00adhim durch ihre h\u00f6heren ord\u00adnen\u00adden Kr\u00e4fte gewirkt hat\u00adten, dass Licht werde, da stell\u00adten sie an ihren Platz Jom, die erste Wesen\u00adheit, den ersten der Zeit\u00adgeis\u00adter oder Archai. \u2026 So sind diese geisti\u00adgen Wesen\u00adheit\u00aden die wir Geis\u00adter der Per\u00ads\u00f6n\u00adlichkeit oder Urbe\u00adginne nen\u00adnen, das\u00adselbe, was da als Zeitr\u00e4ume, als Tag, als Jom genan\u00adnt wird.\u201d (GA 122, in: Ernst Moll, Die Sprache der Laute, S. 202f) Im obi\u00adgen Zitat aus dem Johan\u00adne\u00adse\u00advan\u00adgeli\u00adum erscheint der Logos in ziel\u00adgerichteter Bewe\u00adgung und gle\u00adichzeit\u00adig vol\u00adlen\u00addet als Gott. Der Logos zeigt sich dadurch mit der Zeit ver\u00adwandt, die in der lin\u00adearen und zyk\u00adlis\u00adchen Zeit eben\u00adso diese bei\u00adden Aspek\u00adte in sich vere\u00adint. Auch das I ste\u00adht mit der Zeit-Macht in beson\u00adders engem Zusam\u00admen\u00adhang, worauf die \u00dcber\u00adliefer\u00adung zur \u00e4gyp\u00adtis\u00adchen G\u00f6t\u00adtin Isis hinweist.<\/p>\n<p>Rudolf Stein\u00ader sagt \u00fcber das I in Bezug zum Men\u00adschen: \u201cSprechen wir ein I, so haben wir nur das rechte Bild, wenn wir in diesem I sehen die Befes\u00adti\u00adgung unseres Geisti\u00adgen in uns selb\u00adst. \u2026 Wer das I f\u00fchlt, der wei\u00df, \u2026 dass, indem das I aus\u00adge\u00adsprochen wird, der Men\u00adsch seine Wesen\u00adheit sel\u00adber in den Raum hine\u00adin\u00adstellt.\u201d Und: \u201cMan betont, dass man sich fest in seinen Knochen f\u00fchlt.\u201d (nach Dubach Donath, Die Grun\u00addele\u00admente der Eury\u00adth\u00admie, in: Die Sprache der Laute, S. 187) Das markan\u00adteste Beispiel daf\u00fcr ist unser Wort \u2018Ich\u2019. Rudolf Stein\u00ader sagt: \u201cSie k\u00f6n\u00adnen bei einem I ganz genau f\u00fchlen, da macht sich der Men\u00adsch gel\u00adtend. \u2026 Gewisse deutsche Dialek\u00adte haben sog\u00adar f\u00fcr das Ich: i, und da f\u00fchlt der Men\u00adsch am aller\u00adst\u00e4rk\u00adsten, wie das eigene Wesen sich in ihm gel\u00adtend macht, wenn er i sagt: Na, nit du, i! Man springt erst in die Luft und stellt sich dann auf den Boden, wenn man dieses I sagt.\u201d (GA 278, in: Ernst Moll, Die Sprache der&nbsp;Laute)<\/p>\n<p>Im alten <strong>slaw\u00adis\u00adchen Alpha\u00adbet<\/strong>,<strong>&nbsp;Buk\u00adwiza<\/strong>, gab es f\u00fcr das I drei unter\u00adschiedliche Zeichen, drei Bild\u00adnisse: \u2018Izhe\u2019 (\u0418 \u2014 \u0418\u0436\u0435), \u2018Ihzei\u2019 (i \u2014 i\u0436\u0435\u0438) und \u2018Initj\u2019 (\u0407 \u2014 \u0407\u043d\u0438\u0442\u044c). Im heuti\u00adgen rus\u00adsis\u00adchen Alpha\u00adbet ist nur noch der erste, \u2018Izhe\u2019 (\u0418) \u00fcbrigge\u00adblieben. Vor hun\u00addert Jahren wurde \u2018Ihzei\u2019 (i) noch ver\u00adwen\u00addet, \u2018Initj\u2019 (\u0407) schon nicht mehr. In der ukrainis\u00adchen Sprache kom\u00admen bei\u00adde bis heute&nbsp;vor.<\/p>\n<p>\u2018Izhe\u2019 (\u0418 \u2014 \u0418\u0436\u0435), ist das r\u00fcck\u00adbez\u00fcgliche F\u00fcr\u00adwort, das \u2018welch\u00ader, der\u2019 bedeutet. Das I als Rel\u00ada\u00adtivpronomen ist das per\u00ads\u00f6n\u00adlich Abzuw\u00e4\u00adgende, sel\u00adber zu verantwortende.<\/p>\n<p>Ihzei (i \u2014 i\u0436\u0435\u0438) ist das kos\u00admis\u00adche I, das wie ein Fluss aus der himm\u00adlis\u00adchen Quelle, dem Punkt, entspringt und zur Erde flie\u00dft.<\/p>\nInitj (\u0407 \u2014 \u0407\u043d\u0438\u0442\u044c) wird so beschrieben:<br>\nDie Welt als gemein\u00adschaftlich\u00ades Seins\u00adbild; die Verbindung mit Men\u00adschen, ihre spir\u00adituelle Kom\u00admu\u00adnika\u00adtion; Gemein\u00adschaft, gemein\u00adsame Sache, Arbeit; Leben in Ein\u00adheit, Vere\u00adini\u00adgung der Men\u00adschen; \u00c4u\u00dfere Man\u00adi\u00adfes\u00adta\u00adtion sein\u00ader selb\u00adst in der Gesellschaft; Beziehung, Zusam\u00admen\u00adschluss von zwei oder mehr Men\u00adschen; Der Weg der spir\u00adituellen Entwick\u00adlung; Evo\u00adlu\u00adtion\u00e4re Trans\u00adfor\u00adma\u00adtion\u00adszyklen im Uni\u00adver\u00adsum.\n<p>Es ist ein Plur\u00adal, weshalb ihm kein numerisch\u00ader Wert zuge\u00adord\u00adnet wurde. Dieses I ste\u00adht f\u00fcr har\u00admonis\u00adches Zusam\u00admen\u00adleben, f\u00fcr die F\u00e4higkeit einig zu wer\u00adden und gemein\u00adsame Dinge zu tun. Das zeigt noch der rus\u00adsis\u00adche&nbsp;Aus\u00addruck<em> \u201eLass uns alle i\u2011Punkte set\u00adzen\u201d, <\/em>was so viel hei\u00dft wie \u201ereinen Tisch machen\u201d. Da es den Buch\u00adstaben Izhei mit einem Punkt und \u0407nitj mit zwei Punk\u00adten gab und diese Punk\u00adte immer am Ende geset\u00adzt wur\u00adden, meint der Aus\u00addruck \u201ePunk\u00adte auf das i set\u00adzen\u201d: die Sache zu ihrem logis\u00adchen Schluss zu brin\u00adgen. Der Ausspruch blieb, als die bei\u00adden For\u00admen des I nicht mehr ver\u00adwen\u00addet wurden.<\/p>\n<p>Ein ander\u00ader Aus\u00addruck besagt, dass man immer f\u00fcr drei Men\u00adschen denken, eine Sache aus drei Per\u00adspek\u00adtiv\u00aden anse\u00adhen muss. Und deshalb, so sagt man, gab es auch diese drei Buch\u00adstaben f\u00fcr das I. So kon\u00adnte man die Aus\u00adsage vari\u00adieren, je nach dem mit welchem I man z.B. \u201eWahrheit\u201d (istina\/\u0438\u0441\u0442\u0438\u043d\u0430), \u201eSpiel\u201d (igra\/\u0438\u0433\u0440\u0430) oder \u201eIntrige\u201d (intriga\/\u0438\u043d\u0442\u0440\u0438\u0433\u0430) schrieb.<\/p>\n<p>Am Beispiel von \u201cWahrheit\u201d macht Evge\u00adnia Lack\u00adey deut\u00adlich, um welche Art von Wahrheit es sich jew\u00adeils han\u00addelt: \u201cSchlie\u00dflich gibt es eine <em>per\u00ads\u00f6n\u00adliche sub\u00adjek\u00adtive Wahrheit<\/em> (Isti\u00adna geschrieben durch <strong>Izhe <\/strong>\u0418\u0436\u0435), die jed\u00ader Men\u00adsch f\u00fcr sich hat; es gibt die<em> kos\u00admis\u00adche Wahrheit <\/em>(Isti\u00adna geschrieben durch <em><strong>Izhei <\/strong><\/em>i\u0436\u0435\u0438) \u2014 eine Wahrheit f\u00fcr alle (zum Beispiel, dass die Sonne mor\u00adgens aufge\u00adht); und es gibt die gemein\u00adschaftliche <em>Wahrheit<\/em> (Isti\u00adna geschrieben durch <em><strong>\u0407nitj <\/strong><\/em>\u0407\u043d\u0438\u0442\u044c)<em>, <\/em>die in jed\u00ader Gemein\u00adschaft, in jedem Volk anders ist.\u201d (Telegrammkanal Yaginya)<\/p>\n<p>Das bedeutet, in Rus\u00ads\u00adland wurde zwis\u00adchen der sub\u00adjek\u00adtiv\u00aden inneren Wahrheit, der objek\u00adtiv\u00aden \u00e4u\u00dferen Wahrheit und der in ein\u00ader Gemein\u00adschaft \u00fcblichen Inter\u00adpre\u00adta\u00adtion des Zusam\u00admen\u00adwirkens von inner\u00ader und \u00e4u\u00dfer\u00ader Wahrheit unter\u00adschieden \u2014 und das in Bezug auf alle Worte, in denen der Laut I vorkam.<\/p>\n<p>Der <strong>keltische<\/strong> Name des I ist \u2018Iogha\u2019 oder \u2018Ioia\u2019 und beze\u00adich\u00adnet die Eibe. Doch dieser Baum wurde auch im U erlebt und \u2018Uir\u2019 genan\u00adnt. Das I ist der Vokal der \u2018Lin\u00adie\u2019, der Verbindung zweier Zust\u00e4nde. Auch das U ist Vokal der Verbindung, doch unter dem Aspekt der vol\u00adl\u00adzo\u00adge\u00adnen Vere\u00adini\u00adgung, der \u2018unio mys\u00adti\u00adca\u2019, der errun\u00adgenen Ein\u00adheit. Das Y kann als \u00dcber\u00adgang zwis\u00adchen I und U betra\u00adchtet werden.<\/p>\n<p>\u2018Iogha\u2019, die Eibe, weist eine laut\u00adliche N\u00e4he zum indis\u00adchen Yoga auf, die mehr als \u00c4hn\u00adlichkeit ist. Das I\u2011Thema der Verbindung lebt im Yoga durch dessen Anliegen, zwis\u00adchen dem Ner\u00adven-Sin\u00adnessys\u00adtem und dem Stof\u00adfwech\u00adsel-Glied\u00adma\u00dfen\u00adsys\u00adtem zu ver\u00admit\u00adteln mit Hil\u00adfe des Atems. Und das I ist dem Merkur und damit der Lunge zuge\u00adord\u00adnet. Das I, sagt Rudolf Stein\u00ader, ist \u201cimmer das\u00adjenige, was das neu\u00adtrale sich F\u00fchlen ist zwis\u00adchen dem Her\u00adau\u00dfen\u00ader\u00adleben und Drinnen\u00ader\u00adleben im Ver\u00adh\u00e4lt\u00adnis zum Leibe.\u201d (GA 279 in: Ernst Moll, Die Sprache der Laute, S.&nbsp;199)<\/p>\n<p>\u2018Yoga\u2019 kommt von der Wurzel \u2018yud\u00adsch\u2019, die dem lateinis\u00adchen \u2018iun\u00adgo\u2019, \u2018verbinden\u2019 entspricht. Und altindisch \u2018yug\u00e1m\u2019, lateinisch \u2018iugum\u2019 ist das \u2018Joch\u2019, das sich vom indis\u00adchen \u2018yug\u00e1m\u2019 her\u00adleit\u00adet. Das Joch sel\u00adber ist ein Holz, geformt wie ein Bogen oder eine Br\u00fccke, um Las\u00adten gle\u00adich\u00adm\u00e4\u00dfig verteilt tra\u00adgen zu k\u00f6n\u00adnen. Im Yoga wurde das Ich-Gef\u00fchl vor\u00adbere\u00adit\u00adet, das in Form des Egos als Last emp\u00adfun\u00adden wer\u00adden&nbsp;kann.<\/p>\n<p>\u2018Yoga\u2019 bedeutet \u2018Anspan\u00adnung, Konzen\u00adtra\u00adtion und prak\u00adtis\u00adches Bem\u00fchen\u2019, um das gew\u00f6hn\u00adliche Selb\u00adst mit dem h\u00f6heren Selb\u00adst zu verbinden. Hatha Yoga, von \u2018hatha\u2019, \u2018Kraft, Hart\u00adn\u00e4ck\u00adigkeit, Gewalt\u2019 ist eine Form des Yoga. Weit\u00ader wird \u2018hatha\u2019 als Aus\u00addruck der Ein\u00adheit ent\u00adge\u00adgenge\u00adset\u00adzter Kr\u00e4fte ver\u00adstanden, von hei\u00df und kalt, m\u00e4nnlich und weib\u00adlich, pos\u00adi\u00adtiv und neg\u00ada\u00adtiv, Sonne und Mond. \u2018Ha\u2019 ste\u00adht f\u00fcr die Sonne, f\u00fcr Kraft und Erhitzen\u00addes, \u2018tha\u2019 f\u00fcr den Mond, f\u00fcr Stille und K\u00fch\u00adlung. Damit leuchtet die Verbindung als das Geheim\u00adnis der chymis\u00adchen Hochzeit durch. Novalis sagt: \u201cDie Ehe ist das h\u00f6ch\u00adste Geheim\u00adnis. Die Ehe ist bei uns ein pop\u00adu\u00adlar\u00adisiertes Geheim\u00adnis.\u201d (Frag\u00admente, in Ernst Moll, Die Sprache der Laute, S. 200) Mit Yoga wurde die Verbindung zur geisti\u00adgen Welt gesucht. Indem das I Iogha, die Eibe genan\u00adnt wird, wird es mit der Bedeu\u00adtung der R\u00fcck\u00adverbindung, der Reli\u00adgion belegt.<\/p>\n<p>Ernst Moll schreibt, dass \u2018Iogha\u2019, die Eibe (Taxus), der Ioga-Baum der alten Mys\u00adte\u00adrien war. Die Eibe ist zwei\u00adh\u00e4usig, das hei\u00dft, nur die weib\u00adlichen B\u00e4ume tra\u00adgen die wie Blut\u00adstropfen rot leuch\u00adt\u00aden\u00adden Fr\u00fcchte, deren Frucht\u00adfleisch das einzig Ungiftige an diesem Baum ist. Neben der Form mit G gibt es auch eine mit W: die \u2018Eibe\u2019 hei\u00dft kym\u00adrisch-keltisch \u2018yw-en\u2019 und bre\u00adtonisch \u2018ivin\u2019, althochdeutsch \u2018iwa\u2019. Sehr \u00e4hn\u00adlich hei\u00dft slaw\u00adisch \u2018iva\u2019, die \u2018Wei\u00adde\u2019. Gew\u00f6hn\u00adlich wird unter dem Yoga- oder Bud\u00adhi-Baum der Feigen\u00adbaum ver\u00adstanden. Vielle\u00adicht ist das Wesentliche in allen drei Baum\u00adna\u00admen, in Eibe, Wei\u00adde und Feige, das hier der Mon\u00adden\u00advokal \u2018ei\u2019 klingt und auf die alte Weisheit deutet. Nach dem Ei fol\u00adgt jew\u00adeils ein ander\u00ader weich\u00ader Sto\u00dflaut und ver\u00adlei\u00adht dem Wort seine beson\u00addere F\u00e4r\u00adbung: der Eibe im B umschlie\u00dfende M\u00fct\u00adter\u00adlichkeit, der Feige im G sch\u00f6pferisch-willsen\u00adshafte Kraft und der Wei\u00adde im D hin\u00adweisende Qualit\u00e4t.<\/p>\n<p>In den <strong>ger\u00adman\u00adis\u00adchen<\/strong> Sprachen ist der Name des I \u2018Eis\u2019, im <strong>gotis\u00adchen Alpha\u00adbet<\/strong> \u2018Iiz\u2019, im angel\u00ads\u00e4ch\u00adsis\u00adchen \u2018Is\u2019 genan\u00adnt. Der gotis\u00adche Runen\u00adreim spricht von der verbinden\u00adden, Br\u00fcck\u00aden bauen\u00adden Kraft des I, der angel\u00ads\u00e4ch\u00adsis\u00adche von der kristallisieren\u00adden, Punk\u00adt\u00adbilden\u00adden&nbsp;Kraft.<\/p>\n<p>Eis nen\u00adnen wir bre\u00adite Br\u00fccke;<\/p>\n<p>den blind\u00aden muss man f\u00fchren. (gotisch)<\/p>\n<p>Eis ist sehr kalt \u2014 und unm\u00e4\u00dfig glatt<\/p>\n<p>es gl\u00e4nzt glasklar \u2014 und am \u00e4hn\u00adlich\u00adsten den Edelsteinen<\/p>\n<p>eine Flur von Frost gewirkt,- sch\u00f6n anzuse\u00adhen. (angel\u00ads\u00e4ch\u00adsisch)<\/p>\n<p>(in: Ernst Moll, Die Sprache der Laute, S.&nbsp;186)<\/p>\n<p>Eis und Wass\u00ader sind ein Gegen\u00adsatz. Wie eine Insel taucht diese Ver-Ich-lichung, Ver\u00adfes\u00adti\u00adgung des Eis\u00ades aus dem Wass\u00ader auf. Das Wass\u00ader ist das Ele\u00adment der Hingabe, das Eis behauptet sein Wesen, kristal\u00adlk\u00adlar, mit Eck\u00aden und Kan\u00adten. Das Eis ist die Insel, die aus dem Meer auf\u00adtaucht. Das ital\u00adienis\u00adche Wort f\u00fcr Insel ist \u2018iso\u00adla\u2019, was ety\u00admol\u00ado\u00adgisch von lateinisch \u2018en sol\u2019, \u2018im Salz\u2019, kommt. (Ernst Moll, Die Sprache der Laute, S.&nbsp;187)<\/p>\n<p>Isis hei\u00dft in \u00c4gypten die ver\u00adwitwete G\u00f6t\u00adter\u00admut\u00adter. Isis bedeutet nach Ernst Bindel \u2018Ich-Ich\u2019. Inter\u00ades\u00adsan\u00adter\u00adweise ist das mit 9 I spiegel\u00adnde Mantra 44 s. Gemein\u00adsam rah\u00admen sie die Oster\u00adscholle, den Mond im Jahr ein. Gemein\u00adsam bilden die Mantren Is, in der Wieder\u00adhol\u00adung Isis. Die Qual\u00adit\u00e4t der Tren\u00adnung, wie sie die Witwe verk\u00f6r\u00adpert, klingt auch in \u2018divi\u00addieren\u2019, einem \u2018Ver-inseln\u2019 an.<\/p>\n<p>Mit dem I steigt die Gigan\u00adtenkraft des Licht\u00adturms, des Ichs, aus dem Abgrund. Im Merkur-Vokal I kann der Vor\u00adgang des sich-Inkarnierens, des Ein\u00adschie\u00dfens in die feste Gestalt erblickt wer\u00adden. In der Ger\u00adaden des I wird der Weg der Meta\u00admor\u00adphose, der \u2018Tran\u00adsi\u00adtus\u2019, sicht\u00adbar, der das himm\u00adlis\u00adche Sein in das irdis\u00adche ver\u00adwan\u00addelt. Dies ist Isis, das Flie\u00dfen der Zeit, denn so soll es \u00fcber dem Ein\u00adgang ihres Tem\u00adpels zu Sais ges\u00adtanden haben: \u201cIch bin die Ver\u00adgan\u00adgen\u00adheit, die Gegen\u00adwart und die Zukunft.\u201d<\/p>\n<p>Hier m\u00f6chte ich drei unter\u00adschiedliche Gedanken \u00fcber die Zeit anf\u00fc\u00adgen, die alle die Qual\u00adit\u00e4ten des I, der Isis aus\u00addr\u00fcck\u00aden. Jew\u00adeils erscheint die Zeit in dreifach\u00ader Gestalt. Sie zeigt dem Men\u00adschen drei Gesichter, die erst gemein\u00adsam ihr wahres Sein erken\u00adnen lassen.<\/p>\n<p>Als <em>lin\u00adeare Zeit<\/em> hat sie Anfang und Ende, flie\u00dft wie ein Fluss und tr\u00e4gt die Entwick\u00adlung. Hier ist die Zeit die Ger\u00adade des I, die Br\u00fccke oder Verbindung. Aus dem Strom der Zeit son\u00addert sich das Erleben der <em>Gegen\u00adw\u00e4r\u00adtigkeit<\/em> ab, wie das Eis sich vom Wass\u00ader unter\u00adschei\u00addet. Im Erleben der Gegen\u00adw\u00e4r\u00adtigkeit scheint die Zeit stil\u00adlzuste\u00adhen, das Bild ist kristallin und klar. Es zeigt den Hor\u00adi\u00adzon\u00adtkreis des Bewusst\u00adseins scharf abge\u00adgren\u00adzt. Gegen\u00adw\u00e4r\u00adtigkeit ist der Eis-Tropfen, das Erleben des I\u2011Punktes. Diesem zeitlich winzi\u00adgen Moment, dem kle\u00adin\u00adsten Zeitraum, entspricht in der Form im Gro\u00dfen das Bild der <em>zyk\u00adlis\u00adchen Zeit<\/em>, der Jahreskreis\u00ades \u2014 gro\u00df wie der Ozean. Dieser ist rein geistiger Natur, denn er muss im Denken erschaf\u00adfen wer\u00adden. Der Jahreskreis und auch der Tageszyk\u00adlus wur\u00adden erlebt als mit der Sonne und dem Him\u00admel ver\u00adbun\u00adden. Das himm\u00adlis\u00adche Wass\u00ader, der himm\u00adlis\u00adche Ozean wird sicht\u00adbar in den Wolken, die aus Wasser\u00addampf oder aus Schneekristallen beste\u00adhen. Die zyk\u00adlis\u00adche Zeit ist nicht nur Schleife, son\u00addern auch dem Punkt ver\u00adwandt. Sie ist seine Meta\u00admor\u00adphose zum Umkreis. Die zyk\u00adlis\u00adche Zeit ist Bild der Ewigkeit, des ewig Gle\u00adichen, unwan\u00addel\u00adbaren, himm\u00adlisch-vol\u00adlen\u00adde\u00adten. So wun\u00addert es nicht, dass die himm\u00adlis\u00adchen Wass\u00ader eben auch als gefrorene Wass\u00ader, als Schnee zur Erde fall\u00aden k\u00f6n\u00adnen, und damit sich dem Eis der Gegen\u00adw\u00e4r\u00adtigkeit als ver\u00adwandt erweisen. So k\u00f6n\u00adnen Gegen\u00adw\u00e4r\u00adtigkeit und zyk\u00adlis\u00adche Zeit als zeit\u00adlos\u00ader Anfangs- und End\u00adpunkt betra\u00adchtet wer\u00adden. Die lin\u00adeare Zeit ist sowohl die Br\u00fccke, die Verbindung, die den einen Zus\u00adtand in den anderen \u00fcber\u00adf\u00fchrt, als auch die Gew\u00e4hr f\u00fcr die allem Lebendi\u00adgen innewohnende Entwick\u00adlung, denn jede aus ihr her\u00advorge\u00adhende Gegen\u00adw\u00e4r\u00adtigkeit ist einzigartig.<\/p>\n<p>Mit jedem Gesicht, jed\u00ader Offen\u00adbarung der Zeit h\u00e4ngt eine See\u00adlen\u00adf\u00e4higkeit zusam\u00admen: Die <em>zyk\u00adlis\u00adche Zeit<\/em> kann nur <strong>denk\u00adend<\/strong> erkan\u00adnt wer\u00adden. Der Jahres\u00adlauf als Zyk\u00adlus ist nie als Ganzes sicht\u00adbar, son\u00addern muss aus Erin\u00adnern und Voraus\u00addenken im Bewusst\u00adsein erschaf\u00adfen wer\u00adden. Das <strong>F\u00fchlen<\/strong> flie\u00dft mit der <em>lin\u00adearen Zeit<\/em>. Indem die Bewusst\u00adseinsstrahlen nacheinan\u00adder von der Quelle aus\u00adge\u00adsendet wer\u00adden, tre\u00adf\u00adfen sie jew\u00adeils auf leicht ver\u00e4n\u00adderte Real\u00adit\u00e4ten. Diese Quelle liegt zum einen im Men\u00adschen, zum anderen als gedachte Sonne im Zen\u00adtrum des Jahreskreis\u00ades. Jedes Mantra im See\u00adlenkalen\u00adder kann als Aus\u00addruck eines indi\u00advidu\u00adellen Strahls dieser Zen\u00adtrums-Sonne, jede Woche als Zeitspanne ein\u00ader wirk\u00adenden Energie betra\u00adchtet wer\u00adden. <em>Gegen\u00adw\u00e4r\u00adtigkeit<\/em> entste\u00adht gew\u00f6hn\u00adlich im Men\u00adschen nur, wenn sie <strong>gewollt<\/strong> wird. Sie ist Ergeb\u00adnis ein\u00ader Wil\u00adlen\u00adsak\u00adtiv\u00adit\u00e4t oder eines Erleb\u00adniss\u00ades, das drin\u00adgend zu ein\u00ader Hand\u00adlung aufruft oder eine voraus\u00adge\u00adgan\u00adgene Hand\u00adlung in Frage stellt, wie ein Schock.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.stellamaris-seelenkalender.de\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/9-I-35-i-Zeit-3-Wasser-Denken-Fuehlen-Wille-246x300.png\" alt width=\"246\" height=\"300\"><\/p>\n<p><em>Drei Bilder der Zeit im Zusam\u00admen\u00adhang mit den drei See\u00adlen\u00adf\u00e4higkeit\u00aden und den drei Aggre\u00adgatzust\u00e4n\u00adden des Wassers<\/em><\/p>\n<p>Beim zweit\u00aden Gedanken schaue ich mehr auf das Zusam\u00admen\u00adwirken der drei Zeit-Bilder. Hier zeigen sich die zyk\u00adlis\u00adche und die lin\u00adeare Zeit als die bei\u00adden Grund\u00adkr\u00e4fte, die \u201cEltern\u201d des Zeit\u00ader\u00adlebens. Indem die Zeit sowohl zyk\u00adlisch als auch lin\u00adear erlebt wird, bildet sich das spi\u00adralige Bild der stets indi\u00advidu\u00adellen Wieder\u00adhol\u00adung des Jahres- oder Tageszyk\u00adlus im Fort\u00adgang der \u00e4u\u00dferen Zeit. In der Gegen\u00adw\u00e4r\u00adtigkeit als innerem Erleben der Zeit find\u00adet sich wie schon erw\u00e4h\u00adnt die Form der zyk\u00adlis\u00adchen Zeit als (ide\u00adal\u00ader\u00adweise) kreis\u00adrund aus\u00adges\u00adtrahlter Bewusst\u00adsein\u00adsraum wieder. Die lin\u00adeare Zeit erm\u00f6glicht die Entste\u00adhung immer neuer, einzi\u00adgar\u00adtiger Gegenw\u00e4rtigkeiten.<\/p>\n<p>Und als Drittes kann die Oster\u00adscholle mit ihrem Anfang beim Mantra 44 s und ihrem Ende mit dem Mantra 9 I als Aus\u00addruck der lin\u00adearen Zeit betra\u00adchtet wer\u00adden, das durch feste Dat\u00aden und damit kor\u00adre\u00adspondieren\u00addem Son\u00adnen\u00adstand charak\u00adter\u00adisierte Son\u00adnen\u00adjahr macht dage\u00adgen den zyk\u00adlis\u00adchen Charak\u00adter der Zeit sichtbar.<\/p>\n<h4><strong>\u00dcber die Gegenspr\u00fcche 9 I<\/strong> (gro\u00dfes i) <strong>und 35&nbsp;i<br>\n<\/strong><\/h4>\n<p>Das Mantra <a href=\"https:\/\/www.stellamaris-seelenkalender.de\/?page_id=973\">9 I<\/a> ist das Mantra der Fron\u00adle\u00adich\u00adnamswoche. Fron\u00adle\u00adich\u00adnam, das Fest des Abendmahls, das immer don\u00adner\u00adstags gefeiert wird, ist das let\u00adzte der an das Oster\u00adda\u00adtum gebun\u00adde\u00adnen Feste. Dadurch endet die wie ein Mond im Son\u00adnen\u00adjahr liegende und vom Lauf des Mon\u00addes bes\u00adtimmte, aber vom Son\u00adnen\u00adstand rel\u00ada\u00adtiv unab\u00adh\u00e4ngige \u201cOsterzeit\u201d mit dieser Woche. Das Mantra <a href=\"https:\/\/www.stellamaris-seelenkalender.de\/?page_id=1504\">35 i<\/a> ist stets das Mantra der ersten Adventswoche. Das kommt, weil das Mantra 38 m mit \u201cWei\u00adhe-Nacht-Stim\u00admung\u201d \u00fcber\u00adschrieben ist, weshalb es zur vierten Adventswoche geh\u00f6rt, in der die an das Datum des 24. Dezem\u00adbers gebun\u00addene Heilige Nacht zu liegen kommt. Dadurch wird das Mantra 35 i zur ersten Adventswoche.<\/p>\n<p>Mit dem Vor\u00adabend des ersten Advents begin\u00adnt das neue Kirchen\u00adjahr. Die bei\u00adden Wochen der I\u2011Mantren vere\u00adinen also Ende und Anfang. Die Woche 9 I ist das Ende der vor- und nach\u00f6ster\u00adlichen Zeit, die (nach mein\u00ader Mei\u00adn\u00adung) vor Ostern nicht nur von Ascher\u00admittwoch an sieben Wochen, son\u00addern eben\u00adso neun Wochen umfasst wie die nach\u00f6ster\u00adliche Zeit \u2014 und damit zusam\u00admen 18 Wochen \u2014 rund ein Drit\u00adtel des ganzen Jahres. Mit dem Beginn der Adventszeit und des neuen Kirchen\u00adjahres ist die Woche 35 i die Woche des Anfangs. Diese Mantren verk\u00f6r\u00adpern deshalb im Beson\u00adderen die Qual\u00adit\u00e4t des Anfangs- und Endpunktes.<\/p>\n<p>Im Mantra <strong>9 I<\/strong> wird der Prozess des Ster\u00adbens beschrieben (siehe Blog zum Mantra <a href=\"https:\/\/www.stellamaris-seelenkalender.de\/?page_id=973\">9 I<\/a> und zu den Spiegel\u00adspr\u00fcchen <a href=\"https:\/\/www.stellamaris-seelenkalender.de\/?page_id=2306\">9 I \u2014 44 s<\/a>). Die Ver\u00adben in der Ver\u00adlaufs\u00adform (vergessend, som\u00admerk\u00fcn\u00addend) deuten an, dass dieser End\u00adpunkt, der das Able\u00adgen des physis\u00adchen Leibes charak\u00adter\u00adisiert, noch nicht erre\u00adicht ist. Vielmehr ist die Wil\u00adlen\u00adseigen\u00adheit, die kristalline Abge\u00adgren\u00adztheit des Bewusst\u00adseins in der Gegen\u00adw\u00e4r\u00adtigkeit, in der Men\u00adsch und Welt einan\u00adder gegen\u00fcber\u00adste\u00adhen, im Begriff, vergessen zu wer\u00adden. Ein w\u00e4rmeres, lichtvolleres und ganzheitlicheres Bewusst\u00adsein k\u00fcndigt sich an. Wel\u00adtenw\u00e4rme, die die Licht\u00adf\u00fclle des Som\u00admers verk\u00fcn\u00addet, erf\u00fcllt Geist und See\u00adlen\u00adwe\u00adsen. Hier gibt es keine Dual\u00adit\u00e4t mehr. Das Geistess\u00adchauen gebi\u00adetet dem Ich-Sprech\u00ader, sich im Licht zu ver\u00adlieren. Die irdis\u00adche Iden\u00adtit\u00e4t soll ver\u00adloren wer\u00adden, um eine neue zu find\u00aden, die noch nicht da ist, von der die Ahnung aber schon kraftvoll k\u00fcn\u00addet. Geistess\u00adchauen, also Imag\u00adi\u00adna\u00adtio\u00adnen, erschaf\u00adfen sich durch Gedanken\u00adbilder. Der Jahreskreis mit der Quelle der Zeit als Sonne im Zen\u00adtrum ist solch eine Imag\u00adi\u00adna\u00adtion. In ihrem Licht kann der Men\u00adsch seine mit der Per\u00ads\u00f6n\u00adlichkeit zusam\u00admen\u00adh\u00e4n\u00adgende Indi\u00advid\u00adu\u00adal\u00adit\u00e4t ver\u00adlieren, denn diese Sonne ist \u00fcberindi\u00advidu\u00adell. Sie strahlt f\u00fcr die ganze Men\u00adschheit. Sie tr\u00e4gt als Zeit im oben dargestell\u00adten Sinne die ganze Men\u00adschheit in ein\u00ader Echtzeit. Nie\u00admand kann gestern oder mor\u00adgen&nbsp;leben.<\/p>\n<p>Der Ich-Sprech\u00ader des Mantras 9 I sucht vom Punkt der Gegen\u00adw\u00e4r\u00adtigkeit \u00fcber den Licht\u00adstrahl der I\u2011Linie das \u00fcberindi\u00advidu\u00adelle Bewusst\u00adsein, welch\u00ades Einheits\u2011, Jahres\u00adlauf- oder Tierkreis-Bewusst\u00adsein hei\u00dfen k\u00f6n\u00adnte. Rudolf Stein\u00ader sagt: \u201eWenn man ver\u00adste\u00adhen wird <strong>mit dem Jahres\u00adlauf zu denken<\/strong>, dann wer\u00adden sich in die Gedanken diejeni\u00adgen Kr\u00e4fte mis\u00adchen, welche den Men\u00adschen wiederum Zwiesprache wer\u00adden hal\u00adten lassen mit den g\u00f6t\u00adtlich-geisti\u00adgen Kr\u00e4ften, die sich aus den Ster\u00adnen offen\u00adbaren, dann wer\u00adden sie \u2026 men\u00adschlich\u00ades Denken an G\u00f6t\u00adter\u00adda\u00adsein kn\u00fcpfen\u201d (GA 223, Vor\u00adtrag vom 1.4.&nbsp;1923).<\/p>\n<p>Und Rudolf Stein\u00ader sagt auch, dass sich die Pr\u00e4senz der See\u00adlen Ver\u00adstor\u00adben\u00ader bis in die Tierkreis\u00adsph\u00e4re aus\u00addehnt, bevor sie sich f\u00fcr eine neue Inkar\u00adna\u00adtion wieder zusammenzieht.<\/p>\n<p>Ganz anders ste\u00adht der Ich-Sprech\u00ader des Mantras <strong>35 i<\/strong> der Welt, dem Sein, gegen\u00fcber. Rudolf Stein\u00ader sagt: \u201e\u2018Sein\u2019 ist von \u201asehen\u2019 hergenom\u00admen, kommt \u00fcber\u00adhaupt vom \u201aSehen\u2019 her. Was mit dem Seins\u00adbe\u00adgriff belegt wird, von dem wird nichts anderes gesagt als: ich habe es ein\u00admal gese\u00adhen. Alles son\u00adstige Gerede \u00fcber das Sein ist Ver\u00adst\u00e4ndi\u00adgung \u00fcber das, was ein\u00admal gese\u00adhen wor\u00adden ist.\u201d (GA 157 in: Ernst Moll, Die Sprache der Laute, S. 112f) Hier wird also gefragt, ob ich wirk\u00adlich sehen kann. Und das bedeutet, sich dem Sein erken\u00adnend gegen\u00fcberzustellen \u2014 nicht mit ihm zu verschmelzen.<\/p>\n<p>Seins-Erken\u00adnt\u00adnis ist gefragt, Erken\u00adnt\u00adnis des Seins, die dann hand\u00adlungswirk\u00adsam wer\u00adden kann. Das erkan\u00adnte Sein soll sich im See\u00adlen\u00adschaf\u00adfens\u00addrang wiederfind\u00aden. Das Sein, das Gewor\u00addene soll sich im Wer\u00adden\u00adden, im Schaf\u00adfens\u00addrang der Seele wider\u00adspiegeln. Das Gro\u00dfe, die \u00e4u\u00dfere Welt, soll sich in der Innen\u00adwelt der Seele wiederfind\u00aden, darin repr\u00e4sen\u00adtiert sein. Erkenne ich in der Gegen\u00adw\u00e4r\u00adtigkeit das kleine \u00c4quiv\u00ada\u00adlent zum gro\u00dfen Jahreskreis, so erkenne ich das Sein so, dass es in der Seele repr\u00e4sen\u00adtiert&nbsp;ist.<\/p>\n<p>Nur in der Gegen\u00adwart, unab\u00adh\u00e4ngig davon, ob in <em>bewusster<\/em> Gegen\u00adw\u00e4r\u00adtigkeit oder in <em>unbe\u00adwusster<\/em> R\u00fchrigkeit, kann gehan\u00addelt wer\u00adden. Der See\u00adlen\u00adschaf\u00adfens\u00addrang ist mit dieser Gegen\u00adwart also zwin\u00adgend ver\u00adbun\u00adden. Im Mantra fragt sich der Ich-Sprech\u00ader also, ob er den Zusam\u00admen\u00adhang find\u00adet zwis\u00adchen der gro\u00dfen Geist-Sonne im Zen\u00adtrum des Jahreskreis\u00ades, dem Sein, mit seinem son\u00adnen\u00adhaft ausstrahlen\u00adden, im Leben han\u00addel\u00adnden Bewusst\u00adsein. Diese Erken\u00adnt\u00adnis l\u00e4sst ihn f\u00fchlen, dass ihm Macht ver\u00adliehen ist. Das eigene, so gefun\u00addene (Geist-)Selbst kann dem Wel\u00adtenselb\u00adst, der geisti\u00adgen Sonne, als ein Glied ein\u00adgelebt wer\u00adden. Die Gren\u00adzen der eige\u00adnen Gegen\u00adw\u00e4r\u00adtigkeit gewin\u00adnen dadurch bleibende Bedeu\u00adtung, das Ster\u00adben der Gegen\u00adw\u00e4r\u00adtigkeit \u00fcber\u00addauern\u00addes Leben, indem das eigene Bewusst\u00adseinslicht dem Licht des Wel\u00adtenselb\u00adst hinzuge\u00adf\u00fcgt wird. Das kann wahrlich als ein Neuan\u00adfang betra\u00adchtet wer\u00adden. Und durch dieses Ein\u00adleben, dieses Hinzuf\u00fc\u00adgen des men\u00adschlichen Selb\u00adst zum Wel\u00adtenselb\u00adst ver\u00e4n\u00addert sich auch dieses Wel\u00adtenselb\u00adst. Die Sein\u00adszust\u00e4nde der aufeinan\u00adder fol\u00adgen\u00adden Run\u00adden des Jahreskreis\u00ades unter\u00adschei\u00adden sich deshalb fort\u00adlaufend voneinan\u00adder. Mit einem neuen Zyk\u00adlus wird deshalb tat\u00ads\u00e4ch\u00adlich auch ein neuer geistig-irdis\u00adch\u00ader Raum, ein neuer Zeitraum betreten.<\/p>\n<p>Das Mantra 35 i geht vom Sein, dem gro\u00dfen Jahreskreis, der Raum gewor\u00adde\u00adnen Zeit aus und f\u00fchrt mit dem See\u00adlen\u00adschaf\u00adfens\u00addrang zur lin\u00adearen Zeit, denn der See\u00adlen\u00adschaf\u00adfens\u00addrang kann sich nur nach und nach, Schritt f\u00fcr Schritt, Tat f\u00fcr Tat ver\u00adwirk\u00adlichen. Dazwis\u00adchen ste\u00adht das indi\u00advidu\u00adelle Erken\u00adnen in Gegen\u00adw\u00e4r\u00adtigkeit. Inhalt dieser Seins-Erken\u00adnt\u00adnis ist die Entsprechung des kleinen Gegen\u00adw\u00e4r\u00adtigkeits-Zeitraumes mit dem gro\u00dfen urbildlichen See\u00adlen\u00adraum des Jahreskreis\u00ades. Das eigene Selb\u00adst und das Wel\u00adtenselb\u00adst rufen dage\u00adgen wieder runde, zyk\u00adlis\u00adche innere Bilder her\u00advor \u2014 jeden\u00adfalls in&nbsp;mir.<\/p>\n<p>Das I ist die Br\u00fccke, die Verbindung und R\u00fcck\u00adverbindung im Mantra 9 I, im Prozess des Ster\u00adbens, wenn die Wil\u00adlen\u00adseigen\u00adheit vergessen wird, wenn es darum geht, sich im Licht \u2014 im I \u2014 zu ver\u00adlieren, um sich zu find\u00aden. Und das I ist im Mantra 35 i auch die Span\u00adnung zwis\u00adchen dem Ich-Sprech\u00ader und dem Sein, das erkan\u00adnt wer\u00adden soll, damit diese Erken\u00adnt\u00adnis sich im See\u00adlen\u00adschaf\u00adfens\u00addrang wiederfind\u00aden kann. Auch wenn das eigene Selb\u00adst Glied vom Wel\u00adtenselb\u00adst, also vom h\u00f6heren Selb\u00adst wer\u00adden darf, wirkt das I als die Macht dieser Vereinigung.<\/p>\n<h4><strong>Erg\u00e4nzung<\/strong><\/h4>\n<p><strong>Sein und Nicht-Sein<\/strong><\/p>\n<p>Das Mantra 35 i the\u00adma\u00adtisiert das Sein, das Mantra 9 I dage\u00adgen das Nicht-Sein. Diese zusam\u00admenge\u00adh\u00f6rige Wider\u00adspr\u00fcch\u00adlichkeit er\u00f6rtert Rudolf Stein\u00ader philosophisch wie&nbsp;folgt:<\/p>\n<p>\u201eAber es ist, ich m\u00f6chte sagen, mit diesen Kr\u00e4ften, indem sie den Men\u00adschen zus\u00adtande brin\u00adgen, etwas ganz \u00e4hn\u00adlich\u00ades, wie es mit den alten Keimen ein\u00ader Pflanze ist: Wenn die neue Pflanze her\u00advorgekom\u00admen ist, dann hat der alte Keim seine Auf\u00adgabe erf\u00fcllt; er beansprucht nicht mehr, als eine Pflanze her\u00advorzubrin\u00adgen. Diese Pflanze wird aufgerufen durch den Kos\u00admos wieder einen Keim her\u00advorzubrin\u00adgen. Son\u00adst w\u00e4re keine weit\u00adere Entwick\u00adelung da, und das Pflanzen\u00adleben h\u00e4tte abrei\u00dfen m\u00fcssen mit dieser Pflanze. So m\u00fc\u00dfte, wenn hier nicht das Bilder\u00adbe\u00adwu\u00dft\u00adsein auf\u00adtauchen w\u00fcrde, das Men\u00adschen\u00adleben abschlie\u00dfen mit der Erneuerung des Lebens zwis\u00adchen Geburt und Tod. Dies, was da als Bild der Welt erscheint, das ist der neue Keim, der nun durch den Tod geht und eben wiederum durch den Tod in ein neues Leben hin\u00fcberge\u00adht. Und dieser Keim, er ist nun wirk\u00adlich so, da\u00df er nichts von dem alten Realen hin\u00fcber\u00adbringt, son\u00addern da\u00df er beim Bild\u00adda\u00adsein, beim Nichts begin\u00adnt, wirk\u00adlich in bezug auf die Real\u00adit\u00e4t, auf die \u00e4u\u00dfere Real\u00adit\u00e4t beim Nichts beginnt.<\/p>\n<p>Bitte fassen Sie hier einen Gedanken, der von unge\u00adheur\u00ader Bedeu\u00adtung ist. Denken Sie sich ein\u00admal, Sie ste\u00adhen der Welt gegen\u00fcber. Nun gut, die Welt ist da, Sie sind auch da. Sie sind aber aus der Welt her\u00advorge\u00adgan\u00adgen, die Welt hat Sie geschaf\u00adfen, Sie geh\u00f6ren zur Welt dazu. Nun soll es weit\u00aderge\u00adhen, das Leben. In dem, was als Wirk\u00adlichkeit in Ihnen ist, was die Welt in Sie hineinge\u00adset\u00adzt hat \u2014 diese Welt, die Sie anschauen inner\u00adhalb des physis\u00adchen Planes -, da ist nichts, was das Leben weit\u00ader\u00adf\u00fchren kann. Aber etwas kommt hinzu: Sie schauen die Welt an, machen sich ein Bild, und dieses Bild gewin\u00adnt die Kraft, Ihr Dasein hin\u00adauszu\u00adtra\u00adgen in weit\u00adere unendliche Fer\u00adnen. Dieses Bild wird zum Keim der Zukunft.<\/p>\n<p>Wenn man das nicht bedenkt, dann wird man niemals begreifen, da\u00df neben dem Satze: Aus Nichts wird nichts -, auch der andere Satz seine volle Richtigkeit hat: Im tief\u00adsten Sinne wird das Dasein stets aus dem Nichts erzeugt. \u2014 Bei\u00adde S\u00e4tze haben ihre volle Richtigkeit; man mu\u00df sie nur an der richti\u00adgen Stelle anwen\u00adden. Die Kon\u00adti\u00adnu\u00adit\u00e4t des Daseins h\u00f6rt damit nicht auf. Wenn Sie, sagen wir, am Mor\u00adgen aufwachen w\u00fcr\u00adden und w\u00fcr\u00adden find\u00aden, da\u00df gar nichts \u00fcbrig geblieben w\u00e4re physisch von Ihnen \u2014 so ist es in der Tat, wenn man ein\u00ader neuen Geburt ent\u00adge\u00adgenge\u00adht -, aber nur die volle Erin\u00adnerung h\u00e4t\u00adten an das\u00adjenige, was geschehen w\u00e4re, also blo\u00df Bild h\u00e4t\u00adten, so w\u00fcr\u00adden Sie ja ganz zufrieden sein. Tief\u00adere Geis\u00adter haben selb\u00adstver\u00adst\u00e4ndlich solche Dinge immer gef\u00fchlt. So wenn Goethe die zwei Dich\u00adtun\u00adgen nebeneinan\u00addergestellt hat: \u00abKein Wesen kann zu Nichts zer\u00adfall\u00aden\u00bb, und unmit\u00adtel\u00adbar vor\u00adange\u00adgan\u00adgen war das Gedicht, das den Sinn hat: \u00abAlles mu\u00df in Nichts zer\u00adfall\u00aden, wenn es im Sein behar\u00adren will.\u00bb [siehe unten, A.F.] Diese bei\u00adden Gedichte ste\u00adhen ja bei Goethe als schein\u00adbar\u00ader Wider\u00adspruch ganz beieinan\u00adder, unmit\u00adtel\u00adbar hintereinander.<\/p>\n<p>Aber f\u00fcr die gew\u00f6hn\u00adliche Philoso\u00adphie liegt hier eine Klippe vor, weil sie eben tat\u00ads\u00e4ch\u00adlich auf\u00adsteigen mu\u00df in die Nega\u00adtion des&nbsp;Seins.<\/p>\n<p>Nun k\u00f6n\u00adnte man wieder die Frage aufw\u00ader\u00adfen: Was spiegelt sich denn da eigentlich, wenn das alles, was sich hier spiegelt, nur die Weltgedanken sind? Wie ist man dann eigentlich sich\u00ader, da\u00df man da drau\u00dfen in der Welt eine Wirk\u00adlichkeit hat? Und da kommt man hin zu der Notwendigkeit, anzuerken\u00adnen, da\u00df eben durch das gew\u00f6hn\u00adliche men\u00adschliche Bewu\u00dft\u00adsein \u00fcber\u00adhaupt die Wirk\u00adlichkeit nicht ver\u00adb\u00fcrgt wer\u00adden kann, son\u00addern da\u00df die Wirk\u00adlichkeit nur ver\u00adb\u00fcrgt wer\u00adden kann durch jenes Bewu\u00dft\u00adsein, welch\u00ades in uns sel\u00adber her\u00adauf\u00adsteigt in die Regio\u00adnen, wo die Imag\u00adi\u00adna\u00adtio\u00adnen sind, und man hin\u00adter den Charak\u00adter der Imag\u00adi\u00adna\u00adtio\u00adnen kommt. Dann find\u00adet man, da\u00df da drau\u00dfen in der Welt, hin\u00adter dem, was ich als gr\u00fcn angedeutet habe, eben nicht blo\u00df Weltgedanken sind, da\u00df diese Weltgedanken die Aus\u00addr\u00fccke sind f\u00fcr die Wel\u00adtenwe\u00adsen. Aber sie sind durch die Weltgedanken ver\u00adschleiert, so wie das men\u00adschliche Innere ver\u00adschleiert ist durch den Inhalt des Bewu\u00dft\u00adseins. Also wir schauen in die Welt; wir ver\u00admeinen, die Welt zu haben in unserem Bewu\u00dft\u00adsein: da haben wir das Nichts, ein blo\u00dfes Spiegel\u00adbild. Das\u00adjenige was sich spiegelt, sind sel\u00adber nur Weltgedanken. Diese Weltgedanken aber geh\u00f6ren realen, wirk\u00adlichen Wesen\u00adheit\u00aden an, den Wesen\u00adheit\u00aden, die wir eben als geistigseel\u00adis\u00adche Wesen\u00adheit\u00aden ken\u00adnen, als Grup\u00adpensee\u00adlen der niederen Reiche, als die Men\u00adschensee\u00adlen, als die See\u00adlen der h\u00f6heren Hier\u00adar\u00adchien und so weit\u00ader.\u201d (Lit.: GA 162, S. 32 \u2014&nbsp;34)<\/p>\n<p>Die bei\u00adden in der Mitte des Zitats von Rudolf Stein\u00ader erw\u00e4h\u00adn\u00adten Gedichte von Johann Wolf\u00adgang von Goethe lauten:<\/p>\n<p>9 I entsprechend:<\/p>\n<strong>Eins und&nbsp;Alles&nbsp;<\/strong><br>\nIm Gren\u00adzen\u00adlosen sich zu finden,<br>\nWird gern der Einzelne verschwinden,<br>\nDa l\u00f6st sich aller \u00dcberdru\u00df;<br>\nStatt hei\u00dfem W\u00fcn\u00adschen, wil\u00addem Wollen,<br>\nStatt l\u00e4st\u2019gem Fordern, strengem Sollen<br>\nSich aufzugeben ist Genu\u00df.\nWelt\u00adseele, komm\u2019 uns zu durchdringen!<br>\nDann mit dem Welt\u00adgeist selb\u00adst zu ringen<br>\nWird unsr\u00ader Kr\u00e4fte Hochberuf.<br>\nTeil\u00adnehmend f\u00fchren gute Geister,<br>\nGelinde lei\u00adt\u00adend, h\u00f6ch\u00adste Meister,<br>\nZu dem, der alles schafft und schuf.\nUnd umzuschaf\u00adfen das Geschaffne,<br>\nDamit sich\u2019s nicht zum Star\u00adren waffne,<br>\nWirkt ewiges lebend\u2019ges Tun.<br>\nUnd was nicht war, nun will es werden<br>\nZu reinen Son\u00adnen, far\u00adbigen&nbsp;Erden,<br>\nIn keinem Falle darf es ruhn.\nEs soll sich regen, schaf\u00adfend handeln,<br>\nErst sich gestal\u00adten, dann verwandeln;<br>\nNur schein\u00adbar steht\u2019s Momente still.<br>\nDas Ewige regt sich fort in&nbsp;allen:<br>\nDenn alles mu\u00df in Nichts zerfallen,<br>\nWenn es im Sein behar\u00adren will.\n<p>\u2026<\/p>\n<p>35 i entsprechend:<\/p>\n<strong>Ver\u00adm\u00e4cht\u00adnis<\/strong><br>\nKein Wesen kann zu Nichts zerfallen!<br>\nDas Ew\u2019ge regt sich fort in&nbsp;allen,<br>\nAm Sein erhalte dich begl\u00fcckt!<br>\nDas Sein ist ewig: denn Gesetze<br>\nBewahren die lebend\u2019\u00adgen Sch\u00e4tze,<br>\nAus welchen sich das All geschm\u00fcckt.\nDas Wahre war schon l\u00e4ngst gefunden,<br>\nHat edle Geis\u00adter\u00adschaft verbunden;<br>\nDas alte Wahre, fass es&nbsp;an!<br>\nVer\u00addank\u2019&nbsp;es, Erden\u00adsohn, dem Weisen,<br>\nDer ihr, die Sonne zu umkreisen,<br>\nUnd dem Geschwis\u00adter wies die Bahn.\nSofort nun wende dich nach&nbsp;innen,<br>\nDas Zen\u00adtrum find\u00adest du dadrinnen,<br>\nWoran kein Edler zweifeln mag.<br>\nWirst keine Regel da vermissen:<br>\nDenn das selb\u00adst\u00e4ndi\u00adge Gewissen<br>\nIst Sonne deinem Sit\u00adtentag.\nDen Sin\u00adnen hast du dann zu trauen,<br>\nKein Falsches lassen sie dich schauen,<br>\nWenn dein Ver\u00adstand dich wach erh\u00e4lt.<br>\nMit frischem Blick bemerke freudig,<br>\nUnd wan\u00addle sich\u00ader wie geschmeidig<br>\nDurch Auen reich\u00adbe\u00adgabter Welt.\nGenie\u00dfe m\u00e4\u00dfig F\u00fcll und&nbsp;Segen,<br>\nVer\u00adnun\u00adft sei \u00fcber\u00adall zugegen,<br>\nWo Leben sich des Lebens freut.<br>\nDann ist Ver\u00adgan\u00adgen\u00adheit best\u00e4ndig,<br>\nDas K\u00fcn\u00adftige voraus lebendig,<br>\nDer Augen\u00adblick ist Ewigkeit.\nUnd war es endlich dir gelungen,<br>\nUnd bist du vom Gef\u00fchl durchdrungen:<br>\nWas frucht\u00adbar ist, allein ist&nbsp;wahr;<br>\nDu pr\u00fcf\u00adst das all\u00adge\u00admeine Walten,<br>\nEs wird nach sein\u00ader Weise schalten,<br>\nGeselle dich zur kle\u00adin\u00adsten Schar.\nUnd wie von alters her im stillen<br>\nEin Liebe\u00adw\u00aderk nach eignem Willen<br>\nDer Philosoph, der Dichter schuf,<br>\nSo wirst du sch\u00f6n\u00adste Gun\u00adst erzielen:<br>\nDenn edlen See\u00adlen vorzuf\u00fchlen<br>\nIst w\u00fcn\u00adschenswertester Beruf.&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.stellamaris-seelenkalender.de\/?page_id=973\" target=\"_self\">\n\t\t\t\t\t\tBlog zum Spruch 9&nbsp;I&nbsp;<\/a>\n\t\t\t<a href=\"https:\/\/www.stellamaris-seelenkalender.de\/?page_id=1504\" target=\"_self\">\n\t\t\t\t\t\tBlog zum Spruch 35&nbsp;i&nbsp;<\/a>\n\t\t\t<a href=\"https:\/\/www.stellamaris-seelenkalender.de\/?page_id=2916\" target=\"_self\">\n\t\t\t\t\t\tBlog zum Jot \u2014 dem Buch\u00adstaben ohne Spruch&nbsp;<\/a>\n\t\t\t<a href=\"https:\/\/www.stellamaris-seelenkalender.de\/?page_id=2892\" target=\"_self\">\n\t\t\t\t\t\tN\u00e4ch\u00adster Blog-Eintrag&nbsp;<\/a>\n\t\t\t<a href=\"https:\/\/www.stellamaris-seelenkalender.de\/?page_id=136\" target=\"_self\">\n\t\t\t\t\t\tzur\u00fcck zur \u00dcbersicht&nbsp;<\/a>\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Gegen\u00adspr\u00fcche 9 I (gro\u00dfes i) und 35&nbsp;i 9 I Vergessend meine Wil\u00adlen\u00adseigen\u00adheit Erf\u00fcl\u00adlet Wel\u00adtenw\u00e4rme som\u00admerk\u00fcn\u00addend Mir Geist und See\u00adlen\u00adwe\u00adsen; Im Licht mich zu ver\u00adlieren Gebi\u00adetet mir das Geistess\u00adchauen, Und kraftvoll k\u00fcn\u00addet Ahnung mir: Ver\u00adliere dich, um dich zu find\u00aden. 35 i Kann ich das Sein erken\u00adnen, Dass es sich wiederfind\u00adet Im See\u00adlen\u00adschaf\u00adfens\u00addrange? 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